Kardinal Siri, Männerkleidung, die von Frauen getragen wird (1 von 2)

Portrait-du-cardinal--Richelieu-Philippe-de-Champaigne--2-

Obwohl das obere Bildnis Kardinal Richelieu und nicht Kardinal Siri abbildet, der so ausgesehen hat, so handelt es sich dennoch, um eine der letzten Aussagen des ordentlichen Lehramtes zur Rockfrage (siehe Podcast Nr. 8), welche kurz vor dem Meteoriteneinschlag, lies: Vat. II, bekannt gegeben wurde. Kardinal Siri schreibt zwar nur zu den Gläubigen seiner eigenen Diözese, aber seine Argumentation ist interessant und kann auch außerhalb von Genua Gehör finden. Unsere Antwort zu dieser Frage lautet:

Sollen also Frauen Hose tragen?

Nein.

 

Warum nicht?

Weil Sie:

a. schrecklich darin aussehen,

b. ihre Weiblichkeit und ihre Würde verlieren,

c. nicht zur Verschönerung der Welt beitragen

d. zusätzliche Testosteron-Ausschüttung riskieren,

e. gegen jegliche Tradition und Ästhetik verstoßen.

Würde dies nicht gegen die persönliche Würde und Persönlichkeitsrechte verstoßen, so würde DSDZ ein paar Bilder seiner jetzigen Arbeitskolleginnen veröffentlichen, welche dem Spiegelbild und BMI zum Trotz natürlich Hosen tragen, damit alle sehen könnten, warum man es zu unterlassen hat. Kardinal Siri argumentiert anders, weniger ästhetisch und mehr philosophisch und ist als Lektüre zu empfehlen. 

Bekanntmachung betreffend Männerkleidung, die von Frauen getragen wird

Giuseppe Cardinal Siri

Genua

  1. Juni 1960

An den Hochwürdigen Klerus,

An alle lehrenden Schwestern,

An die geliebten Söhne der Katholischen Aktion,

An Erzieher, die beabsichtigen, die christliche Lehre wahrlich zu befolgen.

I.

Erstens: Die ersten Zeichen unseres eines spät ankommenden Frühlings zeigen dieses Jahr eine gewisse Zunahme im Gebrauch von Männerkleidung durch Mädchen und Frauen, sogar Familienmüttern. Bis 1959 bedeutete eine solche Kleidung in Genua gewöhnlich, dass es sich bei der betreffenden Person um eine Touristin handelte, aber nun scheint es eine bezeichnende Anzahl von Mädchen und Frauen aus Genua selbst zu geben, die – zumindest auf Ausflugsreisen – lieber Männerkleidung (Herrenhosen) tragen.

Die Ausbreitung dieses Verhaltens verpflichtet uns, ernsthafte Bedenken zu diesem Thema zu verbreiten, und wir bitten jene, an welche diese Bekanntmachung gerichtet ist, diesem Problem alle Aufmerksamkeit zu widmen, derer es bedarf, wie es sich für jene schickt, die sich ihrer Verantwortung Gott gegenüber bewusst sind.

Wir bemühen uns vor allem um ein ausgewogenes moralisches Urteilsvermögen bezüglich des Tragens von Männerkleidung durch Frauen. Tatsächlich beziehen sich unsere Gedanken einzig auf die Frage der Moral.

Erstens: wenn es darum geht, den weiblichen Körper zu bedecken, kann nicht gesagt werden, dass das Tragen von Herrenhosen einen schwerwiegenden Verstoß gegen den Anstand darstellt, weil Hosen den weiblichen Körper sicherlich mehr bedecken als die modernen Damenröcke dies tun.

Zweitens: jedoch müssen Kleidungsstücke, um anständig zu sein, nicht einfach nur den Körper bedecken, sondern dürfen auch nicht zu eng am Körper anliegen. Nun ist es wahr, dass viele Kleidungsstücke für Damen enger am Körper anliegen als manche Herrenhose, Aber Hosen können so geschnitten sein, dass sie noch enger anliegen und so ist es üblicherweise auch; daher gibt uns die enge Passform einer solchen Kleidung nicht weniger Grund für Sorge als die Entblößung des Körpers. Daher ist die Unanständigkeit von Herrenhosen für Frauen ein Aspekt des Problems, den man bei einem allgemeinen Urteil über das Thema [anständige Kleidung] nicht auslassen soll, auch wenn dieser Aspekt andererseits nicht künstlich aufgebauscht werden darf.

II.

Jedoch gibt es einen weiteren Aspekt bezüglich Männerkleidung tragender Frauen, der uns der ernsteste zu sein scheint.

Das Tragen von Männerkleidung durch Frauen schadet vor allem der Frau selbst, indem es die weibliche Psychologie ändert, die der Frau eigen ist; zweitens beeinflusst es die Frau als Ehefrau ihres Mannes, indem sie dazu neigt, die Beziehung zwischen Mann und Frau zu beschädigen; drittens greift es die Frau als Mutter ihrer Kinder an, indem sie in den Augen ihrer Kinder ihre Würde schädigt. Jeder dieser Punkte muss der Reihe nach sorgfältig bedacht werden.

a. Männerkleidung ändert die Psychologie der Frau.

Fürwahr ist das treibende Motiv für Frauen, Männerkleidung zutragen, immer das der Imitation, ja sogar des Wettkampfs mit dem Mann, der als stärker, weniger gebunden, unabhängiger betrachtet wird. Diese Motivation zeigt klar, dass Männerkleidung die sichtbare Hilfe dazu ist, eine mentale Haltung zu sein „wie ein Mann‟ hervorzubringen. Zweitens, seit der Mensch Mensch ist, bestimmt die Kleidung, sie legt fest und ändert die Gesten, Haltung und Verhalten der betreffenden Person auf eine Weise, dass sie, nur rein äußerlich getragen, eine gewisse innere Geisteshaltung aufdrängt.

Lassen Sie uns noch hinzufügen, dass eine Frau, die Männerkleidung trägt, damit mehr oder weniger anzeigt, dass sie ihre Weiblichkeit (im Vergleich zur Männlichkeit) als minderwertig betrachtet, obwohl sie doch tatsächlich nur anders ist. Die Perversion ihrer Psychologie wird klar erkennbar.

Diese Gründe, die viele andere einschließen, reichen aus um uns zu warnen, zu welch einem falschen Denken Frauen geführt werden, wenn sie Männerkleidung tragen.

 

b. Männerkleidung [der Frau] neigt dazu, das Verhältnis zwischen Mann und Frau zu schädigen.

Ungelogen, wenn sich das Verhältnis zwischen den beiden Geschlechtern im Erwachsenwerden entfaltet, ist ein Trieb der gegenseitigen Anziehung vorherrschend. Die wesentliche Grundlage dieser Anziehung ist eine Verschiedenheit zwischen den beiden Geschlechtern, die nur dadurch möglich wird, dass sie sich gegenseitig ergänzen oder vervollständigen. Wenn dann diese Unterschiedlichkeit weniger offensichtlich wird, weil eines ihrer Hauptmerkmale beseitigt und die normale psychologische Struktur geschwächt wird, resultiert daraus die Veränderung eines fundamentalen Faktors in der Beziehung.

Das Problem geht noch weiter. Der gegenseitigen Anziehung zwischen den Geschlechtern geht ganz natürlich und im zeitlichen Verlauf das Schamgefühl voran, das die erwachenden Impulse in Schach hält, es legt ihnen Respekt auf und neigt dazu, zu einem höheren Grad gegenseitigen Respekts und gesunder Furcht vor allem zu erheben, was diese Impulse zu unkontrollierten Akten drängen würde. Diese Kleidung also zu ändern, die durch ihre Verschiedenheit die Begrenzungen und Verteidigung der Natur offenbart und aufrechterhält heißt, die Unterscheidungsmerkmale zu nivellieren und dazu beizutragen, die lebensnotwendigen Verteidigungen des Schamgefühls niederzureißen.

Zumindest wird das Schamgefühl gehindert. Und wenn das Schamgefühl gehindert wird, die [sprichwörtlichen] Bremsen anzuziehen, dann wird die Beziehung zwischen Mann und Frau entwürdigend auf reine Sinnlichkeit reduziert, bar allen gegenseitigen Respekts oder gegenseitiger Wertschätzung.

Die Erfahrung lehrt uns, dass wenn die Frau entweiblicht wird, die Abwehr unterminiert wird und die Schwäche zunimmt.

c. Männerkleidung verletzt die Würde der Mutter in den Augen ihrer Kinder.

Alle Kinder haben einen Instikt [und] ein Empfinden der Würde und des Anstandes ihrer Mutter. Eine Analyse der ersten inneren Krise von Kindern, wenn sie für das Leben um sie herum erwachen, sogar noch bevor sie die Jugend erreichen, zeigt, wie viel die Wahrnehmung ihrer Mutter zählt. Kinder sind in diesem Punkt so empfindlich wie man nur sein kann. Erwachsene lassen üblicherweise all das hinter sich und denken nicht mehr darüber nach. Aber wir täten gut daran, uns um die schwerwiegenden Anforderungen zu künnern, die Kinder instinktiv an ihre Mutter stellen, und um die tiefen und sogar schrecklichen Reaktionen, die in ihnen aufkeimen, wenn sie das Missverhalten ihrer Mutter beobachten. Viele Spätfolgen für das Leben haben hier ihre Wurzeln – und keine guten -, in diesen frühen inneren Dramas im Kleinkind- und Kindesalter.

Das Kind mag die Definitionen von Entblößung, Frivolität oder Untreue nicht kennen, aber es besitzt einen instinktiven Sinn, sie zu erkennen, wenn sie auftreten, es leidet darunter und wird durch sie in ihrer Seele bitterlich verwundet.

7 Gedanken zu „Kardinal Siri, Männerkleidung, die von Frauen getragen wird (1 von 2)

  1. Es ist sehr bedauernswert aber leider auch typisch, dass das Allerwichtigste, das Erste, das für alles andere, also auch für die moralischen Überlegungen das einzig Maßgebende sein kann und darf, aus diesem Artikel (also aus der Einleitung und dem Brief von Cardinal Siri) vollkommen fehlt.
    Der wirkliche Grund für die Rock-Tragung für Frauen ist nicht menschlich, sondern göttlich. Pater W. hat das uns sehr gut erklärt (aufgrund von: 1 Mos 1,27 und 5 Mos 22,5): Gott ist der Schöpfer. Er schuf den Menschen als Mann und als Frau, und Er gab ihnen verschiedene Aufgaben nach ihrem Geschlecht. Er hat für Seine Schöpfungstat als Werkzeug die Frau ausgewählt: d. h. Er hat sie dafür bestimmt, dass sie die Nachkommen zur Welt bringt. Damit bestimmte Er, dass die Frau an dem Schöpfungsakt teilnimmt, womit Er der Frau eine besonders hohe Würde verlieh. Und weil Gott heilig ist, und alle Seine Taten heilig und gleichzeitig tiefe, Frucht und Respekt erregende Geheimnisse sind, darf die Frau ihren Körperteil, der an diesem Schöpfungsakt beteiligt ist, Fremden, d. h. in der Öffentlichkeit nicht zeigen. Deswegen – setzte Pater W. seine Erklärungen fort – ist sogar ein enger Rock besser als eine Hose. Natürlich darf eine Christin auch keine enge und kurze Röcke tragen, aber göttlich gesehen, das ist noch immer nicht so schwerwiegend und Gott-Beleidigendes, wie eine Hose (selbst eine breite Hose, weil der enge Rock zeigt zwar das Hinterteil, aber nicht die Teile, die beim Gebären beteiligt sind). Auf die Frage wie eine Frau schwimmen kann, antwortete Pater W., dass die Frauen früher auch im Wasser Röcke trugen, und dass es eigentlich für christliche Frauen nicht erlaubt ist in öffentliche Bäder zu gehen.
    Das alles war noch bis vor etwa 60, maximalen 100 Jahren absolut normal, und für eine Christin das kleinste Opfer was sie für ihren Glauben, d. h. für seine Liebe und Ergebung Gott gegenüber gebracht hat.

    1. @ Dr. Elthes Eszter

      Diese Stelle ist mir bekannt und Sie hören sich am Besten meinen Podcast zu diesem Thema für nur 1,50 EUR pro Download an. https://traditionundglauben.com/downloads/podcasts-leserfrage-nr-8-wie-wichtig-ist-es-gott-dass-frauen-roecke-tragen/

      Die ganze Rockfrage muss man ein wenig differenzierter sehen, denn nicht immer war Rock eine reine Frauenkleidung. Schotten tragen bis heute Kilts, Römer hatten eine Rüstung, die ebenfalls rockartig war. Tiefere Begründung, warum keine Hose ist in meinem Podcast zu finden, der den meisten der Leser bekannt sein durfte.

  2. Ach, lieber Herr Schreiber Dezät und Vorkommentator (Ich weiß nicht, ob Eltes ein Männer- oder Frauenname ist), warum, glauben Sie, haben die Hosen bei den Frauen einen Siegeszug gehalten?
    Das Wort heißt „FREIHEIT“. Ein Mann kann das nicht nachempfinden, aber eine Hose tragen, bedeutet frei sein.

    Können Sie sich nicht vorstellen, daß Frauen es nicht mögen, wenn Männer ihnen vorschreiben, wie sie sich zu kleiden haben?

    1. Wenn Sie jemals eine Bibel in der Hand gehabt haben, dann könnten Sie wissen, dass Eszter, Esther ein Mädchen-Name ist (im Alten Testament gibt es ein Buch das diesen Name hat) Dort können Sie nachlesen ob Eszter/ Esther eine Frau oder ein Mann war – ausserdem wird es für Sie ziemlich peinlich sein wenn Sie einmal vor Gott stehend sich in diesen von Gott-bestimmten Angelegenheiten auf Ihre Freiheit berufen

    2. @ Lisle

      Sie meinen eher „Bequemlichkeit“ als Freiheit. Freiheit ist moraltheologisch die Möglichkeit der Wahl zwischen zwei Werten. Und Rock oder Hose ist kein Wert, sondern eine Kleidung. Man hat immer die Wahl zwischen bequem und stilllos und unbequem und elegant. Das ist auch, was den gebildeten Menschen vom, pardon, Proleten unterscheidet. Immer ist es dasselbe: je mehr Richtung unterschicht, desto körperbetondter, ungepflegter etc.

      Ich trage auch viele Sachen, die recht unbequem sind, aber besser aussehen und eine positive Präsenz erzeugen. An meiner jetzigen Arbeitsstelle gibt es einen Dress-Code, den ich selbst nur einhalte. Es ist mir aber gleich, weil ich es richtig finde.

      Und es ganz brutal zu formulieren: Bequemlichkeit ist nur für Luschen. Erlaubt nur bei Sport oder dort, wo die andere Kleidung die Ausführung dieser Bewegung nicht erlaubt.

    3. Ach Unsinn! Warum sollte das HosenTragen „Freiheit“ sein?
      Der ganze Feminismus stammt aus kranken („aufgeklärten“) MännerHirnen und wurde den Damen eingetrichtert.
      Hosen passen zum zentrifugalen&werdenden Geschlechte, beim zentripedalen&seienden gehört der Rumpf betont.
      Gegenüber S.Em. muss man sagen, dass eine solche Niveaulosigkeit schlimmer ist als z.B. Ehebruch oder Mord!

  3. @Dr. Élthes Dass Esther ein Frauenname ist weiß ich und habe die ungarische Schreibweise auch erkannt, da ich mit dieser Sprache schon in Berührung gekommen bin. Vermutlich weiß auch Lisle Türelüre, das Esther ein Frauenname ist, aber im Deutschen gibt es sowohl Männer- als auch Frauennamen als Nachnamen und daher habe auch ich überlegt, ob hier ein Mann oder eine Frau schreibt, weil ich schlicht damit gerechnet habe, dass der Vorname zuerst steht. Die ungarische Schreibweise des Namens macht es Menschen, die mit Fremdsprachen sonst nichts zu tun haben, nicht leichter.
    Mein realer Vorname ist für Ausländer auch regelmäßig eine Herausforderung, weshalb ich bei häufigerem Kontakt (was ich auf Grund der Umstände der Begegnung üblicherweise weiß) mit Ausländern üblicherweise meinen zweiten Vornamen nenne, der auf der ganzen Welt (in verschiedenen Schreibweisen) verbreitet ist.

Kommentar verfassen