Kardinal Siri, Männerkleidung, die von Frauen getragen wird (2 von 2)

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Hier der zweite Teil des Aufsatzes von Kardinal Siri und diejenigen der Herren, die sich nach fundierten Hegel-Kritik sehnen statt nach Abhandlung der unmännlichen Rockfrage, werden hier fündig. Ja, ein katholischer Theologe muss vielseitig sein: Rock und Hegel mit Auschluss der hegelianischen Synthese natürlich.

III.

Lassen Sie uns ernsthaft über die Tragweite dessen nachdenken, was bislang gesagt wurde, auch wenn die Erscheinung einer Frau in Männerkleidern nicht sofort die selbe Verstörung hervorruft wie bei schwerer Unanständigkeit.

Die Veränderung der weiblichen Psychologie zeitigt grundlegende und – auf lange Sicht – irreparable Schäden für die Familie, die eheliche Treue, zwischenmenschliche Zuneigung und die menschliche Gesellschaft. Es ist wahr, die Effekte des Tragens unpassender Kleidung werden nicht binnen kurzer Zeit erkennbar. Aber man muss daran denken, was langsam und heimtückisch mürbe gemacht, auseinandergerissen und pervertiert wird.

Ist irgendeine Art von befriedigendem gegenseitigen Geben und nehmen zwischen Ehemann und Ehefrau denkbar, wenn die weibliche Psychologie geändert ist? Oder kann man sich eine wirkliche Erziehung von Kindern vorstellen, die so heikel im Ablauf ist, so verwoben mit unwägbaren Faktoren, in denen die Intuition und der Instinkt der Mutter in diesen empfindlichen Jahren die entscheidende Rolle spielen? Was werden diese Frauen ihren Kindern geben können, wenn sie möglicherweise schon so lange Hosen getragen haben, dass ihre Selbstachtung eher darauf gerichtet ist, mit den Männern zu konkurrieren als zu wirken [handeln] wie eine Frau?

Warum, so fragen wir, warum wurde der Mensch, seit er Mensch war – oder vielmehr seit der Mensch zivilisiert wurde – warum wurde der Mensch zu allen Zeiten und an allen Orten der Welt unwiderstehlich davon getragen, die Funktionen der beiden Geschlechter zu unterscheiden und zu trennen? Ist dies nicht ein klares Zeugnis der Anerkennung einer Wahrheit und eines Gesetzes, die über dem Menschen stehen?

Zusammenfassend ist zu sagen, dass wo immer Frauen Männerkleidung tragen, dies als ein Faktor zu betrachten ist, der über längere Zeit hinweg die menschliche Ordnung zersetzt.

IV.

Die logische Konsequenz all dessen, was bisher gesagt wurde ist, dass jedermann, der in einer verantwortlichen Position ist, einen „Alarmsinn‟haben sollte im Vollsinn des Wortes, sich ernsthaft und entschieden um diese Entwicklung sorgen sollte.

Wir warnen ernsthaft alle Pfarrer, alle Priester im Allgemeinen und Beichtväter im Besonderen, Mitglieder jeglicher Gemeinschaft, alle Ordensleute, alle Nonnen, besonders die lehrenden Schwestern.

Wir bitten Sie, sich dieses Problems ganz klar bewusst zu werden, so dass Maßnahmen folgen werden. Dieses Bewusstsein ist außerordentlich wichhtig. Es wird zur angemessenen Maßnahme zur rechten Zeit führen. Aber lassen Sie nicht zu, dass es dazu führt, dass wir angesichts einer unvermeidbaren Veränderung aufgeben, als seien wir mit einer natürlichen Entwicklung der Menschheit und so weiter konfrontiert!

Menschen mögen kommen und gehen, denn Gott hat viel Raum für die Ebbe und Flut des freien Willens gegeben; aber die wesentlichen Richtlinien der Natur und die nicht minder wesentlichen Richtlinien des Ewigen Gesetzes haben sich nie geändert, ändern sich nicht und werden sich niemals ändern. Es gibt Grenzen, über die man abirren mag, so weit man möchte, aber wenn man dies tut, bedeutet das den Tod. Leere philosophische Fantasien mögen einen dazu führen, sich über diese Begrenzungen lustig zu machen oder sie zu trivialisieren, aber die stellen einen Verbund harter Fakten und der Natur dar, die jeden züchtigt, der sie übertritt. Die Geschichte hat uns ja – mit erschreckenden Beweisen vom Leben und Tod von Nationen – gelehrt, dass die Antwort an alle Verletzer dieses Entwurfs der „Menschlichkeit‟ früher oder später immmer die Katastrophe ist.

Seit der Dialektik von Hegel werden wir mit nichts weiter als Fabeln gefüttert, und da man diese so oft hört, dulden viele Leute sie schließlich, wenn vielleicht auch nur passiv. Aber es ist eine Tatsache, dass Natur und Wahrheit, und das Gesetz, das mit beiden verbunden ist, unbeirrt ihren Weg gehen und die Einfaltspinsel zerstückeln, die ohne jeglichen Grund an radikale und weitreichende Veränderungen in der dem Menschen eigenen Struktur glauben.

Die Konsequenzen solcher Übergriffe auf den Menschen sind nicht ein neues Menschenbild, sondern vielmehr Störungen [kann auch als Erkrankungen übersetzt werden (d. Übs.)], Instabilitäten jeglicher Art, erschreckende Trockenheit der menschliehen Seele, eine schockierende Zunahme menschlicher Schiffbrüchiger, die vertrieben werden, um ihren Abstieg in Langeweile, Traurigkeit und Zurückweisung zu leben. Auf dem Strand des vorsätzlichen Schiffsbruchs der ewigen Normen findet man zerbrochene Familien, Herde und Häuser, die kalt geworden sind, vor der Zeit abgebrochene Leben, zur Seite gestoßene alte Menschen, eine mutwillig degenerierte Jugend und – am Ende all dessen – Seelen in Verzweiflung, die sich selbst das Leben nehmen. All diese menschlichen Wracks geben von der Tatsache Zeugnis, dass die „Grenzlinie Gottes‟ nicht nachgibt noch den wahnbesessenen Träumen der sogenannten Philosophen irgendwelche Anpassungen erlaubt!

V.

Wir haben gesagt, dass jene, an welche diese Bekanntmachunggerichtet ist, sich ernsthaft sorgen sollten angesichts des gegenwärtigen Problems. Danach wissen sie, was sie zu sagen haben, angefangen bei den kleinen Mädchen auf den Knien ihrer Mütter.

Sie wissen das ohne zu übertreiben oder zu Fanatikern zu werden, sie werden streng festsetzen müssen, in wiefern sie es tolerieren, dass Frauen sich wie Männer kleiden (als generelle Regel).

Sie wissen, dass sie niemals so schwach sein dürfen, jemanden glauben zu lassen, dass sie einem Brauch gegenüber die Augen verschließen, der abrutscht und die Moral aller Institutionen untergräbt.

Sie, die Priester, wissen, dass die Grenzlinie, die sie im Beichtstuhl zu ziehen haben – ohne jedoch Frauen, die sich wie Männer kleiden, automatisch für Todsünder halten – scharf und entschieden sein muss.

Ein jeder wird sich freundlicherweise Gedanken darüber machen, dass eine gemeinsame Handlungsweise erforderlich ist, auf allen Seiten gestärkt von der Zusammenarbeit aller Menschen guten Willens und erleuchteten Verstandes, um so einen regelrechten  Damm zu schaffen, um die Flut zurückzuhalten.

Diejenigen unter Ihnen, die in welcher Position auch immer für Seelen verantwortlich sind verstehen, wie nützlich es ist, als Verbündete in dieser Kampagne Männer der Künste zu haben, der Medien und des Handwerks. Die Position der Modedesigner, der brillanten Designer und der Bekleidungsindustrie ist in der gesamten Frage von entscheidender Bedeutung. Eine künstlerische Ader, Vornehmheit und guter Geschmack, die zusammentreffen, können passende, aber würdige Lösungen für Frauen finden, wenn sie Motorrad fahren oder diese oder jene Arbeit verrichten müssen. Entscheidend ist, Bescheidenheit und den ewigen Sinn für Weiblichkeit zu bewahren, den mehr als alles andere alle alle Kinder weiterhin mit dem Gesicht ihrer Mutter verbinden werden.

Wir bestreiten nicht, dass das moderne Leben Probleme macht und Erfordernisse zeitigt, die unseren Großeltern unbekannt waren. Aber wir stellen fest, dass es Werte gibt, die mehr des Schutzes bedürfen als flüchtige Erfahrungen, und dass es für jeden intelligenten Menschen es immer einen gesunden Menschenverstand und guten Geschmack gibt, um akzeptable und würdige Lösungen für auftretende Probleme zu finden.

Bewegt von Nächstenliebe kämpfen wir gegen eine Abwertung der Menschheit um der Anpassung willen, gegen den Angriff auf diese Unterschiede, auf welchen die complementarity von Mann und Frau beruht.

Wenn wir eine Frau in Hosen sehen, sollten wir nicht so sehr an sie denken, als vielmehr an die gesamte Menschheit: an das was wäre, wenn die Frauen sich vermännlichten. Niemand kann davon profitieren, wenn er dazu beiträgt, ein zukünftiges Zeitalter der Unklarheit, der Zweideutigkeit, der Unvollkommenheit und, mit einem Wort, der Ungeheuerlichkeit herbeizuführen.

Dieser unser Brief ist nicht an die Öffentlichkeit gerichtet, sondern an jene, die für die Seelen verantwortlich sind, für Erziehung, für katholische Gemeinschaften. Lasst sie ihre Pflicht tun und nicht Wachen sein, die schlafend auf ihrem Posten gefunden werden, während der Feind sich einschleicht.

Erzbischof von Genua

Quelle: http://www.national-coalition.org/modesty/modsiri.html

Übersetzer: Eugenie Roth im Auftrag von www.traditionundglauben.wordpress.com

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