Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 12. Nach der Mahlzeit

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Bei den Stoßgebeten von Kardinal Bona geht es darum jede, auch so banale Alltagstätigkeit mit der übernatürlichen Dimension zu verbinden und Gott um seine aktuelle Gnade dafür zu bitten. DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) verrichtet zurzeit in seinem Brotberuf dermaßen banale Tätigkeiten, dass es banaler nicht mehr geht. Ja, ein einigermaßen trainierter Gorilla mit Fremdsprachenkenntnissen könnte es auch. Leider ist es keine rein körperliche Tätigkeit, bei der man meditieren könnte, sondern man muss schon daran denken, was man gerade tut. Aber das Leben unser aller besteht aus Banalitäten. Man kann nicht 24 Stunden pro Tag geistliche oder intellektuelle Höchstleistungen abliefern, was schon die Wüstenväter wussten. Man braucht mechanische, banale Tätigkeiten, um sich zu regenerieren, aber banal bedeutet nicht gottlos. Man kann alles in Opfer und Gebet ummünzten und vielleicht sollten wir alle, nach dem Vorbild von Kardinal Bona, Stoßgebete vor unseren banalen Alltagstätigkeiten entwickeln.

Das heutige Gebet spielt auf zweierlei an. Erstens, dass Gott uns necessaria – also die wirklich notwendigen Dinge – sichert, wenn wir im Gnadenstand sind und seinen Willen tun.  „Notwendig“ bedeutet Brot und Wasser, ab und zu Wurzeln, wenig, karg, aber dennoch vorhanden. Der Teufel malt uns immer Schreckensszenarien, dass wir verhungern werden, falls wir Gott folgen. Dies ist aber falsch. In Deutschland gibt es Hartz-IV, verhungern muss niemand und die langjährigen Hartz-IV-Empfänger sind alles andere als ausgehungert. Es ist festzuhalten, wen Gott zu etwas beruft, dem wird er das Notwendige dazu geben, wobei zu berücksichtigen ist, dass die göttliche Vorsehung sich nicht um das kümmert, was im Rahmen der natürlichen Tätigkeit eines jeden seine Aufgabe bleibt. Beispiel: „Ich will Brötchen – Ich muss mir welche kaufen oder schenken lassen“. Von alleine kommen die nicht. Bin ich aber in einer Höhle eingeschlossen, weil Gott es so wollte und Gott will, dass ich dort überlebe, wie hl. Paulus der Einsiedler, dann kann ich mit einem Wunder rechnen, weil das Brötchen-Holen wirklich in dieser Situation nicht im meiner Macht liegt.  Man kann sich wirklich keine Wunder „organisieren“, weil man zu faul zum Arbeiten ist. Es gibt keine Wunder auf Verlangen. Aber alles Speis und Trank, alles leibliche oder finanzielle Wohlergehen in diesem Leben dient nur dazu, dass wir besser werden, dass wir „an guten Werken Überfluss haben“ oder anderes übersetzt, dass wir „mit guten Werken überfließen“, denn der Körper ist bloß ein „fahrbarer Untersatz“ für die Seele.

Post mensam
Gloria tibi Domine, qui me cibo ac potu necessario refecisti: fac me semper abundare in omni opere bono.
Nach der Mahlzeit 
Ehre sei Dir Herr, der Du mich mit dem notwendigen Speise und Trank gekräftigt hast: Gib mir Herr, dass ich immer an jeder guten Tat Überfluss habe.

 

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