Father Ripperger, Warum verhüllen wir etwas? Die Theologie des Verhüllens (3 von 7)

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Was ist also die Theologie der Mantilla?

Vor allem ist sie verwurzelt in der einzigartigen Identität der Frau als Frau. Wir können sogar sagen, es ist ihre Weiblichkeit, das, was sie zur Frau macht. Doch zu allererst gehört dies zum Übernatürlichen, zuerst und vor allem handelt die Theologie der Mantilla von der einzigartigen Beziehung der Frau zu Christus auf der übernatürlichen Ebene. Und diese Rolle der Frau ist unveränderlich, denn so hat Gott sie gemacht. Gott ruft die Frau, so zu sein. Das ändert sich nicht mit der Zeit. Und da diese Rolle sich nicht ändert und tiefste Wahrheit ist, sollte die Mantilla dies auch nicht tun, da sie dies ausdrückt.

Diese Theologie hat verschiedene Dimensionen:

Die erste und wichtigste ist die eucharistische Dimension. Was bedeutet das?

Wir wissen, dass Gott zu Anfang Adam erschaffen und Eva aus seiner Seite genommen hat. Auf ähnliche Weise fließt am Kreuz, als Jesus stirbt, Blut und Wasser aus Seiner Seite, was die Sakramente bedeutet, und gibt der Kirche das Leben.

Gott ließ Adam in einen tiefen Schlaf fallen, was für Adam zu einer großen Freude wurde als er erwachte, weil aus seiner Seite Eva zu seiner Hilfe entstand.

Jesus starb am Kreuz und erstand am dritten Tag von den Toten. Durch Seine Auferstehung ist große Freude in der Welt. Gott hat sich eine unbefleckte und schöne Braut geschaffen, denn die Kirche ist die Braut Christi, Seine Gemahlin.

Und so sehen wir die Mantilla. Wie Eva aus der Seite Adams hervorkam und seine Braut, seine Gemahlin war, so kommt die Kirche aus der Seite Christi hervor und ist die Braut Christi. Und das ist es, was die Mantilla abbildet.

Die Frau kam aus der Seite des Mannes hervor, und deshalb sucht die Frau wieder Intimität, Einheit und Liebe mit dem Mann. Daher kam sie, das ist eine tiefe Wahrheit. Das steht nicht einfach so in der Bibel, sondern es gibt einen Grund, warum Gott dies so tat.

Die Rippe war für die Hebräer gleichbedeutend mit dem Herz. Das Herz als Sitz der Emotionen und Gefühle, der liebevolle und liebende Aspekt, Leidenschaft, Freude und Leben. Daher möchte die Frau dahin zurückkehren, und daher sucht  die Frau den Mann und sucht die intime Einheit mit ihm.

Und so wird jeder Mensch die intime Einheit mit Gott suchen. Wir kommen von Gott und sind dazu bestimmt, zu Ihm zurückzukehren. Unsere Seele sucht also immer Gott. Unsere Seele sucht die Wahrheit, Güte und Schönheit. Und das ist Gott. Und was die christlichen Kirchen immer gesagt haben, egal ob es die Seele eines Mannes oder einer Frau ist, über die Seele wird immer in der weiblichen Form gesprochen [dies sagt jemand mit Englisch als Muttersprache! Anm. d. Übs.]. Unsere Seele kam aus der Seite Gottes, von Gott und sie verlangt nach der Einheit mit Gott. Sie nimmt das Weibliche an, weil sie von Gott kommt.

Die Seele ist heilig! Sie sie völlig empfänglich. Sie nimmt die Gnade von Gott völlig in sich selbst auf. Nur so kann sie Leben geben, indem sie es rezeptiv von Gott empfängt. Gott ist der Initiator, der gibt, vorsorgt und schützt, die Seele muss diese Gnade empfangen, nähren und sorgt sich um diese Gnade sorgen, die Leben wird, Leben in Fülle, Leben in Ewigkeit. Deshalb wird Gott immer im Masculinum erwähnt, „Er‟, und die Seele ist „Sie‟, und die menschliche Seele sucht die Einheit mit Gott, ebenso wie wir Adam und Eva sehen, und jeder Mann und jede Frau, sie suchen diese Intimität.

Wo finden wir diese Intimität in vollkommener Weise? Wo werden wir mit unserem Herrn vereinigt? In der Heiligen Kommunion. Die Heilige Kommunion ist hier auf der Erde der intimste Moment, den wir mit unserem Herrn haben, er kommt physisch in uns hinein. So ist dies sowohl eine spirituelle, als auch eine physische Einheit. Dies ist eine sehr intime Vereinigung mit unserem Gott, und deshalb tragen wir hierzu die Mantilla. Wegen der Heiligkeit dessen. Weil wir in der Gegenwart Gottes sind. Und weil wir in der bräutlichen Dimension dessen sehen, dass die Seele zurückkehrt zu Gott.

Und es gibt ein wunderschönes Gebet, das Anima Christiwo es heißt: „Birg in Deinen Wunden mich‟ oder „beschütze mich‟. Dies ist ein Bild unserer Seele das besagt, dass wir  durch die Wunden unseres Herrn beschützt werden. Wenn ein Mann seine Frau beschützen möchte, legt er seine Arme um sie, so dass sie gewissermaßen „unter seinen Armen‟, unter seinem Schutz ist. In der Eucharistie sind wir unter dem Schutz unseres Herrn. Und die Mantilla symbolisiert dies und stellt diese Realität dar, dass die Seele nun die Einheit mit Christus gefunden hat und von ihrem Herrn beschützt wird; sie ist nicht nur beschützt, sondern in Einheit mit Ihm. Wenn unser Herr dies tut, gibt Er uns die Fülle Seiner Liebe und die Fülle Seines Lebens.

So bringen wir durch unsere Einheit mit Christus jede Art spirituellen Lebens hervor. Wenn wir nicht mit Christus vereint sind, können wir nicht geistlich leben. In der Eucharistie gibt sich der Sohn Gottes uns ganz und gar, [zwar] verhüllt, aber deshalb nicht „weniger‟. Und sein nährendes Leben gibt uns Leben, spirituelles, ewiges Leben. Seine Gnade lässt uns aufblühen in einem Leben in Fülle, unser persönliches Leben, unser Familienleben, …Unser Herr sagte, Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel kam. Und wer von diesem Brote isst, wird leben in Ewigkeit. Und das Brot das Ich gebe, ist Mein Fleisch für das Leben der Welt (Joh 6, 51 – 52, Übs. Vom Übersetzer). Und Er führt dies weiter  in Joh 10, 10, wo er sagt: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

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