Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (28). Wahre göttliche Offenbarung untrüglich feststellbar.

Fünftes Kapitel

Das Urteil bei dieser Unterscheidung ist nicht gewiss und untrüglich, wenn keine ausdrückliche Offenbarung hinzukommt. Es wird gar Vieles dazu erfordert, um auf künstliche Weise die verschiedenen Geister richtig zu unterscheiden. Es werden zu diesem Ende einige Regeln vorgeschrieben.

Wenn Gott sich jemandem offenbart, dann gibt er ihm die untrügliche Gewissheit, dass Er es ist. Kardinal Bona stellt in den unten angeführten Texten eine Reihe von Heiligen, die ein untrügliche Gabe der Herzensschau hatten und denen man nichts vormachen konnte. Warum ist es theoretisch möglich, dass man eine solche Gewissheit erlangt? Weil:

  1. Gott die Wahrheit (veritas) und wahrhaftig (verax) ist.
  2. Seine Offenbarung wahr ist.
  3. Die menschliche Seele auf Wahrheit ausgerichtet ist.
  4. Gott sich Menschen offenbart, die Seiner Offenbarung würdig sind.
  5. So trifft die Wahrheit Gottes auf einen wahrheitsfähigen Grund.
  6. Und die Gewissheit entsteht.

Deswegen unternahmen die Patriarchen und Propheten des Alten Bundes wundersame Sachen, deswegen besaßen manchem Heilige untrügliche Herzensschau und wussten einfach, dass Gott es ist, der zu ihnen spricht. Also, liebe Leserinnen und Leser, wenn Gott Sie dazu auserwählt seiner Offenbarungen teilhaftig zu werden, dann werden Sie es WISSEN. Aber es ist kein deduktives Wissen, wie bei einem mathematischen Beweis, es ist diesmal keine intellektuelle Angelegenheit – die Geistesunterscheidung. Es ist als würden Sie einen Röntgenblick erhalten und einfach sehen, was in einem steckt, als würden sie sofort nach Paris versetzt werden, um zu sehen wie tatsächlich die erste Plattform des Eiffelturms aussieht. Es ist etwas Übernatürliches und Geistiges, wenn Sie es erfahren, dann werden Sie schon sehen wie es ist. Es ist so als würden sie bei einer Weinprobe bei der Blindverkostung, wo man Wein verkostet, ohne zu wissen, was für einer es ist, einen 200 € Wein mit 100 Parker-Punkten neben einem 1,99 € Discounter-Wein trinken. Sie werden wirklich wissen, welcher der teurere Wein ist. Irrtum ausgeschlossen. Denn Menschen mit unterentwickelten Geschmacksnerven schmecken keine Unterschiede und machen keine Weinverkostungen. Wenn man bei einer Weinprobe landet, wo es Weine ab 80 Parker-Punkten gibt, dann hat man sich schon durchgekostet. Gott ist aber allwissend und er gibt keine Offenbarungen an Menschen, die diese nicht erkennen können.

Etwas anderes ist hier noch erwähnenswert und zwar das Zitat des hl. Bernhard von Clairvaux:

„Die Unwissenheit, diese arge Mutter, hat zwei nicht weniger schlimme Töchter, die Falschheit und die Zweifelhaftigkeit […]“.

Und woran denken wir hier? Jawohl an all die modernen, modernistischen Novus-Ordo-Theologen, womit wir Theologen, Priester, Bischöfe und Kardinäle meinen. Nehmen wir Deutschland. Ein deutscher Bischof, sollte er gläubig sein, befindet sich doch permanent in Falschheit und Verstellung zwischen:

a. katholischen Lehre, sollte ihm diese noch bekannt  sein („Du sollst nicht ehebrechen“, „Du sollst keine homosexuelle Unzucht treiben“, „Du sollst nicht unwürdig kommunizieren“);

b. den Beschlüssen seiner eigenen Bischofskonferenz, die er wohl unterschrieben hat,

c. den widersprüchlichen Signalen aus Rom – Amoris Laetitia versus Glaubenspräfekt Ladaria SJ,

d. den Forderungen der Hochschultheologen,

e. den Forderungen der katholischen Räterepublik,

f. seinem eigenen Gewissen, falls er noch welches hat.

Glaubt er nichts und ist er ein diabolischer Narzisst, so fallen die Widersprüche a. bis f. weg und er lügt dauernd. Aber der Widerspruch liegt dennoch ständig vor, denn, so fragt ein weltlicher Journalist:

Die Homosexualität ist etwas Gutes, warum verurteilt die Kirche diese?

So lauten die möglichen Antworten:

a. Homosexualität ist nichts Gutes, darum verurteilt die Kirche diese.

b. Homosexualität ist etwas Gutes, die Kirche sollte ihre Meinung ändern.

c. Homosexualität ist etwas Gutes und es scheint nur so, dass die Kirche diese verurteilt, aber nur jenen, welche kein dialektisch geschulten Verstand haben, denn jedoch-aber-wenn-die-pastoralen-Gründe-dafür-sprechen ….[es folgt ein 20 Minütiger verklausulierter Vortrag, am dessen Ende man vergessen hat, was man überhaupt gefragt hat].

Aber in der Falschheit befinden sich auch alle akademischen Theologen, denn

a. lehrt man katholisch, so befindet man sich im Konflikt mit allen Kollegen und Bischöfen und wird letztendlich entlassen,

b. lehrt man modernistisch-deutsch („jedoch-aber-wenn“), dann befindet man sich im Konflikt mit Rom

c. lehrt man ein wenig rechtgläubig, nach außen hin aber modern[istisch], so befindet man sich im Konflikt mit sich selbst.

„Konflikt“ ist hier als Falschheit zu lesen, denn man lügt ständig. Die andere Tochter der Unwissenheit ist die „Zweifelhaftigkeit“, welche mit „Bedenklichkeit, Verdächtigkeit, Fragwürdigkeit, dem Bedenklichsein“ gleichbedeutend ist. Was lernen wir als erstes im Theologiestudium? Dass man zweifeln darf, soll, muss. Dass man alles hinterfragen soll, um als modern zu gelten und eventuell eine Stelle zu ergattern. Warum aber diese Falschheit und Zweifelhaftigkeit oder Zweifelssucht unter unseren Theologen? Aus Unwissenheit, weil sie es intellektuell nicht WISSEN wie es geht und keine übernatürliche Glaubensgewissheit im oben angeführten Sinne haben, weil sie nicht GLAUBEN, d.h. katholische Glaubenswahrheiten mit dem Verstand aufnehmen aufgrund der Autorität des sich offenbarenden Gottes, der weder irren noch andere in Irrtum führen kann. Wie Kardinal Bona schreibt, haben sich Heilige den Häretikern oder Sündern, Betrügern nicht einmal genähert geschweige denn mit ihnen „einen Dialog“ geführt. Lernen wir daraus.

 

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