Father Ripperger, Warum verhüllen wir etwas? Die Theologie des Verhüllens (5 von 7)

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Es gibt also eine Hierarchie, die Gott schuf. Nun weiter mit der Beziehung zwischen Mann und Frau, wie es in Ephesser 5 steht.

Dies zeigt aber auch die Mantilla. Sie zeigt, dass die Frau ihren gerechten Platz vor Gott und dem Mann anerkennt. Sie zeigt Demut, Gehorsam und Bescheidenheit. Das Tragen einer Mantilla zeigt zutiefst Bescheidenheit und Demut. Lesen Sie das 5. Kapitel des Epheserbriefes, und hier besonders die Verse 21 – 33!

Der Schleier hat auch eine sakrale Dimension. Der Schleier ist das physische Zeichen dafür, dass die Frau selbst ein Tabernakel ist. Ebenso, wie wir unsere Tabernakel verhüllen, um zu zeigen, dass dort die Heiligkeit wohnt, so ist auch die Frau ein Tabernakel, ein Tabernakel, der neues Leben hervorbringen kann. Sie sollte also als Tabernakel angesehen werden und als solcher sollte ihr Verehrung und Respekt entgegengebracht werden. Sie hat eine sakrale Rolle in der Zusammenarbeit mit Gott, um Leben hervorzubringen und zu nähren. Und wie bereits gesagt, stehen ihr Keuschheit, Reinheit und Bescheidenheit sind für sie wesentlich um ein angemessen heiliger Tempel des Lebens zu sein.

Und hier genau sieht man das Problem in unserer Welt, das damit begann, dass man den Schleier wegließ und sagte, dass das [Verhüllte] nun nicht mehr heilig sei. Wenn die Frau also ihren Schleier loswird, sei es nun die Mantilla auf ihrem Kopf oder auch ihr Kleid oder ihren Rock, so sagt sie damit der Welt im Grunde: Ich bin nicht heilig. Ich bin nicht mehr jemand, dem man Verehrung und Respekt zollen muss. Vielmehr kann ich jetzt wie irgendein Ding behandelt werden.

Und das in dieser Welt, die nicht einmal die Heiligkeit des Lebens anerkennt! Wenn wir die Heiligkeit des Lebens nicht anerkennen, kommt es zu Euthanasie und all den Auswüchsen, die den Tod von Menschen verursachen: In Vitro-Befruchtung, Klonen, Sterilisation, Verhütung, Abtreibung und all diese Dinge. Wir haben keinen Respekt vor dem Leben! Und da wir keinen Respekt vor dem Leben haben, warum sollten wir dann diesen Tabernakel des Lebens respektieren, der die Frau ist?

Diese Kultur ist in unser Leben getreten und fördert all diese Dinge, angefangen  bei der Abtreibung bis hin zur Euthanasie und alles dazwischen, was das Leben attackiert, so wendet sich die Kultur auch gegen die Identität der Frau als Frau. Denn das ist es, was Gott ihr gegeben hat. Deshalb ist es auch so selbstzerstörerisch, wenn Frauen diese Denkweise annehmen, wenn sie nun gegen das Leben sind und für Euthanasie, Sterilisation und Abtreibung. Wenn sie selbst gegen den Grund ist, für den sie geschaffen wurde. Und die Frau macht da mit, wenn sie keine Mantilla und keinen Rock mehr trägt. Sie sagt: Ich bin kein Tabernakel mehr, ich bin nicht mehr sakral. Ich brauche keinen Respekt und keine Verehrung mehr. Ich handle wie ein Mann, ziehe mich an und sehe aus wie ein Mann. Das bringt Chaos in die Person, in die Familie, in die Gesellschaft. Denn es ist angemessen, dass das, was Gott geschaffen hat als solches hingenommen wird, wenn man alles wegnimmt, was in dieser Welt weiblich, schön und lebenspendend ist, das, was eine Frau als Frau auszeichnet.

Die Kehrseite davon ist, dass, wenn Frauen dies alles aufgeben, die Männer diese Haltung ebenfalls annehmen. Wenn die Frau also die Moral der Gesellschaft nicht mehr hütet, und den Männern erlaubt, mit ihr zu spielen, werden die Männer dies natürlich vorantreiben. Wenn die Frau sich offiziell nicht mehr nicht mehr respektieren und (nicht mehr) als Tabernakel ordentlich und korrekt verhüllen, um die Heiligkeit zu zeigen, und dass Gott uns für Sich geschaffen hat, werden die Männer sie auch nicht mehr respektieren. Wenn kein Respekt gegenüber der Frau mehr da ist, wird der Mann der Frau nicht mehr dienen, sondern wird versuchen, sie zu unterdrücken. Und er wird versuchen, tyrannisch zu werden.

Das sehen wir in allen heidnischen Kulturen. Und die christliche Kultur ist die erste Kultur, die dies ändert, da sie sagt, der Mann muss die Frau wegen der Würde, die Gott ihr gegeben hat, respektieren. Heute ist es damit noch schlechter bestellt als in den heidnischen Kulturen. Und mit der Gleichheit, um welche die Frauen kämpfen: darum sollten die Frauen nicht kämpfen, sondern darum, dass die Männer sehen, dass sie etwas sehr Heiliges [an sich] haben, das die Männer nicht haben. Es gibt hier keine Gleichheit!

Frauen sollten gleichsam den Männern ins Gesicht schlagen und ihnen klarmachen, dass Frauen etwas Sakrales und Besonderes sind. Dann muss der Mann die Frau dementsprechend behandeln. Die Frau hat einen Anspruch darauf, dass die Männer sie so behandeln. Das ist aber keine Frage der Political Correctness, sondern das betrifft alle Frauen, ja, jede Frau, im Allgemeinen und im Besonderen. Die Frau verdient sich dieses Verhalten von Männern durch ihr bescheidenes Verhalten, ihre bescheidene Rede und bescheidene Kleidung. Wenn sie die Keuschheit als größtes von Gott gegebenes Gut hegt, wenn sie selbst anerkennt, dass sie ein heiliger Tabernakel des Lebens ist. Dann werden alle, Männer, Frauen und Kinder, sie ebenfalls respektieren. Dann wird der Mann sie respektieren und korrekt führen, statt sie zu unterdrücken. Beide Rollen sind äußerst wichtig. Wir können keine der beiden Rollen aufgeben.

Teil der Theologie der Mantilla ist also, dass die Frau diese in Gegenwart Gottes trägt, wegen der sakralen weiblichen Dimension. Und da die Frau immer ein sakraler Tabernakel ist, der Respekt und wahre Ehrerbietung verdient, sollte sich immer anständig durch ein langes Kleid oder einen langen Rock verhüllt sein.

Es gibt auch die Dimension der Reinheit. Die Mantilla versinnbildlicht die Frau auch als den versiegelten Garten. Den Garten Eden, den Gott zuerst schuf, das Paradies. Den Garten Eden, von dem ein Psalm spricht. Dieser Garten für Gott reserviert, im Falle der geweihten Jungfrau, im Falle der Ehefrau für Gott und ihren Ehemann. Sie ist reserviert für Gott und für ihren Mann, und wenn sie (als der bildliche Garten) gut kultiviert wurde, wird sie viel Frucht für Gott und ihren Mann bringen.

Sie können dies auch im Hohelied der der Liebe nachlesen. In einem Artikel mit dem Titel „The Chapel Veil‟ [Die Mantilla] ist dies recht gut dargestellt, wenn da auch Aspekte einfließen, die dem katholischen Glauben fremd sind. Lesen Sie auch im Hohelied der Liebe im 4. Kapitel Vers 12. Hier wird diese Analogie benutzt, als der Autor über die Beziehung Christi zur Seele spricht.

Man kann das Hohelied auf vielerlei Weise lesen, doch der Hl. Bernhard lehrt uns ganz klar, dass sich dies nicht in Bezug auf Mann und Frau in einer Liebesbeziehung zu lesen ist, sondern das Weibliche (die Frau) repräsentiert die Seele eines jeden Menschen, das Männliche (der Mann) Gott oder Christus. Wenn Sie also etwas aus diesem Buch lesen, denken Sie an Ihren göttlichen Geliebten, Gott, Der von Seiner geliebten sagt, dass sie im bewachten Garten eingeschlossen ist, der eine Augenweide ist und voller Früchte. Dann antwortet die Geliebte und ruft ihren Geliebten, dass er in seinen Garten geht, um die Früchte seiner Auserwählten zu kosten. Die Seele der Frau ist also ein Garten, der reiche Früchte trägt, wenn sie gut kultiviert wird, jedoch ist sie auch ein versiegelter Garten, weil sie diese nur für Gott öffnet, insbesondere in der Vereinigung während der Heiligen Kommunion. Das ist ihr besonderes Geschenk für ihren Gott.

Die Mantilla ist ein physisches Zeichen, das auf den versiegelten Garten hindeutet, der dem Göttlichen Liebhaber vorbehalten und für Ihn bestellt ist. Sie ist ein physisches Zeichen, dass Gott ausdrücklich gesucht wird; dass Gott verehrt wird, symbolisiert die Bewahrung der Frau, so dass sie sich Gott schenken und ihrem Mann schenken kann. Im Falle des geweihten Lebens schenkt sie sich Gott ganz ausschließlich. All dies zeigt die Mantilla.

Dies ist sehr schön und sehr tiefsinnig. Und schließlich, nachdem schon erwähnt wurde, dass die Mantilla eine zutiefst marianische Dimension hat. Alles, was über die Mantilla gesagt wird, wird von der Seligen Jungfrau selbst vervollkommnet. Niemand ist mehr vereint mit Christus in der Eucharistie und sie trug unseren Herrn in ihrem Schoß, neun Monate lang. Wenn Sie daran denken, wie oft Sie schon die Heilige Kommunion empfangen haben, und all diese kostbaren Minuten zusammenzählen, in denen Gott physisch durch Seine göttliche Gegenwart in Ihnen gegenwärtig ist, so reicht dies dennoch nicht an diese neuen Monate heran, in denen die Selige Jungfrau Ihn trug. Aber nicht nur das, Er war ja auch immer in ihrem Hause gegenwärtig. Und nun, wo sie in vollkommener Einheit mit Ihm im Himmel ist. Dies ist also die eucharistisch Dimension, auch die hierarchische Dimension.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, lesen Sie das Buch The Life of Mary as seen by the Mystics (vermutlich im Deutschen: Das Bild Mariens in der Deutschen Mystik), denn was Sie sehen werden ist, dass unsere Heilige Mutter heiliger, vollkommener und weiser ist, sie hat einen stärkeren Willen als der Heilige Joseph, sie tut mehr Buße, sie hat insgesamt mehr Tugenden – sie ist vollkommener! Sie weiß, welche Ordnung Gott geschaffen hat und sie akzeptiert, den [ihr durch diese Ordnung auferlegte] Gehorsam gegenüber Joseph [zu üben]. Obwohl sie größer und vollkommener ist, akzeptiert sie die von Gott geschaffene Ordnung, auch das ist ein Teil ihrer Vollkommenheit. Sie ordnet sich der Hierarchie unter. Sie zeigt immer Ehrfurcht, sogar ihrem Sohn gegenüber. Dies können Sie auch in dem eben empfohlenen Buch nachlesen. An so etwas hätten Sie selbst vermutlich nicht gedacht … Es hilft wirklich, die Schilderungen der Mystiker zu lesen. Maria trägt immer einen Schleier. Welches Bild von ihr Sie auch immer ansehen, selbst auf der kleinen wundertätigen Medaille trägt Maria einen Schleier.

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