Hilary White, „Cor Orans ist die Totenglocke des Karmels‟ (1 von 2)

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Eine Schwester spricht: „Cor Orans ist die Totenglocke des Karmels‟

Written by  Hilary White

Unter den ersten Teil meiner laufenden Analyse von „Cor Orans‟ schrieb ein Kommentator:

„Wenn der Feind eine Seele nehmen will, versucht er, dass sie das Beten aufgibt.‟

Was aber geschieht, wenn der Feind die Kirche einnehmen will?

Der Vatikan präsentiert eine Wahlmöglichkeit: Die Welt oder Christus.

„Der Prolog (der Regel des Heiligen Benedikt) hat uns diese Wahlmöglichkeiten gegeben, die Welt oder Unsern Herrn, als sich gegenseitig ausschließende Alternativen; wir können nicht neutral bleiben, sondern müssen uns ganz für das eine oder das andere entscheiden.‟  Dom Paul Delatte, OSB, Abt von Solesmes

Heute erhielt ich eine Email von einem Kloster klausurierter Karmelitinnen bezüglich des neuen Dokuments der Kongregation für das geweihte Leben des Vatikans. Sie helfen mir, dieses Dokument zu prüfen, indem sie sich freundlicherweise freiwillig als Berater zur Verfügung stellten um es mir aus der „Innensicht‟ zu verstehen helfen. Ich sollte hinzufügen, dass dies kein Kloster ist, das man als „traditionalistisch‟ bezeichnen würde. Sie haben nur die Novus Ordo Messe und benutzen das neue Stundenbuch in ihrer Landessprache. Aus nahe liegenden Gründen kann ich sie nicht identifizieren oder gar sagen, in welchem Land sie leben.

Schwester T., eine Ewige Professe und leitendes Mitglied des Klosterrates, schrieb mir auf Englisch in Form einleitender Bemerkungen in ihrer längeren Analyse des Dokuments, das in Kürze erscheinen wird:

„Das Dokument Cor Orans ist die Totenglocke des Karmels. Es signalisiert das Ende des kontemplativen monastischen Lebens. Es zerstört nicht nur die Autonomie der Klöster, etwas, worauf unsere Heilige Mutter, St. Teresa, in höchstem Maße bedacht war, sondern es beseitigt die Ordensoberin, löst ihre Autorität und Macht auf, schafft die finanzielle Unabhängigkeit jedes Klosters ab und zerstört die Besonderheit eines jeden Charismas.

Dies ist ein Desaster. Besonders für den Karmel.‟

Ich stelle diesem erschreckenden Kommentar jene Worte gegenüber, die von dem Mann kommen, der unmittelbar für „Cor orans‟ verantwortlich ist, Kardinal João Braz de Aviz, der brasilianische Präfekt der Kongregation für das geweihte Leben und die Gesellschaften für das apostolische Leben, in einer Rede von 2015 zu Leitern der religiösen Ausbildung, in der er ganz klar darlegte, was drei Jahre später in diesem Gesetzentwurf kommen würde; wie die Zeitschrift National Catholic Reporter in einem Artikel schrieb, war dieses Treffen „beispiellos‟; 1200 Ausbildungsleiter [Novizenmeister] für religiöses Leben waren bei der Kongregation für das geweihte Leben zusammengekommen, um die neuen Marschbefehle zu hören.

Dies ist das Programm:

„Entfernen Sie sich nicht von den großartigen Grundsätzen des Zweiten Vatikanischen Konzils.‟

„In der Tat, bringen sich jene um, die sich vom Konzil distanzieren, um einen anderen Weg zu gehen – früher oder später werden sie sterben. Sie werden keine Bedeutung haben. Sie werden außerhalb der Kirche sein. Wir müssen aufbauen, indem wir das Evangelium und das Konzil als Ausgangspunkte nehmen.‟

Nachdem er diese Drohung ausgesprochen hatte, fuhr der Kardinal fort, indem er sagte, dass, weil die „Bedürfnisse‟ des modernen Menschen grundlegend anders seien als sie in der Vergangenheit waren, es keinen Grund gebe, zu sehr an dem festzuhalten, was die Gründer – Menschen wie St. Antonius, St. Augustinus, St. Johannes Cassian, St. Benedikt, St. Bruno, St. Dominikus, die Heiligen Franziskus und Klara, Teresa von Avila und Johannes vom Kreuz – wollten.

„Diese Umstände haben sich geändert. Und das Konzil erinnert uns daran, dass das konsekrierte Leben Jüngerschaft Christi sein muss … Jüngerschaft der Gründer, deren wir uns erinnern, aber [wir] müssen auch offen sein für die Kultur des gegenwärtigen Augenblicks.‟

„Wir dürfen uns neuen Dingen nicht verschließen. Gott ist nicht statisch‟, sagte der Kardinal. „Gott ist immer neue Bewegung – von Licht, von Hitze, von Darlegung. Er spricht in jeder Zeit zu Frauen und Männern mit der wahren Sprache der jeweiligen Zeit.‟

Vom Sekretär der Kongregation, Erzbischof José Rodríguez Carballo, wird berichtet, er habe gesagt:

„Mit dieser ausdrücklichen Reverenz an das Zweite Vatikanische Konzil weisen wir auf unsere tiefe Überzeugung hin, dass wir das Konzil als in der Ausbildung zum konsekrierten Leben nicht verhandelbarer Wert verehren.‟

Weder das Charisma des Ordens, noch die Regel oder die Tradition der Kirchenväter, noch die Kirchenlehrer, noch die Mystiker noch irgendeine der 2000 Jahre alten Traditionen des Klosterlebens, von den Wüstenvätern zu den Giganten der Tridentinischen Zeit; nur Vatikan II. Und nur, offensichtlich, eine einzige „Interpretation‟ desselben, als sollten wir uns nach dem Gutdünken von  Braz de Aviz richten, die über die zerzausten Federn der Leadership Conference of Women Religious ausgegossen wurden – die giftigste antikatholische Organisation „katholischer‟ Ordensleute auf der Welt – und nach derer teuflischen Verfolgung der Franziskaner der Immakulata (FFI).

Carballo fährt mit seinen Bemerkungen fort, indem er uns einen Hinweis zu seinen Gefühlen bezüglich des streng klausurierten kontemplativen Ordenslebens gibt:

„Ein geweihtes Leben, ein Leben in Gott, jedoch eingefügt in die ekklesiale Familie, in die Kirche – eingefügt in die Welt. Nicht in Konflikt mit der Welt, sondern eingefügt in Kontinuität‟ sagte er.

Da muss man sich fragen, was dieser Mann aus einem Kommentar des großen Dom Paul Delatte machen würde, dem zweiten Abt von Solesmes und Nachfolger des Wiederbegründers, der in seinem Kommentar zur Regel des Heiligen Benedikt schrieb:

„Der Prolog stellt uns vor diese Wahl: die Welt oder Unser Herr, als sich gegenseitig ausschließende Alternativen; wir können nicht neutral bleiben, sondern müssen ganz dem einen oder ganz dem anderen gehören.‟

„Nachdem wir in Christus eingetreten sind durch die Taufe und durch das klösterliche Versprechen, sollten wir uns so weit wie möglich von der Welt fernhalten und keine Verbindung zu ihr haben. Es soll zwischen uns nicht mehr Umgang sein als zwischen zwei Körpern ist: ‚Die Welt ist mir gekreuzigt und ich der Welt.‛‟

„Lasst uns auf der Hut sein gegenüber dem Denken, es könne manchmal angemessen sein, die Differenzen abzumildern, die Distanz, die uns trennt, zu vermindern. Der Apostel warnt uns, dass wir Gott nur gefallen können, indem wir die Integrität unseres wahren Lebens erhalten: ‚Niemand, der ein Soldat Gottes ist, verwickelt sich in weltliche Geschäfte, auf dass er dem gefalle, dem er sich verlobt hat.‛ Die Welt nimmt Anstoß, wenn wir nachgeben, und die Worte der Nachfolge [Christi] sind immer erfüllt: ‚Manchmal denken wir, anderen mit unserer Gesellschaft zu gefallen; wohingegen wir vielmehr beginnen, ihnen zu missfallen durch die schlechten Eigenschaften, die sie in uns entdecken.‛‟

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