Leseempfehlung und der hl. Bonaventura

gennario

Allen unseren Lesern, die nur fromme Inhalte lesen wollen und Ihre Seelen von ein Konsequenzen von Vat. II und des jetzigen Pontifikates freihalten wollen, empfehlen wir die Seite katholischglauben.info, welche, so scheint es, Auszüge aus alten katholischen Büchern im Hinblick auf den vorkonziliaren, liturgischen Kalender veröffentlicht. Gut so! Und so finden wir dort heute einen Beitrag über den heiligen Bonaventura, den wir heute, am 14.07, im alten Kalender begehen, wie er bei Otto Bitschnau, Das Leben der Heiligen Gottes, 1881, S. 528-530 zu finden ist. Als DSDZ [der Schreiber dieser Zeilen] gerade mit seinem Theologiestudium fertig war, so dachte er auch, dass das Lesen solcher Schriften die Seelen zu Gott führen wird. Dies tut es sehr bedingt, weil wir bei solch einem Heiligenlebenslauf, der natürlich wahr ist es mit dem Endresultat zu tun haben, der noch zusätzlich verklärt und „geschnitten“ wurde. Mit „Schnitt“ ist hier die Verarbeitung eines Films gemeint. Solch ein Heiligenlebenslauf ist wirklich mit dem Prozess des Filmemachens vergleichbar, dessen Endresultat – den Film – wir im Kino oder im Fernsehen zu sehen bekommen. Jeder, der selber Filme machte, weiß, was diesem Endresultat voranging, dass z.B. die ergreifendste Szene bei der 60. Wiederholung gefilmt werden konnte, obwohl die Hauptdarsteller völlig zerstritten waren, der Regisseur am Rande des Nervenzusammenbruchs stand, der Make-up Artist beim Dealen erwischt und von der Polizei abgeführt wurde, sodass die Praktikantin die ganze Arbeit übernehmen musste, dann hat noch jemand dem Drittproduzenten den Geldhahn abgedreht und der Hund, den sie bringen sollten, ist niemals erschienen. Davon sieht man aber im Film nichts. Das wissen nur die, die dabei waren, welche sich wieder wundern, was sie alles überstehen mussten. Ist ein Film gelogen? Nein, es ist nur die Montage von Teilaspekten.

Der hl. Bonaventura hatte kein leichtes Leben, denn in Paris wurden die Bettelorden aufs Schärfste bekämpft. Da er Alexander von Hales augustinisch folgte, lag er theologisch mit dem hl. Thomas von Aquin ein wenig im Clinch. Und was es bedeutet ein Ordensgeneral eines von der Spaltung stehenden Ordens zu sein, können wir uns alle vorstellen. Und nicht dennoch, sondern deswegen ist er ein Heiliger geworden, weil ihm Gott viele Möglichkeiten der Bewährung bereitet hatte. Ja, es ist so wie bei einem Hindernislauf beim Militär: durch den Schlamm kriechen, auf Felsen klettern, sich angeseilt fallen lassen, den Fluss durchschwimmen, etc. Am Endes eines solchen Weges sind Sie unerschrocken und fit, am Ende eines geistlichen Hindernislaufes sind Sie heilig. Von nichts kommt nichts. Und während Otto Bitschnau, Das Leben der Heiligen Gottes den Moment der Siegerehrung zeigt, zeigen wir hier den Schlamm, die Felsen und die wund gescheuerten Hände. DSDZ hat festgestellt, dass spirituelle Schriften oder Heiligenlebensläufe in ihrer reinen Form kaum gelesen werden, weil sich kaum jemand mit diesem Endprodukt identifizieren kann. Deswegen müssen sie kommentiert werden und zwar nicht deswegen, um die Inhalte an „die Lebenswirklichkeit des modernen Menschen anzupassen“, wie der ganze Nachkonziliarismus es will, sondern um es dem modernen Menschen zu zeigen, wie er diese Ziele und Inhalte erreichen kann, indem er sich verändert und die Inhalte unverändert lässt. DSDZ wird bald in sein Fitnessstudio aufbrechen, um die Seele im Leib zu halten und die Mühen seines Lebens auf körperlich zu meistern, wo er sich (a) den Anforderungen der Übungen und der Fitnessgeräte stellen wird. Er wird nicht erwarten, dass sich (b) die Fitnessgeräte so verändern, damit er es bequem hat und sich nicht anzustrengen braucht. Die Einstellung (a) zeichnete die Kirche bis Vat. II, dann kam der Götze des „modernen Menschen“, der oft das Aussehen einer bürstenschnittigen Pastoralassistentin hat, welchem nach (b) alles unterzuordnen ist, weswegen aus dem Gotteskult eine Menschenkult wurde, aus Theologie die Anthropologie. Und Franziskus schlägt mit Amoris Laetitia den letzten Sargnagel ein.

Nichtsdestotrotz ist es gut im Internet Seiten zu finden, welche wie katholischglauben.info, auf Deutsch sich der ungetrübten Frömmigkeit hingeben.

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4 Gedanken zu „Leseempfehlung und der hl. Bonaventura

  1. Ich bin nicht ganz mitgekommen. Muss am warmen Wetter liegen. Wollen Sie etwa so sagen: „Man wird zum Heiligen erst durch jahrelange Entwicklung“? Quasi „es ist noch kein Heiliger vom Himmel gefallen“? Das ist allerdings hoffnungsvoll.

  2. Ja, natürlich. Durch jahre- oder eher jahrzehntelange Mitarbeit mit der Gnade.

    Von Christus und der Mutter Gottes abgesehen, ist niemand als Heiliger geboren und viele hatten ein schweres Vorleben.

  3. „Von Christus und der Mutter Gottes abgesehen, ist niemand als Heiliger geboren und viele hatten ein schweres Vorleben.“
    Ja, denn beide sind ohne Sündenschuld geboren worden. Sogar der Koran sagt das sie die einzigen „Menschen“ sind die bei der Geburt nicht geweint haben.
    „DSDZ hat festgestellt, dass spirituelle Schriften oder Heiligenlebensläufe in ihrer reinen Form kaum gelesen werden, weil sich kaum jemand mit diesem Endprodukt identifizieren kann.“
    Natürlich kann sich der Mensch der nur an das glaubt was er sehen und anfassen kann nicht mit einem Heiligenlebenslauf identifizieren. Das ist einer Nummer zu groß vor ihm.
    „Deswegen müssen sie kommentiert werden und zwar nicht deswegen, um die Inhalte an „die Lebenswirklichkeit des modernen Menschen anzupassen“, wie der ganze Nachkonziliarismus es will, sondern um es dem modernen Menschen zu zeigen, wie er diese Ziele und Inhalte erreichen kann, indem er sich verändert und die Inhalte unverändert lässt.“
    Der moderne Mensch ist in der Regel ein kompletter Idiot vor Christus.
    Per Mariam ad Christum.

  4. „Ja, es ist so wie bei einem Hindernislauf beim Militär: durch den Schlamm kriechen, auf Felsen klettern, sich angeseilt fallen lassen, den Fluss durchschwimmen, etc. Am Endes eines solchen Weges sind Sie unerschrocken und fit, am Ende eines geistlichen Hindernislaufes sind Sie heilig. Von nichts kommt nichts.“
    Den Heiligen will ich sehen der in dieser Welt keine Probleme hatte. Luzifers Wohnzimmer ist nur was für Mietlinge. Es muß Spaß machen für die Konzilsknechte ( übrigens kennt der Knecht seinen Herrn nicht ) mit dieser Welt um das goldene Kalb zu tanzen. Aber das Erwachen wird ein ewiger Alptraum sein.
    Per Mariam ad Christum.

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