Priestertum und Zölibat (2 von 12): Priestertum als ganzheitliche Lebenshingabe.

Der Priester ist durch sein Priestertum und ein eigenes Sakrament viel enger mit Christus, dem jungfräulichen Lamm, verbunden als irgendein Laiengläubiger. Daher auch der Zölibat: höhere Würde, höhere Ansprüche. Der Priester soll doch tatsächlich während seines Priestertums eine beinahe ontologische Christus-Identität entwickeln und zwar viel buchstäblicher als ein Gläubiger, weil Christus durch ihn predigt, wirkt und die Sakramente spendet. Er soll ein reines Rohr der Gnade werden und danach wird er auch gerichtet werden. Ja, die Hölle brennt, ja die „Erderwärmung“ kommt daher, ja, die Priesterseelen brennen und wie.

a.   Priestertum als ganzheitliche Lebenshingabe

  1. Im Gegensatz zu anderen Formen der Christusnachfolge, zu welcher alle Christen berufen sind, beinhaltet der priesterliche Dienst nicht nur Handlungen „in Christi Namen“, sondern auch Handlungen „an Christi statt“ (KKK 1548). Denn bei der Spendung der Sakramente, auf welche der priesterliche Dienst hauptsächlich hin geordnet ist, handelt der Priester in persona Christi. Dies wird besonders im Sakrament der Eucharistie und im Sakrament der Buße deutlich (Catechismus Romanus II 7,2.5.7). Bei der Eucharistie spricht der Priester die Wandlungsworte „dies ist mein Fleisch … mein Blut“, womit er, die Ich-Form verwendend, das Fleisch und das Blut Christi meint. Bei der Beichte verwendet der Priester bei der Lossprechungsformel ebenfalls die Ich-Form („Ich spreche dich los von deinem Sünden“), wobei der tatsächlich lossprechende Christus selbst ist. Diese besondere Ich-Verbundenheit des Priesters mit Christus stellt Papst Benedikt XVI wie folgt dar:

„Christus erlaubt es uns, sein ‚Ich’ zu benutzen, wir sprechen im ‚Ich’ Christi, Christus zieht uns in sich hinein und erlaubt uns die Vereinigung mit ihm, er vereint uns mit seinem ‚Ich’. Und so, durch sein Handeln, durch diese Tatsache, dass er uns in sich ‚hineinzieht’, so dass unser ‚Ich’ mit seinem ‚Ich’ vereint wird, verwirklicht er das Andauern, die Einzigartigkeit seines Priestertums; so ist er wahrhaft immer der einzige Priester, und dennoch sehr gegenwärtig in der Welt, weil er uns in sich hineinzieht und so seine priesterliche Sendung gegenwärtig macht“.[1]

  1. Zwar nimmt jeder Getaufte am „gemeinsamen Priestertum aller Gläubigen teil“ (KKK 1547), sodass „jeder gemäß seiner eigenen Berufung an der Sendung Christi, des Priesters, Propheten und Königs, beteiligt [ist]“ (KKK 1546), dennoch gibt es in der katholischen Kirche neben diesem gemeinsamen Priestertum auch ein amtliches oder hierarchisches Priestertum, welches, durch die Sakramentenspendung, im Dienst des allgemeinen Priestertums der Gläubigen steht (KKK 1547, Lumen gentium 10, Catechismus Romanus II 7.24).
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