Leserbrief des Monats – Unser Blog ist nicht katholisch

 

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Normalerweise veröffentlichen wir ungefragt keine Leserbriefe, aber der zuletzt erhaltene ist so köstlich, dass er eine Veröffentlichung verdient. Nein, wir haben nicht nur zwei Päpste in Rom, wir haben viele kleine, große Päpste, die auffordern und die Katholizität bestimmen. Na gut, DSDZ ist auch einer von ihnen, aber ein lieber. Da bei den Beiträgen zu Pater Poulain SJ selten eine Diskussion aufkommt, so hoffen wir, dass nach diesem Leserbrief sich andere Leser zu Wort melden, ob sie das Ganze auch so sehen. DSDZ ist sich darüber bewußt, dass er manches sehr oberflächlich beantwortet, aber ausführliche Themen erfordern viel Vorbereitung, für welche manchmal die Zeit nicht ausreicht. Entweder man antwortet ungefähr oder man antwortet überhaupt gar nicht. Wir wünschen allen eine unaufgebrachte Lektüre.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Ihnen gerne schreiben.

Ich denke, daß es Ihnen bewusst ist, daß Sie mit Ihrem Blog eine große Verantwortung tragen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß gerade viele Frauen verunsichert sind und sich nicht trauen auch den „traditionellen“ Seelsorger auf Probleme und Zweifel anzusprechen. Denn viele Katholiken, die bei Ihnen lesen, können anonym die Fragen stellen, die sie beschäftigen. Doch sind einige Ihrer Leser wahrscheinlich theologisch nicht so gebildet. So können diese die Qualität Ihrer Antworten nicht richtig einschätzen.

Nehmen wir den Artikel „Eine Einführung zu Peter Kwasniewskis ,Desensibilisierung der Eucharistie’ oder Ist da noch Jesus drin?“ vom 16. April 2018:

Wer ist dieser Kwasniewski? Die Antwort liefern Sie im Text.

 

„Nein, er lebt im Gnadenstand, ist niemals unwürdig zur Kommunion gegangen und bemüht sich um die Gewinnung der Tugend. Aber an die letzten ausschließlich „echten“, falls man dieses Wort hier einführen darf, Kommunionen kann er sich im Jahre 2013 in der Abtei Fontgombault erinnern. Seitdem ist es immer vereinzelt. Er kann sich aber an sehr eindrucksvolle Kommunionen während seiner Kindheit in seiner Heimat erinnern, welche aufhörten als er nach Deutschland kam und was er danach vereinzelt erlebte.“

In diesem kurzen Abschnitt erfahren wir etwas über diesen Mann, aber noch viel mehr. „Tradition und Glauben“ kennt den Seelenzustand dieses Mannes. In Fontgombault sind die Messen gültig. In der Kindheit waren die Priester noch gläubig und daher die Messen gültig.

Aber oben schreiben Sie doch noch: „Sollte man dabei nach Eindrücken gehen? Nein, sicherlich nicht. Es ist etwas Spirituelles, eine Glaubenssache, der Teufel kann sich dort einmischen, vielleicht ist es auch eine Prüfung von Gott. DSDZ fing an sogar zu notieren, wann er meint eine tatsächliche Kommunion empfangen zu haben und es ist sehr selten und bei immer denselben Priestern.“

Ist das für Sie kein Widerspruch? Der Teufel kann das, aber trotzdem lasse ich mich auf subjektive Einschätzungen ein?

Dann schreibt eine Frau korrekterweise: „Um gültig konsekrieren zu können, bedarf es aber noch einer weiteren Voraussetzung:

Die g ü l t i g e Priesterweihe, durch einen g ü l t i g geweihten Bischof vollzogen.
Jetzt kommt Montini, alias Paul VI. ins Spiel: Er hat verbotenerweise den Weiheritus für Priester und Bischöfe verändert,was nur einen e i n z i g e n Grund haben kann: sie ungültig zu machen. Warum sonst hätte er sie verändern sollen? Es gibt nicht einen Grund dafür. Warum hätte sonst Marcel Lefebvre von allen Priestern(?) die bedingungsweise Nachweihe verlangt? (Ich war mal bei den Piusbrüdern – jetzt aus gutem Grund nicht mehr.)“

Sie argumentiert dann auch weiter und hat richtige Argumente. Argumente der Kirche, der Tradition.

Ihre Antwort darauf:

„Diese Argumente sind mir bekannt. Die Weihen sind gültig, denn die Anforderungen an die Gültigkeit sind minimal.

Wenn wir den Spieß herumdrehen, dann sollte es bei den Piusbrüdern nur Heilige geben, welche 1000% der Orthodoxie besitzen und bei den Sedis erst Recht. Dem ist aber leider nicht so. Warum schweigt den die FSSPX zu Bergoglio, wenn sie doch siebenmal in Econe geweihte oder mit „allen Wassern gewaschen sind“.

Lesen Sie sich doch die Ausführungen eines Pius-Aussteigers, jetzigen Sedis, dazu:https://zelozelavi.wordpress.com/2015/08/29/600-priester/ Er ist jetzt völlig „weg vom Fester“, aber der Ritus allein macht es nicht. Ich denke, schon dass die neuen Sakramente weniger wirken, aufgrund der veränderten allgemeinen Form, aber die minimale sakramentale Form ist beibehalten worden.

Und das ist jetzt das Problem Ihrer Seite. Anstatt theologisch die FSSPX zu widerlegen, was nicht schwer ist (Gehorsamspflicht gegenüber dem Papst ist nicht erfüllt), gehen Sie wieder auf die Seelenschau-Ebene und bringen dann noch zelozelavi ins Spiel. Jener Priester bringt auf seiner Seite nur korrekte Sachargumente, freilich in einer humoristischen Form, die auch nicht mag. Aber er schreibt an einer Stelle sinngemäß, dass er sich kein Urteil über den Glauben der Mitglieder der FSSPX anmaßt.

Tradition und Glauben maßt sich aber ständig solche Urteile an und verstrickt sich auf der Gefühlsebene ständig in Widersprüche.

Entweder wir haben nach Pius XII. Päpste, ein Konzil, das dem außerordentlichen universalen Lehramt zuzuordnen ist wie das I. Vatikanische Konzil und vollständig zu glauben ist, gültige Sakramente, eine Messe die besucht werden muß oder eben nicht. Und mit einem Kirchenoberhaupt werden liturgische Missbräuche bekämpft und wir müßen uns über die Gültigkeit der Sakramente keine Sorgen machen und zum Beispiel nach Fontgombault fliehen, das alte Brevier beten, Mantilla aufziehen, unbequeme Kleidung zur Buße tragen und Kniebänke in unserer Wohnung aufstellen.

Auf Ihrer Seite sind die Widersprüche aber so eklatant. Eine Mantilla zu tragen ist für Sie „unfehlbares Lehramt“ und verpflichtet jede Frau. Dem Novus Ordo fernzubleiben, der im Widerspruch zur Messe aller Zeiten steht, ist aber nicht geboten. Flüchten wir uns also in eine Welt von Mantillas, Kniebänken, alten Brevieren und gehen in die Pfarrkirchen zu konservativen Priestern??? Da werden wir doch wahnsinnig!!!

Nebenbei bemerkt: Bei der Bischofsweihe müßen ebenso Materie und Form stimmen. Sie hätten im Kommentar wenigstens eine Begründung liefern können, warum die neuen Weihen gültig sind. Oder ist das eine unfehlbare Lehrmeinung von „Tradition und Glauben“?

In der neuen Weihe sind Materie und Form (meistens) getrennt und es wird lediglich der Ausdruck „Geist der Leitung verwendet“. Das WAS und das WOZU geht hieraus nicht hervor. Sie kennen die Argumentation, flüchten sich aber in die subjektive Beurteilung von Geistlichen, weil Ihnen die Gegenargumente wahrscheinlich fehlen.

Folgendes noch: Im Bereich Gebetsanliegen vermitteln Sie auch wieder diese nicht katholische Gefühlsebene und den nicht katholischen Heilsautomatismus. Viel beten bringt viel und man spürt es dann auch. Der Begriff Telepathie gehört in die Esoterik und nicht in die katholische Kirche.

Wir beten „dein Wille geschehe“. Gott will unser Bestes und lässt das Übel zu. Nicht alles wird erhört.

Ihre Seite ist also, wie ich anhand weniger Beispiele darlegen konnte, nicht katholisch und kann unwissende Gläubige in die Irre führen.

Daher wäre ich froh, wenn Sie die Leser Ihrer Seite über die verbreiteten Irrtümer aufklären und die vorhandenen Artikel löschen.

Tja, liebe Leserinnen und Leser. Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Wer zerstört den Katholizismus und verbreitet Irrtümer? Wir. Nicht der Antipapst Franziskus, nicht die DBK, nicht der Sodomit McCarrick es ist DSDZ und sein Blog. Mein Gott! Mit dem Löschen der Beiträge selbst ist es wohl nicht getan. Ein japanischer Ehrenselbstmord muss her – Harakiri – mit einer Seiko-Uhr am Gelenk. DSDZ überprüft noch, ob es sich mit der katholischen Morallehre überhaupt deckt, soweit sein Verstand überhaupt reicht. Falls er sich nicht mehr meldet, so wissen Sie was geschehen ist…..

 

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10 Gedanken zu „Leserbrief des Monats – Unser Blog ist nicht katholisch

  1. Sollten Sie Zweifel haben, was katholisch ist und was nicht, können Sie sich ja jederzeit an den Leserbriefschreiber wenden… 😉
    Ich bin dieser ausufernden Form psychischer Selbstbefriedigung zu oft begegnet, um es ertragen – geschweige denn, auf so etwas antworten zu können. Mit diesen Egozentrikern, die von ihrer eigenen Selbstbespiegelung völlig entrückt sind, zu diskutieren ist, als versänke man in Treibsand. Jede Antwort ruft drei neue Fragen hervor, man sinkt immer tiefer ins Absurde. Völlig Rationales wird bestritten, Selbstverständliches in Abrede gestellt, dafür Absurdes für glaubwürdig und Hirngespinnste für real gehalten. Man ist regelrecht perplex, wenn Personen, die selbst nicht einmal unfallfrei die Bodenmatte erklimmen können, unverdrossen meinen, sie müßten Übungen anderer am geistigen Hochreck bekritteln.
    Nach Möglichkeit vermeide ich daher jede Diskussion mit Unbekannten über „gefahrgeneigte Themen“ wie Privatoffenbarungen im allgemeinen und Medjugore im besonderen, die FSSPX oder Bischof Williamsson. Am Ende fängt man sich einen Gesprächspartner wie einen hartnäckigen Ausschlag ein – man wird ihn nicht mehr los…

    Alles von mir nicht bierernst gemeint, aber diese Spezies wird nur durch Humor einigermaßen erträglich.

    1. Guter Rat Ich werde mich an ihn wenden. Wir planen sowohl eine Reihe über Medju und einen Podcast über die Piusbruderschaft. Ja, viel Feind, viel Ehr!

      1. Ja, fragen Sie ihn, diese Klientel weiß sowieso alles – und zwar besser. Ein Vorteil bei schriftlicher Kommunikation ist, dass Sie es nicht einmal lesen müssen und die Leutchen trotzdem befriedigt sind. Gründlich beunruhigend wird es, mit denen telefonieren oder (Gott behüte!) persönlich sprechen zu müssen..

      2. Kommt noch alles, aber dieser Mann macht sich Sorgen um die Frauen und die Mantillas. Vielleicht hat er sieben Töchter und alle wollen eine haben? Das muss man doch verstehen.

  2. Eine Mantilla ? Die sind wirklich nicht besonders preisgünstig und nicht leicht zu bekommen. Wir haben uns unsere selbst gemacht. Wenn man den passenden Stoff findet (meist in der Brautmoden- oder Vorhangabteilung) ist das ganz leicht und kostet irre viel Zeit und etwa 5€ das Stück. So muss ich mich jetzt nicht mehr auf nur EINE beschränken !

      1. dann fehlt mir noch eine grüne … und was mache ich mit der braun-goldenen oder der blauen ?

      2. @ Anna

        Blaue für Marienfeste. Braun-Goldene … hmmm …für Pontifikalmessen. Ich denke, dass hier die Orientierung an den Ornaten hilfreich wäre.
        Aber ganz im Ernst. Ich arbeite daran ein rubrizistisches Mantilla-System auszuarbeiten. Denn es gibt ja zwei Möglichkeiten

        1. Passend zum Typ und Kleidung
        2. Passend zum liturgischen Anlass
        3. Mischform, die sowohl zum Typ und Kleidung als auch zum liturgischen Anlass passt.

        Planen wir den eine Mode-Beilage?

        Wer weiß. Wir müssen Vogue katholizisieren und diese Themen der Ausarbeitung an die delegieren, denn zurzeit trägt der Teufel Prada.

        Ich arbeite daran auch die Anzug-Thematik rubrizistisch zu formalisieren. Anzug für fest dritter, zweiter und erster Klasse nach den Rubriken von 1962. Je weiter wir aber zurückgehen, desto mehr Anzüge werden erlaubt sein, da mehr rubrizistische Abstufungen.

        Wenn man mich schon anklagt, ex cathedra Urteile über die Mantillas zu fällen, dann gleich richtig!

        Kein Wunder, dass uns Frauen lesen, denn wo sonst werden Sie so Ernst genommen? :)))

  3. Dieser Leserbrief ist wohl als Zeichen zu sehen, dass es zur Zeit eben kein verlässliches Lehramt gibt.
    Da sucht sich halt jeder „aus dem Regal der Ansichten“, um es mal anschaulich zu formulieren, die „Geschmacksrichtung“ aus, die ihm/ihr am ehesten zusagt. Es gibt ja dann auch tatsächlich Fragen, die nicht eindeutig vom Lehramt festgelegt sind. Mantilla oder nicht Mantilla z. B. Wie es mal ein Pfarrer der FSSPX formuliert hat: „Die Kopfbedeckung ist eine Haupt-Frage, aber keine Hauptfrage.“

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