Vatikan ändert den Katechismus bezüglich der Homosexualität (Nr. 2358)

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Wie der Blog eponymousflower unter der Berufung auf den Blog von Father Zuhlsdorf berichtet, welchem wiederum es jemand zugetragen hatte, hat der Vatikan auf seiner englischsprachigen Internetseite den Katechismus Nr. 2358 verändert, sodass jetzt, nach der neuen, „evolvierten“ Version, da sich nach Franziskus die Wahrheit verändert, die homosexuelle Neigung (propensio) an sich nicht mehr „objektiv ungeordnet“ (obiective inordinata) ist.

Was bedeutet „objektiv ungeordnet“?

Das ist ein Fachbegriff der Moraltheologie, der bedeutet, dass etwas an sich schlecht, moralisch verwerflich und unter keinen Umständen gut sein kann. Weil alles Gute auf Gott hingeordnet ist, so stellt sich alles, was „objektiv ungeordnet“ ist, gegen Gott und stellt daher die Materie der schweren Sünde dar.

Nehmen wir ein Beispiel: mit einem spitzen Schraubenzieher, aus 1 m Höhe auf die Tastatur einzustechen ist „objektiv ungeordnet“, was die Funktionsfähigkeit des Rechners anbelangt. Tue ich dies, z.B. aus der Lust des Stechens (Doppeldeutigkeit beabsichtigt) heraus, dann:

a. beschädige ich die Tastatur,

b. führe vielleicht einen Kurzschluss herbei, der zum Rechnerausfall führt,

c. beschädige höchstwahrscheinlich den Schreibtisch.

Wenn also die Ordnung der Rechnerbedienung darin besteht, dass man mittels der Tastatur Zeichen auf den Monitor überträgt, dann ist die Zerstörung der Tastatur „ungeordnet“, weil sie sich dieser objektiven Rechner-Ordnung widersetzt. Sagt jemand aber:

Na gut, was die Bedienung des Rechners anbelangt, ist es „ungeordnet“, aber was das Bizeps- oder Stechtraining anbelangt, ist es geordnet.

Diesem wäre zuzustimmen, wenn man annimmt, dass es keine eine objektive Ordnung gibt, sondern mehrere parallele Ordnungswelten gibt (Rechner-Ordnung gegen Stech-Ordnung), die manchmal miteinander im Konflikt liegen. Denn steche ich auf die Tastatur ein, dann kann ich mit dieser Tastatur keinen Rechner bedienen, obwohl ich dadurch mein Stech-Training absolviere. Das Stech-Training verhält sich also konträr zur Rechnerbedienung.

Dennoch gibt es im Bereich der Moral keine parallelen Ordnungswelten, sondern nur die eine göttliche Ordnung, die von Gott gegeben wurde und die sich im Naturrecht wiederfindet. In allen Zeiten und Kulturen wurde die Homosexualität wenigstens teilweise geächtet, und über die medizinischen Folgen des Oral-oder Analverkehrs frage man am besten den Proktologen um die Ecke, samt Ärzten anderer Fachbereiche. Ist also etwas, wie die Theologie es ausdrückt, „objektiv ungeordnet“, so bedeutet dies, dass es absolut schlecht ist. Es kann also nie und nimmer gut sein. Eine Person kann zwar nicht wissen, dass etwas an sich schlecht ist und es subjektiv gut heißen, aber Nichtwissen ist nicht mit Nichtakzeptieren gleichzusetzen. Dies bedeutet in unserem Zusammenhang, dass die homosexuelle Neigung – und wir sprechen nur von der Neigung ohne Taten an sich – weder gut noch neutral ist. Sie ist an sich schlecht, denn „objektiv ungeordnet“. Denn aus Neigung entstehen Taten, aus Taten entstehen Gewohnheiten, aus Gewohnheiten entsteht ein Lebensstil, der in die Hölle führt. Nehmen wir ein anderes Beispiel. Jemand verspürt die Neigung, sich zur Bewusstlosigkeit zu betrinken. Manchmal gibt er dieser Neigung nach und betrinkt sich bewusstlos. Wenn ihm aber in „fortschrittlicher“ Beichtvater sagen würde:

Diese Neigung an sich ist nicht Schlechtes. Sie ist sogar eine „besondere Gabe“. Du darfst diese Neigung nicht bekämpfen oder unterdrücken, Du darfst nur keine Taten folgen lassen.

Wenn aber aus dieser Neigung Negatives (Trinken bis zum Umfallen) resultiert, wie kann denn diese Neigung an sich gut sein? Wie kann sie denn gepflegt werden? Ein homosexueller Geschlechtsakt, welcher Art auch immer, ist eine schwere, himmelschreiende Sünde, sodass alles, was zu dieser himmelschreienden Sünde führt ebenfalls an sich schlecht ist.

Leider wurde schon im Katechismus von Johannes Paul II, der wie wir wissen von Kardinal Schönborn bei seiner Entstehung beaufsichtigt wenn nicht gar geschrieben wurde,  Homosexualität viel zu positiv bewertet, entgegen der überlieferten Lehre der Kirche, so lesen wir darin:

Keuschheit und Homosexualität

2357 Homosexuell sind Beziehungen von Männern oder Frauen, die sich in geschlechtlicher Hinsicht ausschließlich oder vorwiegend zu Menschen gleichen Geschlechtes hingezogen fühlen. Homosexualität tritt in verschiedenen Zeiten und Kulturen in sehr wechselhaften Formen auf. Ihre psychische Entstehung ist noch weitgehend ungeklärt. Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet [Vgl. Gen 19, 1–29; Röm 1,24–27; 1 Kor 6,10; 1 Tim 1,10], hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, „dass die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind“ (CDF, Erkl. „Persona humana“ 8). Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen (Vgl. dazu auch 2333).

2358 Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen haben tiefsitzende homosexuelle Tendenzen. Diese Neigung, die objektiv ungeordnet ist, stellt für die meisten von ihnen eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen. Auch diese Menschen sind berufen, in ihrem Leben den Willen Gottes zu erfüllen und, wenn sie Christen sind, die Schwierigkeiten, die ihnen aus ihrer Verfasstheit erwachsen können, mit dem Kreuzesopfer des Herrn zu vereinen.

2359 Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit gerufen. Durch die Tugenden der Selbstbeherrschung, die zur inneren Freiheit erziehen, können und sollen sie sich – vielleicht auch mit Hilfe einer selbstlosen Freundschaft –‚ durch das Gebet und die sakramentale Gnade Schritt um Schritt, aber entschieden der christlichen Vollkommenheit annähern (Vgl. dazu auch 2347).

So lesen wir in 2357 von kultureller Beurteilung, darüber, dass „ihre psychische Entstehung weitgehend ungeklärt ist“, was nicht stimmt. Es ist eine sexuelle Perversion, die einer Persönlichkeitsstörung entwächst. Interessanterweise lautet die deutsche Übersetzung des lateinischen Originaltextes:

actus homosexualitatis suapte intrinseca natura esse inordinatos

die richtigerweise wie folgt heißen würde:

die homosexuellen Akte sind ihrer Natur nach ungeordnet

wahrscheinlich in der Übersetzung der deutschen Jesuiten, wie folgt:

„dass die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind“.

Was bedeutet aber „nicht in Ordnung“? Das ist doch Jugendsprache! Nr. 2358 spricht von „tiefsitzenden homosexuellen Tendenzen“, welche ebenfalls ein LGTB-Unsinn ist. Denn viele Homosexuelle sind bi- oder gar pansexuell und Sie finden kaum einen homosexuellen Mann, der keine sexuelle Erfahrungen mit Frauen hatte.  Warum sollte man aber jemanden, der:

a. eine an sich schlechte Neigung hegt,

b. unter ihrem Einfluss sich der sexuellen Perversion hingibt

„mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen“?

Was gibt es denn an diesen Praktiken zu achten? Diejenigen, die wissen wollen, worum es sich eigentlich handelt, verweisen wir auf den Blog von Joseph Sciambra,  der wirklich alles mitgemacht hat. Wirklich nur für erwachsene Erwachsene! (Achtung, wirklich sehr verstörender Inhalt! ) Was empfiehlt uns aber der JP2-Katechismus:

„Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen.“

Warum denn ungerecht? Wenn wir annehmen, dass der Unterschied zwischen einem homosexuellen Schaffner und einem heterosexuellen Schaffner darin besteht, dass sich der Erstere in seiner Freizeit der Sodomie hingibt, dann:

a. gibt es keine „Homosexualität“ an sich, sondern nur sexuell-perverse Praktiken,

oder

b. diese Praktiken besudeln dermaßen alles, was dieser Mensch tut, dass es eine Homosexualität an sich gibt und man diesen Menschen nicht um sich haben möchte.

Kehren wir aber zu der Änderung von Nr. 2358 zurück. Während in der Kathpedia-Ausgabe sich die Worte „objektiv ungeordnet“ einfinden, ist dieser sehr wichtige Ausdruck in anderen deutschen Katechismus-Ausgaben wie hier oder hier nicht zu finden. Was bedeutet das? Dass unsere lieben, deutschen Jesuiten, es schon früher umgeschrieben haben. Vielleicht wird der ganze Katechismus umgeschrieben, ohne das wir es merken? Vielleicht muss eine Catechism-Watch errichtet werden? Das also, was die Amerikaner jetzt entdeckt haben, besteht in der deutschen Fassung seit langem.

Während wir also in der lateinischen Originalfassung noch die Worte „objektiv ungeordnet“ lesen:

Cathechismus 2358

finden wir diese Worte in der deutschen Fassung auf der Vatikan-Seite nicht:

Katechismus 2358

Wir lesen nur etwas von den armen Opfern, die sich „ihre Veranlagung“, die es ja nicht gibt, „nicht selbst gewählt haben“. Über die Art und Weise dieser „Veranlagung“ finden wir aber nichts. Ist sie nicht schlecht oder „objektiv ungeordnet“, dann macht aber der nachfolgende Text keinen Sinn. Warum sich mit dem „Kreuzesopfer vereinen“? Warum nach Nr. 2359 keusch leben? Eigentlich ist dieser Text blasphemisch. Jemand spürt die Neigung zur sexuellen Perversion Nr. 32 und indem er sich dieser enthält „vereint er sich mit dem Kreuzesopfer des Herrn“? Er ist also ein Miterlöser? Man kann aber Gott nur das opfern, was an sich gut und rein ist.

Wenn aber Franziskus die katholische Lehre änderte, was eine neue formelle Häresie darstellt, wonach die Todesstrafe immer unzulässig sei, so ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann er die katholische Lehre über die Homosexualität ändert, wonach wohl ein sodomitischer Akt für jeden geboten sein wird. Warum denn besser und anders sein als die Monsignores X, Y, Z …? Interessanterweise gibt es päpstliche Positivisten, die ihren Verstand ausschalten, da sie das für katholisch halten, was der Papst sagt. Aber es ist umgekehrt. Der Papst sagt etwas, weil es katholisch ist. Er macht die Katholizität nicht aus. Anbei ein Auszug aus der Korrespondenz von DSDZ auf gloria.tv

Der User Tradition und Kontinuität (aha!) schrieb:

Wer seinen Verstand einsetzt wird problemlos erkennen, dass die Kirche mit ihrer Einschätzung der (gelebten) Homosexualität richtig lag (und liegt), bei der Todesstrafe jedoch irrte. Darum ist es Sophisterei die beiden Phänomene miteinander zu vergleichen. Homosexuelle Handlungen widersprechen der Menschenwürde genau so wie die Hinrichtung eines Menschen.

Darauf schrieb ihm DSDZ [der Schreiber dieser Zeilen] das Argument der schiefen Ebene auch Dammbruchargument anwendend folgendes:

Ich entwickle Ihr Argument weiter:

1. Wer seinen Verstand einsetzt wird problemlos erkennen, dass die Kirche mit ihrer Einschätzung der (gelebten) Pädophilie richtig lag (und liegt), bei der Homosexualität jedoch irrte. Darum ist es Sophisterei die beiden Phänomene miteinander zu vergleichen.

2. Wer seinen Verstand einsetzt wird problemlos erkennen, dass die Kirche mit ihrer Einschätzung der (gelebten) Zoophilie richtig lag (und liegt), bei der Pädophilie jedoch irrte. Darum ist es Sophisterei die beiden Phänomene miteinander zu vergleichen.

3. Wer seinen Verstand einsetzt wird problemlos erkennen, dass die Kirche mit ihrer Einschätzung der (gelebten) Nekrophilie richtig lag (und liegt), bei der Zoophilie jedoch irrte. Darum ist es Sophisterei die beiden Phänomene miteinander zu vergleichen.

4. Etc. etc.

Alles im Sinne der Tradition und Kontinuität oder eher der Letztern, der „Evolution des Dogmas“ oder der Gradualität subsistit in nach Schönborn. Und wie wird der Wiener Kardinal argumentieren:

„Nach der Logik des Zweiten Vatikanischen Konzils der eheliche Akt subsistit in [in] dem homosexuellen Akt, ist von im nur graduell verschieden ….“

Und deswegen war das Vat. II so verhängnisvoll, weil nach diesem Unkonzil alles in allem „graduell“ subsistiert.

Ist die Wahrheit veränderlich, da „dynamisch“ ist, wie neulich Msgr. Fischella meinte, indem er sich auf die Antilehre des Antipapstes Franziskus berief:

„Wahrheit ist eine Begegnung“ – so hat es Papst Franziskus einmal griffig bei einer seiner Frühmessen in der Casa Santa Marta formuliert. Auch als Glaubender würde er nicht „von absoluter Wahrheit sprechen im Sinne, dass absolut das ist, was los, frei von jeglicher Beziehung ist“, schrieb der Papst im September 2013 in einem Brief an den italienischen Journalisten Eugenio Scalfari. „Nach dem christlichen Glauben ist die Wahrheit die Liebe Gottes zu uns in Jesus Christus. Wahrheit ist also eine Beziehung! Dafür spricht, dass auch jeder von uns die Wahrheit von sich selbst her erfasst und ausdrückt – von seiner Geschichte und Kultur, von der Situation, in der er lebt, usw. Das heißt nicht, dass Wahrheit veränderlich und subjektiv wäre, im Gegenteil. Aber es bedeutet, dass sie sich uns immer nur als Weg und Leben gibt.“

In diesem Falle kann man wirklich alles „graduell“, nach Schönborn, „subsistieren“. Führt denn die Sodomie zu Verdummung? Nach hl. Thomas von Aquin schon, da er unter die Töchter der Wolllust (luxuria) die caecitas mentis – „Verblendung des Verstandes“ stellt (Summ. theol. 22 q. 53. 6. o.et. q. 153 4.5. o.). Da die Sünde wider die Natur (contra naturam),  die schwerste Art der Luxuria darstellt (Summ. theol. 22 q. 154. 11 o. et q. 153 4.5. o), so verblenden diese Sünden am meisten den Verstand. Dennoch steht, nach dem hl. Thomas, an der ersten Stelle der Sünden wider die Natur (contra naturam):

  1. Zoophilie – Sex mit Tieren  (bestialitas)
  2. Analverkehr unter Männern (sodomia – coitus masculorum)
  3. Verhütung, Anal- oder Oralverkehr mit einer Frau (cum muliere contra naturam)
  4. Petting, Masturbation (mollities)

Nur ein sexueller Akt, welcher der Zeugung dient ist secundum naturam – „der Natur gemäß“, weil Sex, nach der göttlichen Ordnung, der Fortpflanzung dient. Dies bedeutet, dass Verhütung in der Ehe genauso wider die Natur (contra naturam) wie Sodomie ist. Sie unterscheidet sich also von der Letzteren nicht wesentlich, sondern lediglich dem Grad nach. Es kann also sein, wie Ann Barnhardt mehrmals meinte, dass wir alle durch den widernatürlichen Sex verdummen. „Dumm f… gut“, sagt der Volksmund, wobei er die Ursache (causa) und nicht das Ziel (finis) im Auge hat. Ist man aber dumm am Anfang, dann verdummt man durch Sex noch mehr, durch widernatürlichen Sex natürlich weitaus mehr, was die letzen „lehramtlichen“ Dokumente des Vatikans erklärt. Halten wir uns im Gnadenstand und vergleichen die verschiedenen Katechismus-Versionen. Am besten lesen wir nur den Catechismus Romanus des Tridentinischen Konzils, denn man sieht ja, was alles bei diesem „Fortschritt“ und „Wahrheit als Dialog“ herauskommt. Zuerst Gutheißung und dann wohl die Anstiftung zur Sodomie.

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3 Einträge zu „Vatikan ändert den Katechismus bezüglich der Homosexualität (Nr. 2358)

  • Sehr geehrter DSDZ,
    zu Ihrer Aussage – Eigentlich ist dieser Text blasphemisch. Jemand spürt die Neigung zur sexuellen Perversion nr. 32 und indem er sich dieser enthält „vereint er sich mit dem Kreuzesopfer des Herrn“? – habe ich eine Frage:

    Ich verstehe es so richtig, dass das bloße Enthalten von einer Sünde bzw. das Nichtnachgeben einer sündhaften Neigung (egal welcher Art) GOTT nicht aufgeopfert werden kann, da das objektiv Schlechte eben kein Opfer für GOTT darstellt. Das verstehe ich grundsätzlich schon.

    Allerdings stellt wohl der Kampf gegen einen äußeren Feind / etwas außerhalb der eigenen Neigungen objektiv Schlechtes (z.B. der Kampf der Kreuzritter gegen den Islam oder der Kampf von Lebensrechtlern gegen Kindertöter) etwas Positives dar, und kann m.E. GOTT aufgeopfert werden.
    Kann daher die eigentliche Kampfhandlung gegen etwas dem Menschen innewohnenden objektiv Schlechtes (ob die Neigung zum Saufen, zum Ehebruch oder Homo) – z.B. das Gebet, das Fasten usw. – nicht GOTT aufgeopfert werden?

    Ich frage einfach noch einmal zur Klarstellung nach – eigentlich hat sich die Frage gerade beim Schreiben beantwortet. Der positive Kampf darf m.E. aufgeopfert werden, das bloße Auslassen des Negativen dagegen nicht, oder?!

    • @ Tom

      Man unterscheidet grundsätzlich zwischen:
      1. Negativen Akten
      2. Positiven Akten

      ad 1.
      Das sind die Enthaltungsakte: ich stehle heute der alten Damen keine Handtasche, werde zur Abwechslung nicht lügen und mich nicht sinnlos betrinken.

      ad 2.
      Das sind die eigentlichen Handlungen, indem man durch die Handlung etwas Neues schafft. Ich speise die Armen oder im Negativen ich bringe gestohlenes Gut nach Hause.

      Das Sich-Enthalten von sündhaften Handlungen gehört zu 1. Es ist der erste Schritt auf dem Weg der Tugend, aber noch keine Tugend, nichts positiv Gutes, nach 2., was aufgeopfert werden könnte.

      Wie ich schon beim Podcast über das Gelübte sagte. Das, was man Gott geloben kann, muss besser als sein Gegenteil sein, aber im Sinne von 2.

      Irgendwo steht es bei Paulus: es ist nicht gleich, ob ihr als Diebe oder als Christen leidet.

      Keuschheit um des Himmelsreichs willen ist der Verzicht aus ein natürliches Gut – Kinder. Man verzichtet also auf etwas Gutes und opfert es Gott auf. Man verzichtet nicht auf etwas Schlechtes, denn sonst:

      – ich habe niemanden zusammengeschlagen, opfere diese Unterlassung Gott auf und „vereinige mich mit dem Kreuzesopfer Christi“
      – ich habe heute keinen Crack geraucht, opfere etc.
      – ich habe heute keinen Anlagebetrug begangen etc.

      Kampfhandlung ist eine Handlung und nicht nur eine Unterlassung.
      Nochmals: das Sich-Enthalten vom Bösen ist der erste Schritt auf dem Weg zur Tugend, aber noch keine Tugend, die ein Opfer darstellen kann. Das Opfer muss etwas Gutes und Würdiges darstellen. Dieses stellt ein Verteidigungskrieg, Kreuzritter, dar.

      Der Katechismus hätte schreiben sollen: Homosexuelle sollen Gott um Gnade bieten, um ihren ungeordneten Neigungen widerstehen zu können und strikt alles meiden, was für sie eine Gefahr des Falles darstellt. Aber das würde ja voraussetzen, dass die Neigung an sich „objektiv ungeordnet“ ist.

      Der positive Kampf darf m.E. aufgeopfert werden, das bloße Auslassen des Negativen dagegen nicht, oder?!

      Ja, genauso ist es. Eine positive gute Tat schon.

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