Tradition und Glauben

Priestertum und Zölibat (6 von 12): Untersuchung der Einwände gegen das Zölibat (iii) Auf Glaubensabfall folgt Zölibatsbruch.

Wir haben mehr als einmal darüber geschrieben. Wie sieht der „Glaubensverlust“, wie es so hoch romantisch heißt, eigentlich in Praxis aus: Er betet nicht. Er beichtet nicht. Er glaubt immer weniger, weil die Glaubenswahrheiten „seiner konkreten Lebenswirklichkeit“ angepasst werden müssen. Er hat einmal Sex. Er hat immer mehr Sex mit wechselnden Partnerinnen/Partnern. Er legt sich auf eine Konkubine fest, weil es so bequemer ist. Er engagiert sich „Wir sind die Kirche“ sowie für die „Aufhebung des Zwangszölibats“. Es ist widerwärtig und kein Grund ihn zu bedauern. Ja, wir haben ausreichend viel für ihn gebetet. Auf Glaubensabfall folgt Zölibatsbruch Obwohl im Zuge der sexuellen Revolution oft und gerne behauptet wird, dass die Sexualität ein menschliches Grundbedürfnis darstellt, so ist, psychologisch gesehen, das eigentliche Grundbedürfnis das Bedürfnis nach Nähe (intimacy).[1] Wird das letztere Bedürfnis, welches das Suchen nach Selbstachtung, Identität, Freundschaft und Wertschätzung widerspiegelt, anders als sexuell befriedigt, so spielt die sexuelle Komponente in den zwischenmenschenschlichen Beziehungen eine geringere Rolle und das Zölibat selbst wird als befreiend und bereichernd erfahren.[2] a. Aus mehreren Befragungen von Geistlichen zum Thema Zölibat geht hervor, dass sowohl diejenigen, die das Zölibat halten, als auch diejenigen, die diese Lebensweise aufgegeben haben, den größten Vorzug des Zölibats in der Quantität und Qualität der zwischenmenschlichen Beziehungen sehen.[3] b. So berichten viele Zölibatäre von einer Entwicklung ihrer interpersonellen Fähigkeiten, vom wachsenden Mitgefühl, Offenheit und Sensibilität. Einer der Respondenten legt diese Entwicklung wie folgt dar: „Es entsteht eine Freiheit, die Freiheit großherzig und authentisch zu lieben, großherzig ohne ausschließlich sein zu müssen und [durch die Wahl des Einzelnen] alle anderen auszuschließen“.[4] Die Möglichkeit die altruistische Liebe vielen Menschen auf verschiedene Art und Weise, unter Ausschließung des beschränkenden, sexuellen Aspekts, mitteilen zu können, wird als eine große Freiheit empfunden. Als ebenso befreiend wird die Erfahrung beschrieben von mehr als einer Person geliebt…

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