Priestertum und Zölibat (10 von 12): Historisch-traditionelle Argumente für das Zölibat

 

Geweihte verheiratete Männer durften nach der Weihe keinen ehelichen Sex haben. Punkt. Sonst gab es Kirchenstrafen. Und was passierte mit der Frau? Ins Kloster. Das Zölibat ist ein höheres Gut. Mit der Zeit weihte man unverheiratete und das Ehefrau-ins-Kloster-Problem fiel weg. Es ist absoluter Unsinn zu sagen, dass das Zölibat ein „mittelalterliches Gesetz“ ist. Die älteste Zölibatsgesetzgebung stammt noch aus dem Zeiten vor dem ersten Konzil, was nicht bedeutet, dass es früher nicht galt. Es wurde da erstmal dekretiert, ja, weil dagegen verstoßen wurde. Was haben die Leute nur mit dem Sex?

Historisch-traditionelle Argumente für das Zölibat

  1. Die gegenwärtigen Zölibatsdiskussionen, welche, auch unter Berufung auf die Praxis der Alten Kirche, meistens in der Forderung nach der Weihe von verheirateten Männern, den sog. viri probati münden, scheinen einen wichtigen Umstand dieser Weihepraxis nicht zur Kenntnis zu nehmen.[1] So ist es zwar korrekt zu behaupten, dass in den ersten Jahrhunderten verheiratete Männer zu den höheren Weihen des Diakons, Priesters oder Bischofs zugelassen wurden, die Geweihten aber ab dem Moment der Weihe ihre Ehe nicht mehr gebrauchen durften, d.h. weder mit ihren Ehefrauen sexuell verkehren, noch mit diesen in einem Haus wohnen durften. Da solch eine Entscheidung auch von den Ehefrauen gebilligt und mitgetragen werden musste,[2] so darf angenommen werden, dass die Entscheidung die höheren Weihen zu empfangen eine familiäre Entscheidung darstellte.

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