Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (31). Erkenntnis des Menschen, Erkenntnis der Engel. Geistliche Führung.

Fünftes Kapitel

Das Urteil bei dieser Unterscheidung ist nicht gewiss und untrüglich, wenn keine ausdrückliche Offenbarung hinzukommt. Es wird gar Vieles dazu erfordert, um auf künstliche Weise die verschiedenen Geister richtig zu unterscheiden. Es werden zu diesem Ende einige Regeln vorgeschrieben.

Die unten angegebenen Passagen behandeln zwei Themenbereiche, die wir dennoch in einem Beitrag zusammenführen wollen:

  1. Erkenntnis
  2. Geistliche Leitung

Wie richtigerweise Kardinal Bona schreibt und was wir schon mehrmals erwähnt haben, erkennt der Engel, der gute oder der gefallene, alles auf einmal, während der Mensch sukzessiv schlussfolgert. Die Erkenntnislehre der Engel ist beim hl. Thomas sehr eingehend dargestellt (Summ. theol. IIae, q. 54 bis 58) und bei Diekamp-Jüssen (Katholische Dogmatik, Wil: Alverna 2012, 376-377) gut zusammengefasst.

Warum interessiert uns die Erkenntnis der Engel?

Weil entweder Gott sich selbst uns durch seinen Engel mitteilt, sodass der gute Engel uns Anteil an seiner eigenen Erkenntnis gibt oder der gefallene Engel, der ebenfalls eine Engelsnatur  besitzt, teilt sich uns mit. Zwar gibt es eine Minderheit der Theologen, welche annehmen, dass Gott sich den Geschöpfen unmittelbar und somit ohne die Vermittlung der Engel mitteilen kann, wir aber verwerfen diese Ansicht  mit der Mehrheit der Theologen und glauben, dass alles Übernatürliche uns durch Engel, gute oder gefallene, zuteil wird.

Wie kann man sich diese Erkenntnis der Engel vorstellen?

Denken Sie an Ihre Schulzeit zurück, an Mathe- oder Physikunterricht. Sie haben dort Beweise gelernt, welche von einer Prämisse – dem Vordersatz – ausgingen, auf welcher die Nachsätze schlussfolgernd aufbauten: Wenn A, dann B, wenn B dann C etc. Und am Ende dieser Beweiskette, wenn Sie aufgepasst haben und den Beweis nachvollziehen konnten, machte es bei Ihnen „Klick“. Sie haben es verstanden und sahen sozusagen das Ganze auf einmal. Beim Engel macht es gleich „Klick“ und er sieht alles nicht sozusagen auf Einmal, sondern real auf Einmal. Er sieht die Beweise, er sieht alles. Und daher kann man sagen, dass all diese Geistesblitze, Erleuchtungen oder wie wir es nennen wollen, von Engeln gewirkt werden. Der Engel kann nicht irren, auch der gefallene nicht. Der Letztere sieht es alles, lehnt aber die göttliche Ordnung ab, weil er auch einen freien Willen hat.

Der Mensch kann auf dreierlei Weisen irren:

a. indem der von der falschen Prämisse ausgeht,

b. indem er Fehler bei der Schlussfolgerung macht.

c. indem er nicht über ausreichend Wissen verfügt.

Nehmen wir zum Beispiel Medjugorje, wenn wir von der falschen Prämisse ausgehen:

Mutter Gottes ist in Medjugorje erschienen

weil

diese Erscheinung es so gesagt hat

und danach die ganze katholische Lehre mit den „Botschaften“ von Medjugorje abgleichen, dann begehen wir den logischen Fehler petitio principii, denn wir können ja nicht wissen, ob es wirklich die Mutter Gottes ist, die in Medjugorje erscheint. Auch sehr intelligente und gut schlussfolgernde Menschen können irren, wenn sie von der falschen Prämisse ausgehen.

Wir können natürlich bei b. und c. irren, was weitaus öfters vorkommt. Der Engel an sich kann nicht irren, der gefallene Engel  jedoch kann uns anlügen und in die Irre führen.

Wie unterscheidet man diese denn?

Indem man jemanden fragt, der sich auskennt. Ja, ja, ja. Solche Menschen haben wir in der Novus Ordo Kirche kaum, siehe Medjugorje, aber diese Ratschläge betreffen wirklich nur diejenigen Menschen, die durchaus vorhanden sind, welche übernatürliche (von Gott kommende) oder paranormale (vom Dämon kommende) Erlebnisse haben. So etwas kommt selten vor, dennoch in der letzten Zeit immer öfters. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Ihr Novus Ordo oder gar Vetus Ordo Pfarrer auskennen wird, ist wirklich minimal. Warum? Weil sie fast alle das Zölibat nicht einhalten, manche leider auf sodomitische Art und Weise, bei Vetus Ordo leider auch und somit jegliche geistliche Unterscheidungsgabe völlig einbüßen, denn sie leben in Todsünde. Diejenigen aber, die in keiner Todsünde leben, haben zu wenig geistliche Erleuchtung, welche von der Alten Messe, dem Altem Brevier, Betrachtung, Abtötung und geistlicher Lesung kommt, um sich dort auszukennen, denn um sich wirklich auszukennen, muss man es erfahren und außerdem viel lesen, meistens auf Lateinisch. Dennoch ist es gut bei der Beichte solche Erlebnisse zu bekennen, falls man diese hat, um dem Teufel, der dahinter stecken kann, den Weg abzuschneiden. Der Beichtvater wird nichts wissen, Sie wahrscheinlich auslachen oder an einen Psychiater verweisen, aber Ihnen selbst werden Ideen und Lösungen kommen, die Sie vorher nicht hatten. So wirkt Gott bei jenen, die sich verdemütigen und solch ein Bekenntnis ist sehr demütigend. Wissen Sie aber ganz sicher, dass Ihr Beichtvater in Sünde lebt und Sie haben wirklich keinen anderen zur Hand, dann hören Sie sich ganz genau an, was er Ihnen sagt und machen gerade das Umgekehrte. Denn so werden Sie erfahren, was der Teufel will und tricksen diesen aus. Da tun sich wirklich Abgründe an Weisheit auf, wenn man so verfährt und so kann sich Gott sogar der sodomitischen Konkubinarierpriester bedienen. Ist das nicht schön?

 

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