Medjugorje: Erklärung des Ortsbischofs Ratko Perić (4 von 7)

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Ein Argument, das oft zugunsten von Medjugorje fällt sind die vielen Bekehrungen und Beichten. Aber wozu bekehren sich diese Leute? Zum Medjugorismus oder Katholizismus? Der Teufel kann auch Bekehrungen wirken, siehe Martin Luther und zu Frömmigkeitsübungen anstiften, um am Ende von Gott weg zu führen. Was die Gospa in Medjugorje sagte, wird zum höchsten Glaubenskriterium.

V. WAS BEWEISEN GEBETE UND BEICHTEN?

1 Gebet als Rahmen. Das Gebet ist ein wichtiger Faktor in den „Erscheinungen‟ von Medjugorje. Ungefähr während das Vater Unser gebetet wird, beginnen in den meisten Fällen die „Erscheinungen‟ für die „Seher‟. Sie hören sogar auf zu beten, so dass man der „Erscheinung‟ einige Minuten lang folgen kann.

2. Eine Botschaft: „Betet nicht‟. Am 16. Oktober 1981: „Sie sagte ihnen auch, dass sie nicht für sich selbst zu beten bräuchten, da sie [die Erscheinung, Anm. d. Übs.] sie [die „Seher‟ Anm. d. Übs.] aufs Beste belohnt hätte. Sie sollten stattdessen für andere beten.‟[9]

Die Madonna der Bibel wird niemals sagen, dass die Menschen nicht für sich selbst zu beten bräuchten, und dass die „Belohnung der Erscheinungen‟ das persönliche Gebet ersetze. Dies ist falsche Lehre. Sogar Jesus betete an erster Stelle für sich, dann für seine Apostel und dann für die ganze Welt „damit sie alle eins seien‟ (Joh 17).

3. Eine Botschaft, für Bischof Žanić zu beten. Bezüglich einer Gebetsgruppe von Medjugorje „hat die Madonna gebeten, dass sie zweimal die Woche bei Wasser und Brot fasten. Drei Monate später fasteten wir dreimal pro Woche bei Wasser und Brot. Die Gruppe opfert die meisten ihrer Gebetefür ihn (Bischof Žanić). Wir opfern oft unsere Anbetung, Rosenkränze und Besuche des Erscheinungsortes, an dem wir bis weit in die Nacht hinein beten, für ihn auf. Gott wird auf unser Gebet und Fasten sehen.‟[10] So schrieb Fr. Tomislav Vlašić OFM, am 8 Januar 1984.

            Das Phänomen [die angebliche Marienerscheinung Red.] begründete eine Gebetsgruppe um Fr. Tomislav Vlašić OFM, der sich in einem Brief von 1984 dem Papst als denjenigen vorstellte, „der durch göttliche Vorsehung die Seher von Medjugorje betreut‟.[11] Diese Gruppe hat gebetet und gefastet, nur damit der Bischof den Halluzinationen nachgibt. Sie bauten auch ein Kloster in Medjugorje mit an die 100 Betten und dachten nicht einmal daran, den Bischof hierfür um Erlaubnis zu bitten. Dann  wurde der „Mystifizierer‟ Fr. Vlašić kürzlich aus seiner Führungsrolle in der Gebetsgruppe entfernt, nachdem er während Exerzitien in Medjugorie das Spirituelle mit Spiritismus vermischt hatte!

4. Er hätte können, wollte aber nicht? In einem Interview von 1993, während des Höhepunkts des Krieges, sagte der „Seher‟ Jakov:

„Die Madonna bat mich heute, wie jeden Tag während der letzten zwölf Jahre, um den Frieden im ehemaligen Jugoslawien zu beten. Die Jungfrau überzeugte mich, dass ich den Krieg mit meinen Gebeten stoppen kann …‟.[12]

            Wäre dies nicht so naiv, fragte sich ein normaler Gläubiger: wenn der „Seher‟ in der Lage war den Krieg in Ex-Jugoslawien zu stoppen, warum hat er dann nicht gebetet und ihn zu Ende gebracht? Doch während des Krieges wurden mehr als zwei Millionen Menschen vertrieben, über 100.000 getötet, tausende religiöse Stätten und zehntausende Häuser wurden zerstört, und dann wurde uns das ungerechte Dayton Abkommen aufgezwungen!

5. Kann Gebet als Beweis gelten? Es gibt Menschen in der Kirche, die sagen: Wenn die Leute zu Gott beten, lasst sie nach Medjugorje gehen, lasst sie ihre Wallfahrten machen und beten. Es ist besser für sie zu beten als nicht zu beten, besser „die Madonna von Medjugorje‟ zu verehren als überhaupt keine Madonna!

            Zweitausend Jahre lang hat die Kirche die Gläubigen gelehrt, sie sollten beten, fasten, Buße tun, zur Beichte gehen und umkehren. Sie verbietet niemandem zu Gott zu beten wo immer es ihnen gefällt. Dennoch erlaubt sie keine „Pilgerreisen zu einem Ort der Erscheinungen‟, die nicht als echt anerkannt sind, dass dort Gebete in den Kirchen am Altar verrichtet werden. [Weil es keine offizielle Kultstätte ist. Red.] Sie tut dies, damit die Wahrheit von der Unwahrheit getrennt sei und die wahre Lehre unterschieden von falscher Lehre.

            Als wäre es wirklich für jemanden nötig, tausende von Kilometern von Korea oder Irland nach Medjugorje zu reisen, nur um einen Rosenkranz zu beten oder zu beichten. Jesus jedoch lehrt uns „geh in dein Kämmerlein‟ und „bete zu deinem Vater im Verborgenen.‟ (Mt 6:6 Henne/Rösch).

            Beweisen jene die sagen, sie seien über dreißig Mal nach Medjugorje gefahren wirklich, dass sie sich „bekehrt‟ haben, wenn sie dies sagen? Dies könnte ein echtes Zeichen sein, dass sie sich noch nicht bekehrt haben.[13] Ein wirklich bekehrter Mensch würde niemals damit angeben, sondern dies vielmehr durch sein Leben zeigen!

            Wenn die Gläubigen der Pfarrei St. Jakobus in Medjugorje ihre Sünden ernsthaft bekennen und beten, ohne Rücksicht all diese „Erscheinungen‟, die sich eher geben wie ein Kinderreim, erhalten sie hierbei sicherlich dieselben himmlischen Gnaden wie andere Gläubige, die beten und in katholischen Kirchen auf der ganzen Welt die Sakramente gültig empfangen. Die Ortskirche hat dies immer geglaubt.[14]

[9] O. P., p. 111.

[10] O. P., p. 126.

[11] O. P., p. 56.

[12] O. P., p. 37.

[13] O. P., pp. 229-230.

[14] O. P., pp. 268-269.

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Ein Gedanke zu „Medjugorje: Erklärung des Ortsbischofs Ratko Perić (4 von 7)

  1. Zu den „Früchten“ (häufige Beichten, feierliche Prozessionen, ehrfürchtige Andachtsatmosphäre und Bekehrungen) sine ira et studio: Schaue ich in die (von mir häufig besuchte) Kapelle St. Athanasius in Hattersheim bei Frankfurt a.M., so finde ich dies dort auch alles, nur wegen fehlendem Ferntourismus, Bustouren, Reklame etc. in kleinerem Maßstab.

    Dort geht man mit Bekehrungen diskret um, i.d.R. erfährt man sie „offiziell“ erst bei den Todesvermeldungen durch den Priester. Wie oft hört man dann, dass der Kontakt zum traditionellen Glauben gesucht, gefördert und schlußendlich gefunden wurde – unbemerkt. Ebenso ist dort der Beichtstuhl fast immer besetzt, die Andachten von echter Hingabe geprägt und die Prozessionen feierlich. Folglich sind die besagten „Früchte“ durchaus kein solitäres Ereignis, welches geeignet wäre, als Beweis für Erscheinungen zu dienen.

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