Medjugorje: Erklärung des Ortsbischofs Ratko Perić (5 von 7)

Alle, wirklich alle kirchlichen Untersuchungen und Kommissionen seit 1981 kamen zu negativen Ergebnissen. Deswegen will der Antipapst Franziskus diese ganze Medjugorje-Chose aufleben lassen, um noch mehr zu spalten und zu verwirren. So einfach ist das. 

VI. WIE VIELE KIRCHLICHE KOMMISSIONEN UND INTERVENTIONEN GAB ES?

            Gegen Ende Juni 1981 begann die sensationelle Nachricht von „Erscheinungen der Madonna“ an Kinder in Medjugorje sich durch die Massenmedien zu verbreiten. Mitte August des selben Jahres betonte der Bischof von Mostar-Duvno, Msgr. Pavao Žanić nach Gesprächen mit den sogenannten Sehern am 21. Juli in seinem ersten Statement, dass es die schwierigste Frage sei zu entscheiden, ob dies eine „subjektive Erfahrung der Kinder oder übernatürlich“ sei.[15] Obgleich er den Papst und den Heiligen Stuhl bei zahlreichen Gelegenheiten bezüglich der verschiedenen Meinungen zu Medjugorje informiert hatte fühlte der Bischof, dass es notwendig sei, eine diözesane Kommission zu errichten, um die Ereignisse zu untersuchen.

A – Das Diözesanbüro der Diözese Mostar

Die erste Kirchenkommission (1982–1984)

            Bishop Žanić richtete die erste Kommission am 11. Januar 1982 ein, welche die Vorgänge bis 1984 untersuchte.[16] Sie bestand aus vier Priestern, drei Diözesanpriestern und einem Ordenspriester der Franziskaner.[17]

            Die neuen Entdeckungen des Bischofs. Die Kommission hatte sich noch nicht einmal getroffen, als am 14. Januar 1982 etwas geschah, was die Einstellung des Bischofs ein für allemal prägte. An diesem Tag kamen drei der „Seher“ mit der Botschaft der „Madonna“ nach Mostar, dass der Bischof bezüglich des berühmten Falles Herzegovina zu hastig gehandelt hatte, da er versuchte, zwei franziskanische Hilfspfarrer zu versetzen, die in Mostar Probleme verursachten. Als der Bischof, der sein Leben lang die Madonna mit zahlreichen Andachten und Pilgerreisen verehrt hatte, hörte, dass das Phänomen ihn der irreligiösen Unordnung in Bezug auf die Pfarreien beschuldigte, dass es in ihm nicht einen gläubigen Sohn der Kirche und der Madonna erkannte, der Mutter der Kirche, der man ein Jahr zuvor, 1980, die Kathedrale von Mostar geweiht hatte, dass das Phänomen unfolgsame Ordensbrüder verteidigte, welche die normale Funktion der Kathedrale behinderten, begann er, die „Botschaften‟ und „Erscheinungen‟ in Medjugorje mit Misstrauen zu betrachten. Trotz alledem begann die Kommission ihre Arbeit.

            Das „große Zeichen‟. Die Kommission führte mehrere Gespräche mit den „Sehern‟. 1982 brachte das dritte Treffen einige Ergebnisse. Auf den Wunsch des Bischofs hin bat die Kommission die „Seher‟, in doppelter Ausführung niederzuschreiben, was für eine Art von „großem Zeichen‟ erscheinen sollte, wenn es geschehen würde. Sie sollten ihre Antworten dann in zwei Umschläge stecken und diese versiegeln. Einer der Umschläge sollte von ihnen verwahrt werden, der andere im Pfarramt. Wenn das „große Zeichen‟ erschiene, würden die Briefumschläge geöffnet und die Wahrheit überprüft. Jedoch weigerten sich fünf der „Seher‟, die Fragen zu beantworten, da die Madonna ihnen dies verbiete. Jedoch der Seminarist Ivan antwortete schriftlich auf die Fragen. Er sagte sogar, dass die Madonna ihm nicht verbot, die Fragen zu beantworten. Seine Anwort war mehr als unpassend. Eine große Anzahl von Lügen und Tricks sind an dieses „große Zeichen‟ gebunden, besonders bestätigt von Fr. Slavko Barbarić OFM, das bis zu diesem Tag nicht geschehen ist.[18]

            Die Antwort des Heiligen Stuhls. Im November 1983 fragte die Glaubenskongregation den Bischof, ob die Kommission zu Ergebnissen gekommen sei. Bischof Žanić schrieb eine Studie über Medjugorje und den Fall Herzegovina, den er an Joseph Kardinal Ratzinger sandte. In der Zusammenfassung äußerte er sich zur Frage der „Erscheinungen‟:

            Sind sie von Gott? – Die „Madonna von Medjugorje‟ hat mehr Unordnung und Verwirrung hierher gebracht als zuvor da war! Er sieht nicht, wie er sie als von Gott kommend annehmen kann.

            Sind sie vom Teufel? – Er hat ebenso Schwierigkeiten diese Hypothese anzunehmen, sogar obwohl ihm dieser Gedanke auch schon gekommen war.

            Ist das alles Schwindel? – Von Anfang an kann man feststellen, dass die Kinder manchmal gelogen haben. Bisweilen ist klar, das was sie sagen das ist, was sie von den Franziskanern gehört haben, besonders bezüglich der „Sache Herzegovina‟. Der Bischof fährt fort indem er sagt, dass er das Urteil der Kommission und das Aufhören der „Erscheinungen‟ erwartet. Der Bischof wartete siebzehn Jahre, und er konnte am 11. Januar 2000 (dem Tag seines Todes) die Madonna im Himmel sehen, bevor er die „Visionen‟ von Medjugorje aufhören sah.

Die Zweite erweiterte Kommission (1984 – 1986)

            1984 entschied sich Bischof Žanić, die erste Kommission zu erweitern. Er schrieb an alle theologischen Fakultäten in Jugoslawien und bat um die Erlaubnis bestimmter Ordensoberen, dass ihre Experten der Kommission beiträten.

            Die zweite Kommission hatte fünfzehn Mitglieder: Zwölf Priester und drei medizinische Sachverständige. Sie hielten insgesamt sieben Sitzungen ab. Die erste war im März 1984 in Mostar, und die siebte in derselben Stadt im Mai 1986, während der die Kommission ihre Arbeit beendete. Die Mitglieder der Kommission stimmten bezüglich der folgenden Frage ab: Non constat de supernaturalitate (11 stimmten ‚dafür‛, 2 ‚dagegen‛, 1 akzeptierte ‚in nucleo‛, 1 enthielt sich der Stimme). Die Kommission erstellte eine zusammenfassende „Erklärung‟, in der die „unakzeptablen‟ Behauptungen und „grotesken‟ Erklärungen aufgelistet wurden, die dem merkwürdigen Phänomen zugeschrieben wurden. Die Kommission stellte auch fest, dass weder weitere Untersuchungen noch der Aufschub des offiziellen Urteils der Kirche notwendig seien. Der Bischof informierte die Bischofskonferenz und den Heiligen Stuhl ordnungsgemäß, anschließend informierte er die Öffentichkeit während seiner Predigt 1987 in Medjugorje.[19]

            Zwei Mitglieder dieser Kommission veröffentlichten ihre wissenschaftlichen Berichte in den Sektoren, die ihnen zugewiesen worden waren: Don Nikola Bulat[20] und Msgr. Mato Zovkić.[21]

Die wohlbekannte negative Haltung des Bischofs, welche er 1990 in 28 Punkten zusammenfasste, ist bedeutsam, da sie von der nicht authentischen Natur dieser übernatürlichen Erscheinungen spricht.[22]

            Im August 1993 übergab Bischof Žanić die Verwaltung der Diözese an seinen Nachfolger, der seine Arbeit auf gleiche Weise fortführte.

[15] O. P., p. 192.

[16] O. P., p. 43.

[17] Crkva na Kamenu, 2/1981, p. 1.

[18] O. P., pp. 102-108. Fr. Slavko Barbarić OFM starb am 24. November 2000. Am Tag nach seinem Tod kan eine Botschaft von der „Erscheinung‟: Ich freue mich mit euch und möchte euch mitteilen, dass euer Bruder Slavko in den Himmel geboren wurde und er bittet für euch. Dies bedeutet, dass sie nicht mehr für ihn zu beten brauchen, sondern dass sie zu ihm beten können!

[19] O. P., pp. 47-50.

[20] N. Bulat, Istina će vas osloboditi. Studija o nekim međugorskim pitanjima (1986.). Nepouzdanost izvora i nedoličnost poruka (Die Wahrheit wird euch frei machen. Eine Studie über einige Aspekte von Medjugorje /1986/. Die Unglaubwürdigkeit der Quellen und die Ungehörigkeit der Botschaften), Mostar, 2006. Predgovor (Preface), pp. 7-14.

[21] M. Zovkić, Problematični elementi u fenomenu Međugorja (Problematische Elemente im Phänomen von Medjugorje), u: Bogoslovska smotra, 1-2/1993., pp. 76-87. Siehe auch Zovkićeva prosudba međugorskih zbivanja, (Zovkić’s Urteil über die Ereignisse von Medjugorje), in: „U Službi riječi i Božjega naroda“, Sarajevo, 2007, pp. 721-745.

[22] O. P., p. 196.

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