Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (16 von 21)

Wie oft hören Sie schon jemanden in diesem Leben sagen:

„Das geschieht mir recht. Ich habe es verdient“.

Da aber „das Auge der Seele“, um es mit Plato zu sagen, von der Eigenliebe verblendet ist, ist man auch nicht in der Lage die objektive Wirklichkeit zu erkennen:

„Das ist der gerade Winkel und die Wand, die ich gebaut habe, ist schief“.

Weil einen die Sünde, ja auch die lässliche Sünde, einen dermaßen nach unten zieht und verblendet, wovon kürzlich die Rede war, deswegen halten so viele Menschen für keine Sünde etwas, was eine Sünde ist. Erst beim Tod, beim persönlichen Gericht erfährt man die ganze objektive Wirklichkeit und weiß, wie man daneben gelegen hat. Weil wir aber verpflichtet sind uns moralisch, geistig und intellektuell zu entwickeln, so werden wir auch danach gerichtet, was wir nicht erkannt haben. Im Augenblick des persönlichen Gerichts sieht man wirklich alles, was alle Nahtoderfahrungen bestätigen, welche die Menschen sehr grundlegend wandeln. Und deswegen ist dieses nachkonziliare Gerede so verhängnisvoll, die uns unsere „armen, guten Priester, die es so schwer haben“ vorsetzen. Es lautet in etwa wie folgt:

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