Hilary White, Was man im Notfall tun soll: „Was ist Ihr Brotberuf?“ (2 von 3)

Hilary White rät, dass alle Priesteramtskandidaten vor ihrem Seminareintritt ein Handwerk oder einen Beruf lernen sollten, den sie auch dann ausüben können, wenn sie wegen Katholizismus von ihrem eigenen Bischof suspendiert werden sollten. Sie rät auch, dass Gläubige Hilfsfonds für herausgeworfene und streuende Priester oder aufgelöste Ordenshäuser bilden sollen. Zuerst aber sollte man die Bischöfe vom Geld abschneiden und die Wahl eines katholischen Bischofs dadurch erpressen, dass man den Geldhahn zudreht.

 Dies könnte theoretisch in den USA passieren. In Deutschland muss zuerst die Kirchensteuer gekippt werden, damit sich ein Preis-Leistungsverhältnis bei den geistlichen Berufen einpendeln kann. DSDZ kennt wirklich keinen einzigen Priester (Sorry!), den er aushalten wollte. Weder aus der Novus Ordo-Ecke, noch aus der Piusbruderschaft, noch aus den Ecclesia Dei-Gemeinschaften, die er persönlich kennengelernt hat. Von Fontgombault sprechen wir hier nicht, denn das sind weltabgewandte Mönche, die was taugen. DSDZ wünscht sich einen Priester, der viel heiliger und geistiger wäre als er selbst, bei dem man wirklich den ontologischen Unterschied zwischen Priester und Laie mit eigenen Augen sehen könnte. Gelehrter und belesener könnte er auch sein, aber das ist nicht so wichtig. Es kann durchaus die Zeit kommen, wo sogar manchen von unseren von der Kirchensteuer finanzierten Geistlichen die kommenden, immer schwerer wiegenden Apostasien und Blasphemien nicht mitmachen werden wollen und damit rechnen müssen rausgeworfen zu werden, d.h. a divinis suspendiert, ohne Einkommen und Versicherung auf der Strasse zu stehen. Und ohne eine SICHERE RENTE, was wohl die Hauptsorge einer jeden deutschen Seele ist.  Dann kommt die Angst:

Was kann ich eigentlich?

Eine Umschulung beim Arbeitsamt ist zwar immer möglich, aber es stellt sich eigentlich die wichtigere Frage:

Bin ich priesterlich und heilig genug, dass mich die Leute für ihr eigen Geld aushalten werden? Kann ich sie wirklich durch meine eigene Heiligkeit heiligen? Bin ich wirklich anders? Kann ich mir als ein wirklich katholischer Priester meinen Lebensunterhalt sichern?

Dann ändern sich die Kriterien, denn für Weltlichkeit wollen die Weltleute nicht mehr zahlen. Sie selbst haben genug davon. Interessanterweise hegten wir schon am 8. März 2018 ähnliche Pläne wie Hilary White, indem wir schrieben:

Was bleibt dann zu tun?

Dann muss man irgendwo im Walde, am besten in einem privaten Walde, eine Kapelle einrichten, einen vielversprechenden jungen Priester, am besten schon geweiht, entführen, ihm die Alte Messe beibringen oder ihn dorthin schicken, wo er sie lernen kann, rein prophylaktisch durchprügeln und damit sowie mit dem Kauf eines tragbaren Altars dazu bewegen, dass er täglich die Alte Messe liest, am Sonntag natürlich auch, sowie würdige und gültige Sakramente spendet. Er bekommt einen GPS-Chip eingepflanzt, damit er nicht weglaufen kann und falls doch, damit wir ihn wiederfinden, denn wir, die Gläubigen, werden für seinen Unterhalt aufkommen, wozu Quellwasser und Wurzeln zählen werden. Wir sind schließlich keine Kirchensteuerkirche! Zelebriert er gut und predigt schön, weil er fleißig betet und ein geistliches Leben führt, dann gibt es auch etwas Warmes, ab und zu natürlich. DSDZ wird sein theologisches Wissen prüfen und ergänzen, damit der Jungpriester nicht auf die schiefe Bahn gerät.

DSDZ lässt sich gerne eines Besseren belehren, aber die Wahrscheinlichkeit, dass sich in D, A und CH Kandidaten für solche eine „Priesterentführung“ finden lassen, ist sehr gering. Warum?

  1. Durch die Seminar- und Universitätsausbildung sind sie alle strikt modernistisch.
  2. Sie führen kaum ein spirituelles Leben.
  3. Sie haben keine Ahnung vom Wert der Heiligen Messe und anderer Sakramente.
  4. Das Schicksal der ihnen anvertrauten Seelen ist ihnen gleich.
  5. Sie haben keine priesterliche Identität und keine Angst vor dem Höllenfeuer, falls sie versagen und die vielen Seelen verderben.
  6. Sie werden überhaupt nicht wissen, was wir von ihnen wollen.

Um sehen zu können, wie es um die Kirche wirklich steht, braucht man eine langjährige Umerziehungsperiode aus der fordernden Hand Gottes. Es gibt die Geschichte von einem Einsiedler, der zuerst fünf Jahre studierte, um danach 10 Jahre zu vergessen, was er eigentlich studiert hat. Danach war er zur Seelsorge bereit. Man muss auch daran denken, dass eine jede Sünde immer mehr verblendet und verstockt. Ein Priester, der „im Gehorsam“ gegenüber den Beschlüssen der DBK oder Amoris Laetitia Protestanten, Ehebrechern, Homosexuellen oder anderen schweren Sündern die Kommunion reicht, begeht jedes mal eine schwere Sünde. Er wird immer mehr verstockt und verblendet. Es ist wie beim grauen Star, man sieht immer schlechter, ohne es selbst zu merken. Man hält diese Sichtweise für normal, weil man keine Außenansicht hat. Gott gibt seine Gnade, denen, die es wollen und verschwendet sie ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr an schwere und verstockte Sünder. Dies erklärt auch den Zustand unserer Geistlichkeit:

„Wer hat, dem wird gegeben und wer nicht hat, dem wird genommen, was er hat“ (Mt 25,29).

Das erklärt auch, warum die DBK:

  • Kommunion an Ehebrecher spendet,
  • Kommunion an Protestanten spendet,
  • ein neues Messlektionar einführt, der auf einer neuen Bibelübersetzung fußt, die wahrscheinlich so politisch korrekt sein wird, dass das Wort „Gott“ fehlen oder mit dem Personalpronomen „er/sie/es/geschlechtsfrei“ versehen werden wird. Von den Walen ganz zu schweigen.

Kurz und gut: mit den jetzigen Geistlichen ist nichts zu machen. Die künftigen sollen ein Handwerk lernen, damit wir sie aufkaufen können.

Ich habe von Priestern gehört, die im Grunde sagen:

„Wir sind in dieser Situation gefangen und gezwungen zu schweigen, wenn wir nämlich nicht schweigen, werden wir nicht nur nicht mehr als Priester arbeiten können, sondern auch heimatlos und ohne Geld dastehen. Für alle anderen Arbeitsfelder sind wir unvermittelbar.“

Und so sehr wir versucht sein mögen zu sagen:

„Also gut, tu es dir an, es ist zum Heil der Seelen“,

so ist die Realität doch die, dass dies keine nebensächlichen Gedanken sind. Viele Priester werden älter – viele von ihnen mit gesundheitlichen Problemen – und ein Mann, der schon 20 oder 30 Jahre seines Lebens der Kirche geschenkt hat sieht sich praktischen Unmöglichkeiten gegenüber, wenn er sich auf der schwarzen Liste wiederfindet.

Natürlich gibt es ein paar, die nicht in dieses Schema passen; es gibt viele zweite Karrieren unter der Priesterschaft, und viele Leute treten nach einigen Jahren Arbeit in einem normalen Beruf in das Seminar ein und können bei Bedarf in ihren Beruf zurückkehren. Einige der Männer kommen jetzt mit ihren Klagen gegen McCarrick wegen der Erfahrungen, die sie mit ihm gemacht haben; sie haben das Priesteramt verlassen und führen heute ein normales, gesundes Arbeitsleben.

Aber ich denke ehrlich, dass es den meisten Priestern so geht, und sie wissen das ebenso wie ihre Bischöfe. Ich denke, dass ein junger Mann mit großem Glauben vorwärts geht, zehn bis fünfzehn Jahre damit verbringt, Philosophie und Theologie zu studieren – Fächer, die man im normalen Arbeitsleben außerhalb der Hochschule oder der Kirche praktisch nicht anwenden kann – mit der ehrlichen und ehrlicherweise: fairen Erwartung einer lebenslangen Anstellung und einem Sicherheitsnetz an deren Ende. Wie ein Priester zu mir sagte:

„Früher hieß die Abmachung: ‚Bleibe treu, tu deine Arbeit und wir werden für dich sorgen. Wir werden dir Wohnung, Essen und Kleidung geben und nach deiner Pensionierung für dich sorgen.‘ Die neue Abmachung ist eine Perversion dieser: ‚Halte still und mache mit allem mit, und es wird dir gut gehen, aber wenn du auch nur einen Deut von der Linie abweichst, werden wir dich zerstören.’“

Was sollen wir also tun? Das Alte Paradigma ist zerstört und dem Neuen Paradigma zuzustimmen ist eine Garantie der Zerstörung deiner selbst und aller anderen. Wie wir es diese Woche in Irland sahen: Die Säuberungsaktion hat begonnen.

Es genügt nicht einfach zu verlangen, dass ein Priester seinen Dienst weiter ausübt, egal was geschieht. Wir müssen anfangen, mit treuen Priestern zusammenzuarbeiten – solange es noch welche gibt – um ihnen zu helfen, praktische materielle Alternativen zu schaffen. Wenn wir, die wir die Kirche noch immer lieben, möchten, dass die Priester treu bleiben und sogar beginnen das Böse und die Korruption, welcher sie sich gegenübersehen, anzuprangern, müssen wir ihnen nun helfen, ein Mindestmaß an Unabhängigkeit und Sicherheit zu schaffen, in der sie dies tun können.

Vor einigen Tagen schrieb der konservative Schriftsteller John Zmirak auf Twitter einen vernünftigen Vorschlag von dem ich denke, dass wir ihn nun alle ernst nehmen müssen. Als Antwort auf die fortgesetzten Gräueltaten sowohl „guter“ als auch schlechter Bischöfe schlug Zmirak vor, einen „Treuhänderfonds in jeder Diözese“ anzulegen, „in den Laien den Geldbetrag einzahlen (können), den sie sonst ihrer örtlichen Pfarrei gespendet hätten, bis ein neuer Bischof ernannt ist.“

Ich antwortete:

„Und das Geld sollte dafür verwendet werden, Immobilien zu erwerben, um treue Priester, die von ihren Bischöfen bestraft werden weil sie sich weigern, das Neue Paradigma anzunehmen, unterzubringen. Wir könnten sogar vielleicht einige Klöster kaufen, damit kontemplative Nonnen weiter in Frieden beten können, ohne Schikanen von den bösen Männern in Rom.“

Ich habe kürzlich von Laien gehört, die nun davon sprechen, finanzielle Strukturen aufzubauen um sicherzustellen, dass das authentische katholische Leben aufrechterhalten werden kann während dem, was offensichtlich bald zu einem generellen Kollaps der Institution [Kirche] sein wird. Dies schließt die Gründung von unabhängigen Non-Profit-Organisationen ein, die Kirchengebäude, Klöster und sogar Schulen bauen oder kaufen, und Priester und andere Angestellte bezahlen könnte.

Ich begann kürzlich darüber nachzudenken, als ich eine Anmerkung von einem Leser mit einem Link erhielt, der zu einer Online-Petition aus Deutschland führte, die an die deutschen Bischöfe (!!!) gerichtet ist und diese offenkundig bösen und abtrünnigen Männer darum „bittet“, ein bekanntes und altes Kloster nicht zu schließen. Ich antwortete, dass dies der falsche Weg sei. Katholiken werden sich von dem Gedanken frei machen müssen, dass sie hilflose Bittsteller sind, welche die Hierarchie „anbetteln“, den Glauben zu behalten. Zuallererst lässt es ihnen nur einen Freudenschauer über den Rücken laufen zu sehen, wie wir katzbuckeln und um Gnade betteln. Das gönnen wir ihnen doch nicht, o. k.? In deren Leben gibt es schon genügend „Freudenschauer“.

Zweitens wird dies schlicht und einfach nicht funktionieren. In Deutschland, den USA, in Kanada, Italien, Großbritannien … in der gesamten Kirche der Ersten Welt, und auch in den meisten Ländern sonst wo geben sich die Männer, die in der Verantwortung für die „Institution Kirche“ stehen – das sind jene, deren Namen auf den Bankkonten stehen – dem hin, all das zu zerstören, was wir erhalten möchten. Die Wölfe sehen nun mit beutehungrigen Augen auf die Gläubigen. Sie sind, kurz gesagt, unsere Feinde. Sie wurden dies, indem sie sich selbst zu Feinden Christi und Seiner Heiligen Kirche machten. Sie wissen das und es ist Zeit, dass wir damit aufhören, uns etwas anderes vorzustellen.

Der andere Vorschlag den ich für junge Männer habe, die sich für das Priestertum interessieren ist der, sich nicht nur geistlich, sondern auch materiell zu stärken.

Es gibt eine große Schwachstelle, gegen die wir uns ganz einfach schützen können. Niemand sollte Armut und dauernde Arbeitslosigkeit erleiden, weil er ein gläubiger Katholik ist. Wir sollten einen jungen Mann niemals in ein diözesanes Seminar gehen lassen, ohne dass er Grund und Boden besitzt. Er sollte ein Haus besitzen oder wissen, dass er eines erben wird. Familien müssen dahin kommen, dies als eine Pflicht ihrem Kind und der Kirche gegenüber zu betrachten.

Und darüber hinaus sollte der potenzielle Priester für einen Beruf brauchbare Fähigkeiten haben, die nichts mit dem Priesteramt zu tun haben. Innerhalb der Arbeiterklasse gibt es Vorurteile gegen geistige Arbeit. Aber die meisten Leute aus der Arbeiterklasse haben eine recht vernünftige Haltung gegenüber den Zielen von Akademikern: habe etwas in Petto, auf das du zurückgreifen kannst. Wie viele Doktoren der Philosophie können sich ein Bücherregal bauen? Das Öl im Auto wechseln? Im Haus neue elektrische Leitungen verlegen? Das übliche Klischee junger Leute mit nutzlosen akademischen Graden, die als Bedienung arbeiten ist so normal geworden, dass es nicht einmal mehr erwähnenswert ist.

 

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3 Gedanken zu „Hilary White, Was man im Notfall tun soll: „Was ist Ihr Brotberuf?“ (2 von 3)

  1. …was unmittelbar zu der sehr konstruktiven Frage führt, was man als Vertreter eines katholischen wirtschaftlichen Mittelstands (der in der Sozi -Wal-rettungs-Kriche Deutschlands in seinem mittelständischen Unternehmersein sein gebasht wird und hier keine Lobby hat) für die Katholiken unter den Priestern (Wo sind sie?) tun könnte…

    1. @ davilatollkuehn

      Wir warten bis sich welche finden und machen wir eine Casting-Show: „Katholiken suchen Priester“. Mit Fragen- und Aufgabenteil. Wir produzieren das hier auf dem Blog, streamen in die Medien, gegen Geld natürlich und haben dann das Geld uns einen Priester zu halten. :)))

      Aber bevor es besser wird, muss es noch viel schlimmer werden.

      1. Und solange es dauert… empfehle ich (erneut*) auch für die Frage wie solche Priester zukünftig leben könnten, den Roman von Jean Raspail: Der Ring des Fischers.

        *) bezüglich der Frage der Weitergabe der Sakramente durch unrechtmäßige bzw. von Rom exkommunizierte Weihbischöfe der Piusbruderschaft im Licht der Ereignisse vor und auf dem Konstanzer Konzil (mit einem aus der Kirchengeschichte ausradierten Benedikt XIII.)

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