Die schlechten Päpste oder wider den päpstlichen Positivismus (3 von 5)

Der hegelianisch-metaphysische Unterbau des päpstlichen Positivismus

Da ist der gute Jesuit, der sich die Angleichung der Kirche an die weltliche Schwulenbewegung wünscht, indem er sagt:

Reese: Mir hätte es gefallen, wenn das Dokument das Wort „Gay“ wie auch den Audruck LGBT gebraucht hätte: Das sind Begriffe, die von den homosexuellen Gruppen gebraucht werden, die direkt von diesem Paragraphen betroffen sind. Dennoch finde ich die Einladung zur Annahme und pastoralen Begleitung der Homosex-Menschen positiv.

[…]

Reese: Bevor sie sich umfassend mit dem Sex befassen, wäre es gut, wenn die Bischöfenstudieren würden, was die heutigen Moraltheologen sagen. Zudem sollten sie sich mehr mit der gelebten Erfahrung der Familien, der Paare und der Singles in Verbindung bringen.

ganz hegelianisch-nachkonziliar, weil, wie schön Romano Amerio darlegt:

Die systematische theoretische Darstellung des Mobilismus enthält die Philosophie Hegels. Das Daseiende ist das in der Zeit unendlich wechselhafte Werdende. Das Werden geht auf Gott über, womit es ihm die Attribute der absoluten Unwandelbarkeit und Zeitlosigkeit nimmt.[1]

Und was bedeutet das? Dass die Wirklichkeit sich ständig verändert und die Veränderung unendlich ist. Weil, nach Hegel, Gott nicht die Welt schafft, sondern in ihr wird und die Welt gleichsam den Leib Gottes darstellt, daher geht die Veränderung der Welt auf Gott über. Man kann also von der notwendigen Veränderung der Welt auf die notwendige Veränderung Gottes schließen, wie wir woanders geschrieben haben. Weil also die Welt 1:1 Gott abbildet, so findet eine jede Veränderung in der Welt ihren Niederschlag in der Veränderung Gottes. Sie heben den Fuß nach oben – Veränderung – Gott verändert sich. Sie heben den Fuß nach unten – Veränderung – Gott verändert sich. Denken Sie sich dieses Viereck, ein Parallelogramm, wobei die untere Seite für die Welt und die obere für Gott steht:

Jede Veränderung der Welt resultiert in einer Veränderung Gottes, weil Welt und Gott innerhalb dieses Welt- Gott- Parallelogramms eine Einheit bilden:

Niederschlag findet und/oder die Welt sich so verändert, dass ihre Veränderung in der Veränderung Gottes ihren Niederschlag findet, so muss Gott konsequenterweise seine Offenbarung ändern, um diese natürlich „den Bedürfnissen des modernen Menschen“ anzupassen. Und wenn der moderne Mensch homosexuell ist und Kokain schnupft, siehe die berühmte Homo-Orgie mit Kardinal „Cocco“ im Gebäude der Glaubenskongregation (sic!), dann hat Gott sogleich seine Offenbarung danach zu schreiben und seinen göttlichen Willen danach auszurichten.

Kardinal Coccopalmiero ist aber der Präsident des Päpstlichen Rates für Gesetzestexte, dies bedeutet, dass alle offiziellen Gesetzestexte des Vatikans durch seine Hände gehen und er weiß sie schon so zu schreiben, dass ein „Sowohl-als-Auch-Jedoch-aber-Wenn“ dabei herauskommt. Wie die Internetseite lifesitenews angibt, soll Kardinal „Cocco“ der Orgie „präsidiert“ oder ihr „vorgestanden“ haben („ […] in fact, that he ‘was presiding’ over it when the Vatican Gendarmes broke in […]“), was den Rückschluss zulässt, dass es sich bei dieser Orgie um etwas „Liturgisch-Geordnetes“ gehandelt haben kann. Ann Barnhardt bringt es wieder auf den Punkt: es war eine schwarze Messe, da es normalerweise bei Orgien recht ungeordnet zugeht und es keine Vorsitzende gibt, die „präsidieren“. Kurz und gut: Menschen, die so leben kommen auf solche Gedanken Gott ihrem „Lebensstil“ anzupassen, was die Popularität den nachkonziliaren Mobilismus ganz praktisch erklärt. Denn unter dem hegelianischen Schutzmantel der Prozesstheologie geht es eigentlich darum noch mehr Stricher und Kokain in den Vatikan zu schmuggeln. Wenn jetzt jemand fragen wird,

Wie es denn möglich sein, dass jemand auf solche eine hirnrissige Idee kommt, dass sich Gott mit der Welt verändert?

So antworten wir, dass in der Philosophie außerhalb der Scholastik größtenteils gilt: je widersinniger, desto philosophischer. Ist etwas, wie Hegel, absolut hirnrissig, wirklichkeitsfremd und kontraintuitiv, dann ist es erst recht philosophisch und die Quotenfrau im Oberseminar darf aufatmen: Sie hat es geschafft. Sie ist jetzt eine Intellektuelle.

[1] Amerio, Iota unum, 371.

Unterstützen Sie uns! Falls Sie diesen Beitrag wertvoll fanden und einen Gegenwert Ihrerseits beisteuern möchten, so können Sie uns etwas spenden.

Kommentar verfassen