Tradition und Glauben

Kard. Bona: Die Unterscheidung der Geister. (33). Erkenntnis des Menschen, Erkenntnis der Engel. Geistliche Führung.

Fünftes Kapitel Das Urteil bei dieser Unterscheidung ist nicht gewiss und untrüglich, wenn keine ausdrückliche Offenbarung hinzukommt. Es wird gar Vieles dazu erfordert, um auf künstliche Weise die verschiedenen Geister richtig zu unterscheiden. Es werden zu diesem Ende einige Regeln vorgeschrieben. Wir führen hier die Überlegungen des letzten Abschnitts weiter, wonach es manchmal gut ist, in geistlichen Dingen, nicht in intellektuellen wohlgemerkt, instinktiv zu handeln.  Man soll nicht allzusehr analysieren und zergliedern, denn das Geistliche, nicht das Intellektuelle, übersteigt die Natur. In diesem Bereich können Sie sich auf Ihren Glaubenssinn (sensus fidei) oder die geistliche Wahrnehmung verlassen. Es ist wirklich  wie bei Kampfsport oder einer militärischen Ausbildung. Wenn Sie wirklich sehr lange trainiert haben oder gedrillt worden sind, dann reagieren Sie instinktiv richtig. Wenn Sie lange genug bei Gott durch Gebet, Sakramente, Buße, Anbetung und andere geistliche Übungen verweilt haben, so wissen Sie wie gleichsam „Gott schmeckt“ und wie er sich „anfühlt“ und wie es anders ist.  Daher sollte man bei der Geistesunterscheidung mit Einfalt, also mit Einfachheit zur Werke gehen.  Diese Regel ist aber für diejenigen gedacht, welche das Geistliche oder Spirituelle vom Intellektuellen und Psychischen unterscheiden können….

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