Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Fest des Hl. Johannes des Apostels

Lesung 4
Predigt des heiligen Papstes Leo.Predigt 1 über die Geburt Christi.Derjenige, der uns, Geliebteste, das Heil bringt, ist heute geboren. Wir wollen freudig sein. Es wäre doch unrecht, der Trauer einen Platz zu gewähren, wo das Leben aufgeht, das nach Vernichtung des furchtwirkenden Todes uns Fröhlichkeit schafft infolge der verheißenen Seligkeit. Keiner wird von der Teilnahme an dieser freudigen Feier ausgeschlossen. Der eine gemeinsame Grund zur Freude für alle ist der, dass unser Herr, der Tilger von Sünde und Tod, weil er keinen von Schuld Freien fand, deshalb zur Befreiung von allen gekommen ist. Es juble der Heilige, weil er nahe kommt der Palme; es mag sich freuen der Sünder, weil er eingeladen wird, sich dich Verzeihung zu holen; es fasse Mut der außerhalb des Christentums Stehende, weil er gerufen wird zum (richtigen) Leben. Gottes Sohn hat nämlich entsprechend der Zeitfülle, die des göttlichen unergründlichen Ratschlusses Erhabenheit angeordnet hatte, die mit ihrem Schöpfer zu versöhnende Natur des menschlichen Geschlechtes selbst angenommen, damit der Begründer des Todes durch diese selbst, über die er den Sieg davongetragen, besiegt würde.V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.R. Gott sei Dank gesagt.

Lesung 5
In diesem für uns unternommenen Kampf ist auf der Grundlage eines vollen und bewunderungswürdigen Gleichheitsrechtes gerungen worden; da der allmächtige Herr nicht in seiner Majestät, sondern in unserer Niedrigkeit als Kämpfer auftritt und ihm dieselbe Gestalt, dieselbe Natur entgegenstellt (wie wir sie haben), die wohl unsere Sterblichkeit mit uns teilt, aber mit der Sünde nichts gemein hat. Fern ist nämlich bei dieser Geburt das, was von allen zu lesen ist Hiob 14,4: „Keiner ist frei vom Schmutz, nicht einmal das Kind, dessen Lebensdauer auf der Erde einen Tag beträgt.“ Nichts ist also in dieser Geburt von fleischlicher Begierlichkeit eingedrungen, nichts von dem, was auf die Sünde Bezug hat, übergegangen. Eine königliche Jungfrau aus davidischem Stamme wird ausgewählt, die, um mit heiligem Lebenskeim befruchtet zu werden, die Leibesfrucht früher geistig, als körperlich, empfangen sollte. Und damit sie nicht in Unkenntnis des oben beschlossenen Planes auf die ungewohnten Worte, mit denen sie angeredet wurde, in Angst käme, erfährt sie das, was in ihr vom Heiligen Geiste zu wirken war, aus der Aussprache mit dem Engel; und sie glaubt dann, dass sie keine Schädigung der Jungfräulichkeit erfahren würde als Gottesmutter, die sie bald werden sollte.V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.R. Gott sei Dank gesagt.

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