Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (27) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (17) Gebet der Einfachheit und Beschauung (iv). Quellen zum Gebet der Einfachheit – Keine Anstrengungen machen.

Was kommt an?

DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) bedauert es immer wieder, dass die besten und arbeitsaufwändigsten Beiträge, die wir hier veröffentlichen, womit auf fremde und mit viel Mühe übersetzten Aufsätze gemeint sind, kaum gelesen werden.

Woran sieht man das?

An der Anzahl der Klicks und manchmal der Kommentare.

Was kommt am Besten an?

Einfach geschriebene, pointierte Beiträge, aus der Feuilleton-Ecke, mit Kishon ähnlichem Humor gesättigt, mit Personas aus dem DSDZ-Universum drappiert (der Pfarrer, die bürstenschnittigen Pastoralassistentin, die Homo-Prälaten), in der man der „Kirchensteuermafia“ einen reinwürgt und die diese – Kirchensteuermafia – als solche – Kirchensteuermafia – bezeichnet. Die Leserin, die bald den Hasen spicken muss und der Leser, der gleich zum Kaffeetrinken zu seinem Kaninchenzuchtverein gehen wird, ist froh, dass jemand an ihrer statt ihre Kämpfe austrägt, es unterhaltsam tut und diese ihnen somit erspart.

Was hat das mit Religion zu tun?

Kaum etwas, es hat dafür mit Unterhaltung zu tun. Manchmal sind aber die Menschen nicht nur zu bequem sich mit etwas intellektuell auseinanderzusetzen, manchmal sind sie einfach zu müde oder sie verfügen über keine ausreichende Vorbildung. Dann stehen sie wie ein Ochse vorm Berg und verstehen es nicht.

Gnadenvergabe als Investition

Aber seien wir doch ehrlich, die Faulheit, Bequemlichkeit oder Acedia liegt doch meistens vor und sie ist der Hauptgrund des fehlenden spirituellen Fortkommens. Wobei wir bei dem heutigen Beitrag wären. DSDZ ist sich darüber im Klaren, dass 9 von 10 der Leser dieses Beitrags nicht einmal damit anfangen werden die unten angeführten Scans zu lesen und wiederum 9 von 10, die damit anfangen, werden diese nicht zu Ende lesen, ferner wird 1 von 10, der es zu Ende gelesen hat, etwas damit anfangen können.

Warum es denn veröffentlichen?

Weil es auf diesen einen oder diese eine ankommt. Gott ist nicht demokratisch, er ist kein Gleichmacher, die Gnadenvergabe ist hierarchisch geordnet und man sieht anhand der Kirchengeschichte, dass Einzelne z.B. hl. Franziskus oder hl. Benedikt wirklich Millionen oder Milliarden Menschen, bis zum Weltende gerechnet, näher zu Gott gebracht haben. Stellen Sie sich vor Sie wüssten ganz sicher, dass Ihnen eine Geldanlage auf die nächsten Jahrzehnte verteilt wirklich hunderte von Millionen abwerfen würde. Natürlich würden Sie da investieren. Ebenso ist es im geistlichen Leben. Die wenigen Beter, die überhaupt zum Gebet der Einfachheit gelangen, bringen so viel Heiligkeit für die Kirche, denn jemand muss diese generieren, dass man ihnen jede mögliche Unterstützung zusichern sollte, damit sie noch weiter kommen. Nehmen Sie an Sie hätten einen Verwalter, der für Sie schon mehrere hundert Millionen verdient hätte. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass er noch Milliarden verdienen wird? Sehr groß. Gott ist doch allwissend und er gibt zusätzliche Gnadenmittel denen, die bereits etwas für ihn „verdienen“. Aber an solche Texte muss man erst kommen und daher veröffentlichen wir diese kommentiert im Internet.

Nichtstun im Gebetsleben

Und jetzt kommen wir zum eigentlichen Thema: dem Nichtstun und dem Loslassen. Da die Gauss-Kurve überall gilt, so können wir annehmen, dass 90% der Menschen faul ist, 10% etwas tun und wirklich 1% bis 2% wirklich fleißig sind. Dies betrifft die natürliche Ordnung. Dividieren Sie diese Zahlen durch 100, dann sind wir im Promillebereich, was die Anstrengung im Übernatürlichen anbelangt. Wirklich kaum, kaum jemand tut da etwas. Der Ratschlag der jetzt kommt, richtet sich wirklich an Promille (0,001) von praktizierenden Katholiken und er lautet:

Lassen Sie los! Gott wird es schon machen.

Was hier zu berücksichtigen ist, damit man in keinen häretischen Quietismus fällt.

Was ist Quietismus?

In einfachen Worten ausgedrückt es ist die Überzeugung, dass man im geistlichen Leben gar nichts zu tun hat und dass Gott alles für einen tut. Pius XII. fasst es in Mystici corporis wie folgt auf:

 Nicht weniger irrt der gefährliche Irrtum derer von der Wahrheit ab, die aus der geheimnisvollen Verbindung von uns allen mit Christus einen ungesunden sogenannten Quietismus abzuleiten versuchen; in ihm werden nämlich das geistliche Leben aller Christen und ihr Fortschreiten zur Tugend einzig dem Wirken des Göttlichen Geistes zugeschrieben, wobei das Wirken ausgeschlossen und hintangesetzt wird, das diesem von unserer Seite aus durch gemeinsames und gleichsam helfendes Handeln entsprechen muß. […]  (DH 3817)

Quietismus ist vielfach verurteilt und falsch, weil er den freien Willen und das Verdienst ausklammert und natürlich die Faulheit begünstigt. Gott tut nicht alles, aber doch vieles. Es ist wie beim Sport. Wenn Sie sechsmal die Woche trainieren, dann brauchen Sie einen Ruhetag, an dem sich Ihre Muskeln und Gelenke erholen und wachsen. Ebenso ist es beim Lernen, Sie brauchen Pausen und Schlaf, damit sich die Synapsen im Gehirn vernetzen können. Eine neue Qualität entsteht in der Ruhe und durch die Ruhe, dadurch dass Sie wirklich nichts tun. Aber nur dann, wenn Sie vorher sehr, sehr viel getan haben. Vom Nichtstun allein werden Sie weder sportlicher noch klüger, Sie werden nur fett und dumm, siehe … [bitte selbstständig ergänzen]. Und gerade an diese Leistungssportler des geistlichen Lebens sind die unten angefügten Ratschläge gerichtet:

Lassen Sie es gut sein. Gott wird Sie schon weiterführen, wenn er es möchte. Sie können es nicht beschleunigen.

Aber warum schreibt man es überhaupt? Damit derjenige, den es wirklich betrifft, nicht verzweifelt. Denn er kann sich sagen:

Ich habe so viel getan und sehe keinen Erfolg, keine Ergebnisse, entweder bin ich zu nicht gut oder das ganze stimmt nicht.

Nein, es ist alles in Ordnung. Es ist nur vom großen Trainer – Gott – verordnete Ruhepause. Und Sie können da wirklich nichts tun, als nur loszulassen. Lesen Sie sich diese Texte ruhig durch, vielleicht werden Sie diese gebrauchen können, wenn Sie erstmal soweit sind.

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