Tradition und Glauben

Warum Bergoglio ein Gegenpapst ist? (12 von 20). Woher dieser Abfall oder die materielle Sünde.

Der nächste Grund für die jetzige Ungeistlichkeit, Verblendung und Feigheit unserer Hirten ist das Leben in der Sünde, auch in der materiellen Sünde.   Was ist materielle Sünde?   Sie tun etwas, was verboten ist, ohne zu wissen, dass es verboten ist. Eine materielle Sünde ist niemals eine schwere Sünde, weil die willentliche Zustimmung fehlt, aber es ist dennoch eine Sünde und zwar eine lässliche Sünde. Wenn man sich den Zustand unserer lieben Geistlichen bei Lichte ansieht, so sündigen die meisten schwer und zwar formell, wie die DBK durch die Einführung der Kommunion für Ehebrecher und Protestanten. Die meisten Priester sündigen durch ihre heterosexuellen und homosexuellen Konkubinate, durch vorgebrachte Häresien, durch Unglauben und was noch dabei anfällt. Aber sehr viele sündigen durch materielle Häresien aus denen leider die nachkonziliare Theologie besteht. Man lernt im Studium wenn nicht strikte Häresien, dann doch der Häresie nahe Aussagen, man wiederholt diese, weil man glaubt orthodox zu sein und schadet den Seelen, die man zu leiten hat. Es ist, als würden Sie im guten Willen Gift verabreichen. Die Menschen würden krank werden und sterben, Sie wüssten aber nicht warum. Die Geschichte der Medizin ist voll solcher Fälle, wo man Gift – wie Quecksilber bei Syphilis – verabreichte in der Überzeugung zu heilen.  Hatte man die Absicht zu schaden? Nein. Hatte man objektiv geschadet? Ja. Im Gegensatz zur Medizin sind die Nachwirkungen der theologischen Gifte langsamer ersichtlich, weil kaum jemand heutzutage der Meinung ist, dass Meinungen etwas verursachen und wirken und schon gar nicht theologische Ansichten. Dies ist falsch, weil Verfälschung des Glaubens qua Häresie nicht nur zeitliche, sondern auch ewige Folgen hat. Aber kehren wir zu materiellen Sünden zurück. Eine materielle Sünde ist eine leichte Sünde, sollte die Materie auch schwer sein. Welche Wirkungen haben leichte Sünden? Die Moraltheologie lehrt: „Sie disponieren zu schweren Sünden, weil sie: den speziellen Schutz Gottes aufheben, die Liebe zu Gott verringern, welche sich fürchtet Gott zu beleidigen, weil sie die Neigung zu schwereren Überschreitungen mehren, insbesondere dort, wo man schon leicht gesündigt hat.“[1] Zwar lassen sich leichte Sünden nicht aufsummieren, sodass z.B. 100 leichte Sünden eine schwere Sünde ausmachen, aber leichte Sünden verleiten dazu überhaupt eine schwere Sünde zu begehen. Nehmen wir die liturgische Sünde. Nach der Mehrheit der vorkonziliaren Moraltheologien ist eine bewusste Missachtung der Rubriken bei der Sakramentenspendung[2] oder gar eine freiwillige Zerstreuung insbesondere bei der Messe[3]  eine schwere Sünde. Wenn wir als die objektive geistliche Norm den Ritus der Sakramentenspendung nach den vorkonziliaren Normen betrachten, dann stellt der Ritus aller Novus Ordo Sakramente eine materielle Sünde dar. Wenn wir als die objektive geistliche Norm die vorkonziliare Theologie betrachten, dann stellt die gesamte nachkonziliare Theologie eine materielle Sünde dar. Wenn wir als die objektive geistliche Norm die vorkonziliare Verkündigung betrachten, dann stellt die gesamte nachkonziliare Verkündigung eine materielle Sünde dar. Aber neu bedeutet nicht falsch! wird jetzt jemand ausrufen. „Doch“, antworten wir, wenn die richtige Formel z.B. e= mc2 heißt, dann ist eine jede Veränderung, Neuerung oder Abweichung von ihr falsch, denn Wahrheit ist unveränderlich, insbesondere diejenige, die Gott, welcher die Wahrheit selbst ist, verbürgt. Wann fand die größte Aufgabe des Priesteramtes statt? Kurz nach dem Konzil als die Geistlichen, von anderen Gründen abgesehen, das Alte nicht mit dem Neuen vereinbaren konnten, da sie in der zweiwertigen Logik aufwuchsen. Aber auch die nachfolgenden Priestergenerationen, die mehr oder weniger nachkonziliar erzogen wurden, haben, wenn auch im guten Glauben, doch permanent materiell gesündigt. Diese sich häufenden leichten Sünden verblendeten immer mehr, erzeugten einen geistigen Smog und führten früher oder später zu schweren Sünden und zur Amtsaufgabe „wegen Übernahme der Vaterpflichten“ zum Beispiel. Wahrscheinlich meiden unsere lieben Geistlichen die Konfrontation mit dem vorkonziliaren Denken auch deswegen, weil sie Angst haben ihr Leben danach ändern zu müssen. Es ist doch kaum möglich dass, falls man die Zelebration im Alten Ritus entdeckt hat, man noch überhaupt Novus Ordo ohne Gewissensbisse zelebrieren kann, von der anderen Umsetzung der Ideen des Ordinariats, wie Kommunion für Protestanten zum Beispiel, ganz zu schweigen. Aber das Schweigen zum Sakrileg und zur Häresie ist eine weitere Sünde und zwar eine schwere Unterlassungssünde. Es folgt noch mehr Verblendung des Intellekts, welche die Erkenntnis der Wahrheit unmöglich macht und noch mehr Abnahme an Tugend qua Feigheit, welche ein Kämpfen um ein schwer erreichbares Gut (bonum arduum) ebenfalls unmöglich macht.  Und das, liebe Leserinnen und Leser, ist der Grund, warum keiner Franziskus der Häresie anklagt, weil unsere lieben Geistlichen durch den Novus Ordo theoretisch (sie erkennen es nicht) und praktisch (sie tun nichts) zu Apostaten geworden sind. Die Gründe dafür sind vornehmlich geistlich. Zu wenig Gnadenaufnahme durch die fehlenden Sakramentalien, zu viel Gnadenverlust durch materielle und formelle Sünden. [1] Müller, Theologia moralis, Bd. I, 475. [2] Müller, Theologia moralis, Bd. III, 116-117; 140; [3] Müller, Theologia moralis, Bd. III, 42: „Ast praevaluit sententia omnino tenenda, quae docet, Rubricas de agendis intra…

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