Tradition und Glauben

Katharina von Genua: Traktat über das Fegefeuer (19 von 21)

Am Ende dieser Beitragsreihe werden die wichtigsten Daten des Lebens der hl. Katharina von Genua vorgestellt. Kurz und gut: Fegefeuer zu Lebzeiten, was sich auf die Ewigkeit umgemünzt sehr rechnet. Da wir in einer Zeit des ausufernden Narzissmus leben, ja, auch des diabolischen Narzissmus, so sind wir es gewohnt, dass sich Menschen in den Vordergrund stellen, um etwas, was sie geschaffen haben zu vermarkten. Es ist aber wirklich selten, dass man etwas findet, was dermaßen überdurchschnittlich ist, dass man nach der Vita dieser Person fragt und sich wundert, wie man zu dermaßen tiefgründigen Einsichten gelangen konnte. Hl. Katharina ist es gelungen durch all die Leidenszeit hauptsächlich ihrer Ehe für Gott ganz transparent zu werden, weil sie durch das Leiden dermaßen gereinigt wurde, dass nichts persönliches in ihrer Person übrig geblieben ist. Si wurde zum Sprachrohr Gottes, was ihr Werk deutlich zeigt. Leben ist Leiden und wir kommen nicht umhin auch zu leiden, obwohl wir uns davor scheuen. Hedonismus schützt vor Leiden nicht, siehe Gunther Sachs, weil der ständige Pegel des Angenehmen auch ganz biologisch gesehen nicht haltbar ist. Um etwas als angenehm zu Empfinden oder als eine Lust, philosophisch gesprochen, müssen Sie vorher die Unlust, einen Mangel oder ein Leiden erfahren haben. Wenn Sie eine zu enge Hose tragen, die Sie drückt, dann werden Sie die Wohltat einer neuen, weiteren Hose erst nach den Unannehmlichkeiten der alten zu schätzen wissen. Das führt zur kurzzeitigen Lust auf der Hosen-Ebene, welche auch verstreichen wird, da Sie sich an das Angenehme gewöhnen und dies bald als normal wahrnehmen werden. Daher ist Hedonismus schon im Ansatz zum Scheitern verurteilt, weil er auf die lange Sicht hin nicht praktizierbar ist. Wir leiden alle, aber wie wir mit diesem Leidenskapital umgehen, liegt bei uns. Hl. Katharina hat nicht nur die Bekehrung ihres Ehemannes erlebt, sondern führte mit ihm bis zu seinem Tode eine Josephsehe. Sie ließ ihn also nicht sitzen, ließ sich nicht scheiden, sondern hielt es aus. Gott hat es schon zu ihrem Lebzeiten auf seine Weise belohnt. Also halten wir aus, Gott wird es schon zu richten wissen, wenn wir Seinen Willen tun und vor Leiden nicht zurückschrecken. Lebensabriß der heiligen Catharina 15.6.1447 in Genua geboren als letztes von fünf Kindern des bei ihrer Geburt schon verstorbenen Vaters Giacomo Fieschi und der Mutter Francesca Di Negro. 1460 äußert sie mit 13 Jahren den festen Willen, dem Beispiel ihrer älteren Schwester Limbania folgen und in das Augustiner-Chorfrauen-Kloster S. Maria delle Grazie in Genua eintreten zu wollen; sie erhält nicht die Erlaubnis. 13.1.1463 wird sie im Alter von erst 16 Jahren mit Giuliano Adorno vermählt. 1463 bis 1468: die fünf traurigen Ehejahre. 1468 Bis 1473: die fünf mondänen Ehejahre. 22.3.1473: Versuch, eine Generalbeichte abzulegen, sie wird von der Liebe Gottes überwältigt; erste Vision des blutüberronnenen Gekreuzigten. 24.3.1473: Generalbeichte, Bekehrung, Beginn eines neuen Lebens. Es folgen die Jahre harter Buße und des Einsatzes für die Kranken. 1476: Bekehrung des Gemahls der hl. Catharina Giuliano Adorno. 1476 bis 1497: Josefsehe Catharinas mit Giuliano Adomo. 1482 fängt Catharina mit ihrem Gemahl in der Nähe des Spitals Pammatone zu wohnen an. 1490 bis 1496 ist Catharina Rektorin des Spitals Pammatone. 1493: Pest in Genua, die 80 Prozent der Bevölkerung hinwegrafft; Catharina zieht sich bei der Pflege der Pestkranhen selbst die Pest zu, kommt aber mit dem Leben davon; es beginnt die geistliche Freundschaft mit Ettore Vernazza. 10.1.1497: Catharinas Gemahl Giuliano Adorno stirbt; die Witwe Catharina, die durch 25 Jahre ohne geistliche Leitung (nur von Gott selbst geführt) gelebt hat, kommt nun unter die geistliche Leitung des Priesters Cattaneo Marabotto; Freunde, geistliche Söhne und Töchter sammeln sich um Catharina, um ihre geistlichen Gespräche zu hören und niederzuschreiben. 1506 bis 1510: Catharina leidet unter einer natürlich nicht erklärbaren Krankheit. 14./15. September 1510: Catharina stirbt. 1512: 18 Monate nach ihrem Tod wird ihr Leichnam exhumiert; er war noch ganz unverwest; er blieb acht Tage lang zur Verehrung ausgesetzt; dabei erfolgten wunderbare Heilungen. 1610: Beginn des Seligsprechungsprozesses. 1675: Seligsprechung Catharinas durch Papst Clemens X. 16.6.1737: Heiligsprechung Catharinas zusammen mit Vinzenz von Paul, Franz Regis und Juliana Falconieri durch Papst Clemens XII. 1908: Friedrich von Hügel analysiere die sogenannten Werke der. hl. Catharina (Vita — Trattato del Purgatorio — Dialogo tra anima, corpo, amor proprio, spirito, umanità e Dio; alle drei Werke sind nach Fr. v. Hügel das Resultat einer zwischen 1495 und 1551 langsam voranschreitenden Erarbeitung aus den Gesprächen der hl. Catharina durch Ettore und Battestina Vernazza, Cattaneo Marabotto, Angelo Carletti u. a. 1944: Pius XII. ernennt die hl. Catharina von Genua zur zweiten Patronin der Krankenhäuser Italiens. 1962: P. Umile Bonzi da Genova OFMCap publiziert sein zweibändiges Werk “Santa Caterina Fieschi Adorno: Volume 1: Teologia mistica di S. Caterina da Genova, Volume II: Edizione critica dei Manoscritti Cateriniani” mit neuesten Forschungsergebnissen über Leben und Werk der hl. Catharina von Genua, wobei die Forschungsergebnisse…

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