Lesermeinung, Marketing und reiner Wein

DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) liest in der letzten Zeit ein Buch über Kaufpsychologie und Kaufverhalten, von einem amerikanischen Professor geschrieben, welcher alle Kauf- und Verkaufsstrategien an sich selbst ausprobiert hatte. Das Buch ist nach ungefähr 1/3 des Umfangs so.. so.. (wie der Amerikaner sagen würde) und enthält für Verkaufsprofis wohl Altbackenes. Es wird aber auch darin wieder einmal deutlich, dass die pragmatischen Amerikaner eine sehr junge Zivilisation darstellen und europäische Philosophie und Theologie schon längst tiefgründigere Ansichten eruiert und vermittelt hat. 

Was lernt man aus solchen Büchern?

Dass Menschen sehr irrational und selbstbezogen sind. Ja, man manipuliert sie am besten, wenn man ihnen das sagt, was Sie hören wollen und es auf eine glaubwürdige Weise tut. Die Menschen wollen ihr positives Selbstbild und Selbstwertgefühl nach außen tragen und darin von jemanden, am besten von einer Autorität, bestätigt werden. Man lernt aber auch, dass die Reaktionen des Publikums kaum einzuschätzen sind und man am besten bei seinen Projekten bleibt, denn man kann ohnehin nicht alle und alles erreichen. Und die Prädestination gibt es auch. Jemanden zu manipulieren bringt aber wirklich auf die lange Sicht nichts, denn jeder kommt irgendwann einmal dahinter, was viele Aufsteiger bitter erfahren mussten, weil sich irgendwann alles – das Gute und das Böse – kumuliert. Daher veröffentlichen wir oben abwechselnd die positiven und negativen Lesermeinungen, die man sich umsonst durchlesen kann, um die wahren Reaktionen abzubilden.

Wir fragen uns auch, ob die Darstellung des Abo-Typs den erhofften Erfolg bringen wird, denn manche können sich dabei beleidigt fühlen und ihrer Einzigartigkeit beraubt, welche uns die Welt einredet und vorgaukelt. Dabei sind wir alle typisch. Manchmal in Klleinigkeiten, aber dennoch. Andererseits – wäre das dialog-offene, sinn- und ergebnisleere Betutteln unserer nachkonziliaren Geistlichen erfolgreich, so würden nicht ca. 200 000 Katholiken in Deutschland aus der Kirche austreten und nur 10% zur sonntäglichen Messe gehen, von der fehlenden Breitenwirkung ganz zu schweigen. Der Franziskus-Effekt auch Rein-in-die-Apostasie genannt, beschleunigt diesen Effekt. Dem Kunden also das zu geben, was er verlangt, funktioniert offensichtlich marketingtechnisch innerhalb der Kirche nicht, weil die Menschen so etwas auch billiger vom Dealer um die Ecke erhalten können. Wir bleiben uns also treu, da solch ein Nischenblog wohl ein untypisches Nischenpublikum anzieht. Vielleicht sind wir auch zu günstig. Ja, das wird es wohl sein.

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