Resurrexit sicut dixit – ein frohes Osterfest!

Die Auferstehung Christi ist nicht nur eine Erfüllung der recht vagen Prophezeiungen des Alten Testaments diesbezüglich, sondern auch der eigenen Worte des Erlösers. Er hat es mehrmals gesagt (z.B. Mt 16, 21; Mk 8,31; Lk 9,22), doch die Jünger haben es nicht verstanden oder verdrängt. Vielleicht wussten sie schlicht nicht, was „auferstehen“ bedeutet (Mk 9,10), denn niemand hat es vorher oder nachher bewerkstelligt. So fassen wir zusammen:

  • Christus hat angekündigt, dass er auferstehen wird und er ist auferstanden,
  • Christus hat angekündigt, dass „die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen“ (Mt 16, 18) und sie werden sie nicht überwältigen

Während man wohl keine Zweifel bezüglich des ersten der oben genannten Punkte hat, zweifelt man an dem zweiten Punkt. Denn zu Ostern 2019 haben wir:

  • keinen gläubigen Papst,
  • keine gläubigen Kardinäle,
  • keine gläubigen Bischöfe,
  • keine gläubigen Priester,
  • kaum gläubige Laien

Woher wissen wir das?

Weil der Glaube ohne Werke tot ist (Jk 2, 24). Wären sie gläubig, würden sie etwas tun. Sie tun nichts, weil sie nicht glauben, d.h. weil sie die übernatürliche Wirklichkeit der Glaubenswahrheiten nicht wahrnehmen, denn glauben bedeutet nicht sich etwas einzubilden, was nicht ist, sondern etwas, dank Gottes Gnade, wahrzunehmen und zu verstehen, was ist.

Aber Gott wird es schon selbst richten oder?

Nein, das wird er nicht, denn von der Welterschaffung aus dem Nichts (creatio ex nihilo) abgesehen, hat sich Gott bislang immer der Menschen bedient, um Menschen zu erlösen. Deswegen ist auch Gott Mensch geworden. Gott hat Menschen berufen, Abraham, Moses, die Propheten, die Apostel, die Heiligen, welche in mühevoller Kleinarbeit, nach und nach die Kirche – die Arche für die Welt – auferbauten. Er hat in ihnen und durch sie gewirkt, aber nur insoweit sie ihn ließen. Der hl. Paulus bringt die Lehre der Zusammenarbeit der menschlichen Natur mit der göttlichen Gnade auf den Punkt:

Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben. Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht – nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir. (1 Kor 15,10)

Er hat sich nicht zurückgelehnt und gehofft, dass Gott selbst alles richtet, indem er mit Bischof Schneider sagte:

Man muß in diesem seltenen und heiklen Fall dem Eingreifen der Göttlichen Vorsehung Raum lassen.

Gott wird uns durch weitere Strafen und Züchtigungen, wie der Brand von Notre Dame, dazu bewegen, dass wenigstens manche von uns tätig werden die Wahrheit und die Heiligkeit der Kirche wieder aufzubauen und zwar dadurch, dass man sich der schlechten Hirten entledigt. So ist es immer gewesen. Die katholische Gegenreformation war nur deswegen möglich, weil durch die protestantische Reformation die schlechten Hirten:

  • in Apostasie fielen, Protestanten wurden und die Kirche verließen,
  • auf natürlichem Wege gestorben sind,
  • in den Religionskriegen und durch Sacco di Roma niedergemetzelt wurden

Dadurch also, dass eine „biologische Lösung“ bei den Schlechten erfolgte, konnten sich nach und nach die Guten langsam ausbreiten. Gott hat die Kirche, wie Christus, in der Vergangenheit mehrmals global und lokal auferweckt, weil es Menschen gab, die vorher dazu bereit waren sich für sie martern zu lassen und zu sterben. Bevor sich auch nicht jetzt welche finden, die etwas riskieren, wird es keine Auferstehung der Kirche geben. Denn Gott fordert unsere Mitwirkung.

All unseren Abonnenten, Lesern und Gästen wünschen wir ein fröhliches Osterfest!

1 Gedanke zu „Resurrexit sicut dixit – ein frohes Osterfest!

  1. Gesegnete Ostern Ihnen und allen Lesern.

    Lasst uns während der Feiertage Kräfte sammeln für den nächsten Schlag.
    Wie befürchtet, musste ich erfahren, dass die Dornenkrone jetzt im Louvre liegt und ich befürchte, dass es für lange, lange Zeit dabei bleibt..
    Sie sollte eigentlich am Karfreitag (wie üblich) zur Verehrung ausgesetzt werden und ich wollte gestern auch in Notre Dame dabei sein. Wie viele Gnaden gehen uns und der Welt dadurch verloren, meine Trauer lässt sich in keine Worte fassen.

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