Tradition und Glauben

22. September: Fest des heiligen Bekenner-Bischofs Thomas von Villanova

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Thomas war im Städtchen Fuellana in der Diözese Toledo in Spanien geboren im Jahre 1488 und bekam von seinen sehr guten Eltern von Beginn des Lebens an frommen Sinn und ein besonders mitleidiges Herz gegenüber den Armen, wovon er schon als Knabe viele Beweise gab; aber das ist vor allem wissenswert, dass er, um die Nackten zu bekleiden, nicht bloß einmal seine eigene Kleider auszog. Nach abgeschlossener Kindheit wurde er nach Alcala geschickt, um als Zögling im größeren Seminar des heiligen Ildefons den Wissenschaften zu obliegen; beim Tode des Vaters aber zurückgerufen, bestimmte er sein ganzes Erbe zur Ernährung armer Jungfrauen, und kehrte gleich dorthin zurück und ragte, nachdem er den Lehrgang in der heiligen Theologie durchgemacht hatte, derartig in der Gelehrsamkeit hervor, dass er auf derselben Universität den Lehrstuhl besteigen musste, und die philosophischen und theologischen Fragen in staunenswerter Weise klar legte; unterdessen suchte er in ständigem Gebet die Wissenschaft der heiligen und rechte Lebensart vom Herrn mit großem Eifer zu erbitten. Daher trat er auf göttliche Eingebung in den Orden der Eremiten vom heiligen Augustinus ein.

Nach dem Eintritt in den Orden ragte er in allen Tugenden und in allen guten Eigenschaften eines Ordensmannes hervor und glänzte durch seine Demut, Geduld, Enthaltsamkeit, aber im höchsten Grade durch seine ganz glühende Nächstenliebe, und war unter den mannigfachen und ununterbrochenen Arbeiten stets mit Gebet und mit Betrachtung göttlicher Dinge in unsiegbaren Eifer beschäftigt. Da er an Heiligkeit und Wissen hervorragte, musste er das Amt eines Predigers übernehmen, und hierin führte er ganz unter dem Wehen der himmlischen Gnade unzähliger Menschen aus dem Schmutz des Lasters auf den Weg des Heiles zurück. Als dann zur Leitung der Brüder bestimmt, Verband er Klugheit, Billigkeitssinn und Sanftmut mit gleicher Gewissenhaftigkeit und Strenge, dass er die ursprüngliche Zucht seines Ordens an vielen Orten entweder befestigte oder wiederherstellte.

Zum Erzbischof von Granada ausersehen, lehnte er mit staunenswerter Demut und Standhaftigkeit das erhabene Amt ab. Aber nicht lange darauf musste er im Gehorsam gegen seine oberen die Leitung der Kirche von Valencia übernehmen; und diese regierte er ungefähr elf Jahre derartig, dass er als hervorragend heiliger und wachsamer Hirte seinen Dienst versah. Im Übrigen gab er sich, ohne seine gewohnte Lebensweise in irgendetwas besonders zu ändern, einer unersättlichen Liebestätigkeit hin, indem er die reichen kirchlichen Einkünfte für die armen Verwandte und sich nicht einmal ein Bett zurück behielt; denn dasjenige, in dem er lag, als er zum Himmel gerufen wurde, hatte er von demjenigen geliehen, dem er es kurz vorher als Almosen geschenkt hatte. Er starb in Vereinigung mit dem Herrn am 8. September, 68 Jahre alt. Die Heiligkeit seines Dieners ließ Gott schon zu Lebzeiten und als dann nach seinem Tode durch Wunder bezeugen; besonders dadurch, dass er nach Verteilung des Getreides an die Armen vollständig leerer Speicher plötzlich gefühlt vorgefunden wurde, und dass an seinem Grab ein toter Knabe zum Leben geweckt wurde. Da er in diesen und nicht wenigen anderen Wundern ausstrahlte, nahm ihn Papst Alexander VII. unter die Zahl der Heiligen auf.

Kirchengebet: O Gott, der du den heiligen Bischof Thomas mit der Tugend der Barmherzigkeit in hervorragender Weise ausgestattet hast, lass, wir bitten dich, ob seine Fürsprache hin alle, die dich anflehen, huldvoll die Schätze deines Erbarmens herabströmen.  

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

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