Tradition und Glauben

24. März – Fest des Hl. Erzengels Gabriel

Beitrag hören
5/5 - (2 Stimmen)

Lesezeit: 5 Minuten

Erste Lesung

Aus dem Propheten Daniel. Als ich, Daniel, noch redete und betete und mein Sündenelend bekannte und die Sünden meines Volkes Israel, und als ich mein Flehen vorbrachte bei dem Antlitz meines Gottes, für den heiligen Berg meines Gottes, als ich noch redete im Gebete, siehe, da stand der Mann Gabriel, den ich in der Erscheinung zu Beginn gesehen hatte, kam rasch herbeigeeilt und fasste mich an zur Zeit des Abendopfers. Und er gab mir eine Lehre und geht redete zu mir also: Daniel, nun bin ich hergekommen, damit ich dir eine Lehre gebe und damit du mich verstehst. Als du begannest ein Flehen, da erging eine Entscheidung, und ich bin gekommen, sie dir mitzuteilen, weil du ein Liebling (des Himmels) bist; du also achte auf die Entscheidung und sei aufmerksam auf die Offenbarung

Zweite Lesung

Auf 70 Wochen ist abgekürzt, was kommen soll über dein Volk und über die heilige Stadt, bis die Verkehrtheit zum Abschluss kommt und das Sündenelend ein Ende erreicht und herbeigeführt wird ein ewiger Rechtszustand und erfüllt wird, was geoffenbart und geweissagt ist, und gesalbt wird der Allerheiligste. Höre also und merke auf: Vom Ausgang der Verordnung, dass Jerusalem wieder aufgebaut werden soll bis auf den Messias, den Führer, werden sieben Wochen und 62 Wochen vergehen und in diesen wird wiederum bebaut werden der Platz, und es werden Mauern entstehen trotz einer Zeit der Bedrängnis.

Dritte Lesung

Und nach 62 Jahre Wochen wird der Messias getötet werden, und es wird ein abtrünniges Volk sein, dass in verleugnen wird. Und die Stadt und das Heiligtum wird verwüsten ein Volk mit seinem Fürsten, der herankommt; und das Ende derer wird seine Verwüstung und die nach Beendigung eines Krieges feststehenden Gräuel. Und er wird den Bund mit der Menge in der einen Woche bestätigen und in der Mitte der Woche wird ein Ende haben Opfergabe und Opferfeier, und es wird im Tempel ein gräuliches Scheusal erscheinen, und bis zur letzten Vollendung wird gehen die Verwüstung.

Vierte Lesung

Predigt des heiligen Priesters Beda des Ehrwürdigen. „Dem Zacharias erschien ein Engel und stellte sich zur Rechten des Altars mit dem Opferfeuer.“ In richtiger Weise erscheint der Engel im Tempel und neben dem Altar und auf der rechten Seite; denn er verkündet ja die Ankunft des wahren Priesters, das Geheimnis des allgemeinen Opfers und die Freude über das Geschenk vom Himmel. Denn wie durch die Linke die gegenwärtigen, so werden durch die Rechte oft ewige Güter angedeutet; gemäß dem, was im Lob der Weisheit gesagt wird: „Eine lange Dauer von Tagen ist in seiner Rechten; in seiner Linken ist Reichtum und Herrlichkeit.“ Den zitternden Zacharias ermutigt der Engel; wie es nämlich der menschlichen Schwachheit eigen ist, durch den Anblick eines geistigen Wesens erschreckt zu werden, so ist es der Güte der Engel zu eigen, die durch ihren Anblick erschreckten Sterblichen mit Freundlichkeit zu trösten. Dagegen ist es der Wildheit des Teufels eigen, diejenigen, bei denen er einen Schrecken über seine Gegenwart merkt, mit innerem größeren Schaudern zu erschüttern, das auf keine andere Weise besser überwunden wird als durch nie wankenden Glauben.

Fünfte Lesung

Als der Engel sagte, daß das Gebet erhört sei, verhieß er gleich die Niederkunft der Gattin. Das soll nicht heißen, daß jener (Zacharias), der zu einer Opferfeier für das Volk eingetreten war, die Anliegen des Volkes hätte unterlassen und um Gewährung von Nachkommenschaft bitten können, zumal ja niemand um das bittet, auf dessen Empfang er nicht mehr hofft; und so sehr war jener an sein Alter und an die unfruchtbare Gattin denkende Mann ohne Hoffnung, Nachkommenschaft zu erhalten, daß er nicht einmal dem Engel, der solche verhieß, Glauben schenkte. Es soll im Gegenteil der Satz: „Dein Gebet ist erhört“, bedeuten: (das Gebet) für die Erlösung des Volkes; und der Satz „Deine Gattin wird dir einen Sohn gebären“, deckt die Reihenfolge dieser Erlösung auf, insofern nämlich, als der dem Zacharias geborene Sohn dem Erlöser jenes Volkes durch seine Heroldsarbeit den Weg bahnen sollte. Weil er nämlich gesagt hatte, daß der für das Volk betende Zacharias erhört sei, lehrt er, in welcher Reihenfolge das Volk erlöst und zur Vollkommenheit gebracht werden soll, nämlich durch Buße bei der Predigt des Johannes und durch den Glauben an Christus.

Sechste Lesung

Zacharias, der bei der Erhabenheit der Verheißung hin und her schwankt, sucht nach einem Zeichen, auf das hin er glauben könnte; er sucht, obwohl ihm allein der Anblick des Engels oder die Anrede desselben als Zeichen hätte genügen müssen. Darum erhält er mit Recht die Strafe für das Mißtrauen durch das Stummwerden, damit ihm eine und dieselbe Schweigsamkeit ein Beweis wäre für den Glauben, wie er ihn gesucht hat, und zugleich eine Strafe für den Mangel an Glauben, die er verdient hat. Es muß dies so verstanden werden, daß er, wenn ein Mensch solches verheißen hätte, einen Beweis verlangen dürfte, ohne strafwürdig zu werden, daß aber, wenn ein Engel verheißt, ein Zweifel nicht erlaubt ist. Und er gibt einen Beweis, der verlangt wird, damit derjenige, der ungläubig redete, lerne, durch Schweigen gläubig zu werden. Hier ist zu bemerken, daß der Engel bezeugt, er stehe vor Gott und er sei auch zur Überbringung der frohen Botschaft an Zacharias gesandt worden. Auch dann nämlich, wenn die Engel zu uns kommen, besorgen sie in der Weise äußerlich ihren Dienst, daß sie dennoch niemals unsichtbar von Gott fern bleiben durch die Anschauung. Sie werden also ausgesandt und sie bleiben bei Gott stehen; denn wenn auch der Geist des Engels begrenzt ist, so ist doch der höchst Geist, Gott selbst, nicht begrenzt. Deshalb sind die Engel, auch wenn sie ausgesandt sind, bei ihm, weil sie, wohin sie auch als Gesandte hinkommen, immer in ihm hin und her eilen. – Das Fest des heiligen Erzengels Gabriel hat Papst Benedikt XV. auf die ganze Kirche ausgedehnt.

Nach der Werbung geht's weiter

Siebte Lesung

Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

In jener Zeit war der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa mit Namen Nazareth, zu einer Jungfrau, die mit einem Mann vom Hause Davids vermählt war, welcher Joseph hieß; un der Name der Jungfrau war Maria usw.

Auslegung vom heiligen Abt Bernhard. Meiner Ansicht nach ist dieser Engel keiner von den untergeordneten, die aus irgendeinem beliebigen Grunde, wie das häufig zu geschehen pflegte, eine Dienstleistung auf der Erde besorgen. Das darf schon ganz offen aus seinem Namen geschlossen werden, der, wie man sagt, als „stärker Gottes“ übersetzt wird; und auch daraus, dass er heißt, er sei nicht von einem anderen, vielleicht höheren Geist – wie das zu geschehen pflegt – gesandt worden, sondern von Gott selbst. Deswegen steht geschrieben: „von Gott“ (gesandt) zu. Oder es heißt deswegen klar „von Gott“, damit man ich glaube, Gott habe seinen Ratschluss irgendeinem, sei es auch nur einen der seligen Geister, von der Jungfrau (Maria) mitgeteilt, – eine Ausnahme machte nur der Erzengel Gabriel. Dieser dürfte allerdings unter seinesgleichen eine solch hervorragende Stellung eingenommen haben, dass er würdig befunden wurde, einen solchen Namen zu tragen und eine solche Botschaft zu überbringen.

Achte Lesung

Es widersprechen sich bei ihm auch nicht Name und Botschaft. Wer hätte auch passender Christus, die Kraft Gottes, ankündigen sollen als derjenige, der mit ihm den gleichen ehrenvollen Namen hat (denn welcher Unterschied besteht denn zwischen Stärke und Kraft? Es dürfte auch nicht als ungeziemend und unpassend angesehen werden, dass der Herr und der Bote mit dem gleichen Worte bezeichnet werden, da die beiden der Grund die gleiche Benennung noch nicht der gleiche ist. Aus einem anderen Grunde wird nämlich Christusstärke oder Kraft Gottes genannt, aus einem anderen Grunde der Engel. Beim Engel ist es nur eine äußerliche Benennung, bei Christus aber entspricht der Name seinem Wesen.

Kirchengebet

O Gott, Du hast den Erzengel Gabriel aus der Schar der anderen Engel dazu erkoren, das Geheimnis Deiner Menschwerdung zu verkünden; laß in Deiner Gnade uns, die wir auf Erden sein Fest feiern, seine Macht als Schutzherr im Himmel an uns erfahren: der Du lebst. Amen.

Nach der Werbung geht's weiter

Ihre Paypal-Spende

Möchten Sie uns unterstützen? Wählen Sie einen Betrag, indem Sie die Einheit 10 € mit der Anzahl im Kästchen multiplizieren. Vergelt’s Gott!

10,00 €

Kredit- oder Debitkartenzahlung

Offline-Abos

3 Monate 39,99€ 6 Monate 69,99€ 12 Monate 129,99€

Banküberweisung im Voraus

Familien-Abos

Monatsabo 59,99€ Jahresabo 399€

Bis zu 6 Personen, Kredit – oder Debitkartenzahlung

Alle Beiträge, ohne Werbung, Vorlesefunktion, Kommentieren,

mit Print-Möglichkeit!

Mehr Info finden Sie hier und hier

Kredit- oder Debitkartenzahlung

Offline-Abos

3 Monate 39,99€ 6 Monate 69,99€ 12 Monate 129,99€

Banküberweisung im Voraus

Familien-Abos

Monatsabo 59,99€ Jahresabo 399€

Bis zu 6 Personen, Kredit – oder Debitkartenzahlung

Alle Beiträge, ohne Werbung, Vorlesefunktion, Kommentieren,

mit Print-Möglichkeit!

Mehr Info finden Sie hier und hier

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet oder das römische Brevier, Bd. II, Regensburg 1927, 842 f.

Beitrag hören
5/5 - (2 Stimmen)

Zum Download für Abonnenten geht es hier:

Translate

Werbung

Letzte Beiträge

Letzte Beiträge

Kommentare

Top Beiträge

Dämon auf dem Bett oder die Todesstunde
Hl. Alphons Maria von Liguori, Vorbereitung zum Tode (20)
Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe - Festtage III - Mariae Verkündigung
18. Mai - hl. Venantius von Camerino, Märtyrer

Archive

Gesamtarchiv
Monatsarchive

Beitrag teilen

Werbung

UNSERE pRODUKTE

Werbung

Spenden

Ihre Paypal-Spende

Möchten Sie uns unterstützen? Wählen Sie einen Betrag, indem Sie die Einheit 10 € mit der Anzahl im Kästchen multiplizieren. Vergelt's Gott!

€10,00

Blogstatistik

Kommentar- und Printfunktion nur für Abonnenten.

  • 579.297 Besuche
You cannot copy content of this page
error: Content is protected !!