Tradition und Glauben

24. Oktober – Hl. Erzengel Raphael

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Evangelium zum Fest des Hl. Erzengels Raphael

Joh 5, 1 – 4

Es war ein Fest der Juden, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem.

Es ist aber in Jerusalem ein Schafteich, welcher auf hebräisch Bethsaida heißt, und fünf Hallen hat. In diesen lag eine große Menge von Kranken, Blinden, Lahmen, Schwachen, welche auf die Bewegung des Wassers warteten.
Denn ein Engel des Herrn stieg zu Zeiten in den Teich hinab, und das Wasser kam in Bewegung. Wer nun zuerst nach der Bewegung des Wassers in den Teich hinabstieg, wurde gesund, mit welcher Krankheit er auch behaftet sein mochte.

Predigtext des Kirchenvaters

In den Lesungen sucht der heilige Bonaventura (5. Predigt von den heiligen Engeln) aus den Umständen, die im Buch Tobias von dem Fisch und von den ihm entnommenen Heilmitteln erzählt werden, die dreifache Tätigkeit der Engel uns gegenüber zu beleichten, und zwar

in der 4. Lesung zählt er drei Arten dieser Tätigkeit auf und behandelt die erste, nämlich die Anregung zur wahren Reue:

Predigt vom heiligen Bischof Bonaventura. Raphael heißt: Gottes Arznei. Und wir müssen darauf achten, daß die Herausführung vom Übel durch die Wohltaten bewirkt wird, die uns von dem uns ärztlich pflegenden Raphael erwiesen werden. Der Arzt Raphael führt uns also aus der Schwäche des Geistes heraus, indem er uns zur Bitterkeit der Reue anleitet; deshalb sagte im Buche Tobias Raphael: Wenn du in dein Haus eingetreten bist, bestreiche seine Augen mit der Galle. So tat er und jener ist sehend geworden. Weshalb konnte es Raphael nicht selbst tun? Weil der Engel die Zerknirschung nicht gibt, sondern den Weg dazu weist. Unter der Galle wird verstanden die Bitterkeit der Reue, die Heilung bringt dem inneren Auge des Geistes. Der Psalm sagt: „Der da heilt, die zerknirschten Herzens sind.“ Das ist die Augensalbe. Im zweiten Buche der Richter wird gesagt, daß ein Engel zum Ort des Weinens aufstieg und dem Volke sagte: „Ich habe euch aus dem Lande Ägyptens herausgeführt, ich habe euch so viele große Wohltaten erwiesen; und es fing das Volk an zu weinen, so daß jener Ort den Namen bekam: „Ort des Weinens“. Geliebteste, die Engel erzählen uns den ganzen Tag die Wohltaten Gottes und führen sie uns vor das Gedächtnis: Wer ist dein Schöpfer, wer dein Erlöser? Was hast du getan, wen beleidigt? Wenn du dies beachtest, hast du keine andere Arznei als das Weinen.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

In der 5. Lesung behandelt der Heilige die zweite Art der Tätigkeit der Engel an uns, nämlich die Anregung zum Andenken an den leidensvollen Tod des Herrn:

Zweitens führt uns Raphael aus der Knechtschaft des Teufels heraus, indem er uns eingibt die Erinnerung an den leidensvollen Tod Christi; zur Veranschaulichung hiefür ist im sechsten Kapitel des Buches Tobias gesagt: „Wenn du einen Teil seines Herzens auf Kohlen legst, verscheucht der Rauch davon alle Art von bösen Geistern.“ Es wird im achten Kapitel des Buches Tobias gesagt, daß Tobias einen Teil des Herzens auf Kohlen legte, und daß Raphael den bösen Geist bändigte in der Wüste von Oberägypten. Was ist das? Konnte Raphael den bösen Geist nicht bändigen, ohne daß das Herz auf Kohlen gelegt wurde? Gab denn das Herz des Fisches dem Engel eine solche Kraft? Keineswegs! Sie vermöchte nichts, wenn hier nicht ein Geheimnis wäre. Darin wird uns nämlich das Verständnis dafür gegeben, daß es nichts gibt, was uns heute derartig von der Knechtschaft des Teufels befreit als der leidensvolle Tod Christi, der aus dem Herzen bzw. aus der Liebe wie aus einer Quelle entstieg. Das Herz nämlich ist die Quelle der Wärme für das ganze Leben. Wenn man also das Herz Christi, d. h. den leidensvollen Tod, den er erduldet, der aus der Liebe wie aus einer Wurzel und Wärmequelle emporsteigt, auf Kohlen, d. h. auf das in Glut lodernde Gedächtnis legt, wird sogleich der böse Geist gebändigt, so daß er dir nicht mehr schaden kann.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

In der 6. Lesung behandelt der Heilige die dritte Art der Tätigkeit der Engel an uns, nämlich die Anregung zum inständigen Gebet:
Drittens befreit er uns von dem Gegensatz zu Gott, in den wir durch die Beleidigung Gottes hineingeraten, und zwar indem er uns zum inständigen Beten anleitet. Und das ist dasselbe, was der Engel Raphael im zwölften Kapitel des Buches gesagt hat: „Als du unter Tränen betetest, brachte ich dein Bitten vor den Herrn.“ Die Engel arbeiten nämlich selbst an unserer Versöhnung mit Gott, soviel sie können. Unsere Ankläger vor Gott sind die bösen Geister. Die Engel aber entschuldigen uns, wenn sie unsere Gebete vorhalten, zu deren andächtiger Verrichtung sie uns anleiten. Im achten Kapitel der Offenbarung heißt es: „Es steigt hinauf der Wohlgeruch vor das Antlitz des Herrn aus der Hand des Engels.“ Diese so lieblich duftenden Wohlgerüche sind die Gebete der Heiligen. Willst du Gott versöhnen, den du beleidigt hast? Bete andächtig. Sie bringen dein Gebet vor Gott, um dich mit Gott zu versöhnen. Es wird bei Lukas gesagt, daß Christus, als er in Todeskampf geriet, inständiger betete, und daß ein Engel ihm erschien, um ihn zu stärken. Und dies alles ist unseretwegen geschehen, weil der diese seine Stärkung nicht brauchte, sondern damit gezeigt würde, daß sie gern den andächtigen Betern beistehen, und daß sie ihnen gern helfen und sie stärken und ihre Gebete vor Gott bringen. – Das Fest des heiligen Erzengels Raphael hat Papst Benedikt XV. auf die ganze Kirche ausgedehnt.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Gott, du gabst Deinem Diener Tobias den hl. Erzengel Raphael als Begleiter auf dem Wege; so verleihe denn uns, Deinen Dienern, die Gnade, daß wir immerdar durch seinen Schutz behütet und durch seinen Beistand gesichert seien. Durch unsern Herrn. Amen.

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