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27. April – Hl. Petrus Canisius, Bekenner, Kirchenlehrer

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Petrus Canisius ward zu Nymwegen in Geldern im selben Jahr geboren, in dem Luther in Deutschland in offenkundiger Auflehnung von der Kirche abfiel und Ignatius von Loyola nach Niederlegung des irdischen Soldatendienstes sich dem Kampf der Kämpfe für den Herrn zuwandte; so gab Gott also eine Vorbedeutung, wen jener nachmals als Gegner und wen er zum Führer im heiligen Kampfe haben werde. In Köln, wohin er sich zur Ausbildung begeben hatte, verpflichtete er sich Gott durch das Gelübde zur lebenslänglichen Keuschheit und kurz darauf trat er in die Gesellschaft Jesu ein. Mit der Priesterwürde ausgestattet, ging er gleich an die Verteidigung des katholischen Glaubens gegen die Schliche der Neuerer durch Übernahme von Gesandtschaften, durch Predigten und Schriften. Wegen seiner allbekannten Klugheit und seiner erprobten Verhandlungsgeschicklichkeit vom Kardinal von Augsburg und den päpstlichen Gesandten sehr gedrängt, nahm er einige Male an der Kirchenversammlung von Trient teil, und er sorgte im Auftrage des Papstes Pius IV. für die rechtmäßige Bekanntmachung wie auch für Befolgung der Bestimmungen derselben in Deutschland. Von Paul IV. zum Reichstag nach Petrikau1 gesandt und zu anderen Gesandtschaften von Gregor XIII. verwandt, behandelte er die wichtigsten Angelegenheiten der Religion mit unermüdlichem und durch Schwierigkeiten nie gebeugtem Sinn und führte sie selbst unter offenkundigen Lebensgefahren zu einem glücklichen Ausgang.

Von dem aus dem Himmel kommenden Feuer der Liebe, das er in der vatikanischen Basilika aus dem Innern des Herzens Jesu einst in reichlicher Weise geschöpft hatte, entbrannt und einzig auf die Mehrung der Ehre Gottes bedacht, hat er mehr als vierzig Jahre – es ist kaum zu sagen, wie viele – Mühen übernommen, Bedrängnisse erduldet, um viele Städte und Gegenden Deutschlands entweder vor der Verseuchung durch die Irrlehre zu bewahren oder, wenn sie von der Irrlehre angesteckt waren, dem katholischen Glauben zurückzugewinnen. Auf dem Reichstag zu Regensburg und zu Augsburg feuerte er die Reichsfürsten zum Schutz der Rechte der Kirche und zur Besserung der Sitten des Volkes an; in Worms brachte er die kecken Lehrer der Falschheit zum Schweigen. Vom heiligen Ignatius zum Provinzialobern der oberdeutschen Provinz ernannt, gründete er an vielen Orten Ordens- und Studienhäuser. Das in Rom gegründete deutsche Kolleg suchte er mit aller Mühe zu fördern und zu erweitern; auch an den Akademien brachte er die elend darniederliegenden kirchlichen und weltlichen Wissenschaftsfächer zu neuem Leben; gegen die Magdeburger Zenturionen schrieb er in meisterhafter Weise zwei Bände und veröffentlichte eine Zusammenfassung der christlichen Lehre, die nach dem Urteil der Gottesgelehrten und durch den allgemeinen Gebrauch durch drei Jahrhunderte sich überall bewährte und noch sehr vieles andere, was für die Belehrung der Volksmassen sehr geeignet ist. Daher wurde er der Ketzerhammer und der zweite Apostel Deutschlands genannt, und man nahm ganz mit Recht zu seiner Ehre an, er sei zum Schutz der Religion in Deutschland von Gott besonders auserwählt worden.

Mitten unter diesen Arbeiten pflege er durch häufiges Gebet und durch ständiges Nachdenken über himmlische Dinge, wobei er häufig von Tränen übergossen und zeitweise im Geiste den Sinnen entrückt war, sich mit Gott zu vereinigen. Obwohl er bei hervorragenden selbst durch Heiligkeit berühmten Männern und bei vier Päpsten in hohen Ehren stand, dachte er so niedrig von sich, daß er sich für den geringsten aller erklärte und ansah. Das Wiener Bistum schlug er einmal, zweimal und zum drittenmal aus. Seinen Vorgesetzten ganz willfährig, war er auf ihren Wink bereit, alles liegen zu lassen oder zu unternehmen, auch mit Gefahr der Gesundheit und des Lebens. Durch freigewählte Selbstzüchtigung schützte er lebenslänglich seine Keuschheit. Schließlich ging er zu Freiburg in der Schweiz, wo er sich sehr viel für die Ehre Gottes und für das Heil der Seelen in den letzten Jahren seines Lebens abgemüht hatte, zum Herrn ein am 21. Dezember des Jahres 1597, in seinem 77. Lebensjahre. Diesen entschiedenen Vorkämpfer für die katholische Wahrheit erhob Papst Pius IX. zu den Ehren der Seligen; da er aber in neuen Wundern aufstrahlte, fügte ihn Papst Pius XI. im Jubiläumsjahre dem Verzeichnis der Heiligen bei und erklärte ihn zugleich als Lehrer der gesamten Kirche.

1Dort war 1558 ein polnischer Reichstag

Kirchengebet

O Gott, der du zum Schutze des katholischen Glaubens deinen heiligen Bekenner Petrus mit Kraft und Gelehrsamkeit geziert hast, gewähre uns huldvoll die Gnade, daß gemäß seinem Vorbild und seiner Mahnungen die Irrenden zum Streben nach dem Heile umkehren und die Gläubigen im Bekenntnis des Glaubens ausharren. Durch unsern Herrn. Amen.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet Teil I, S. 766 f.

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