Tradition und Glauben

29. Januar – Hl. Franz von Sales

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Gestern am 29. Januar feierte die Kirche im alten Kalender das Fest des hl. Franz von Sales (1567-1622), dessen Gedenken nach dem Konzil aus unerklärlichen Verwirrungsgründen auf den 24. Januar verlegt wurde. Man kann seinen frommen Lebenslauf hier nachlesen, aus dem ersichtlich wird, dass der hl. Franz richtigerweise der nachkonziliaren damnatio memoriae (Verdammnis der Erinnerung) unterworfen wurde. Er hat nämlich sein ganzes Leben lang lauter vorkonziliare Dinge getrieben, welche jetzt unter Bergoglio nicht nur anrüchig, sondern richtig verdammungswürdig sind. Nennen wir nur drei:

  1. Er hat lebenslang die Keuschheit bewahrt.
  2. Er hat Protestanten zum Katholizismus bekehrt.
  3. Er hat einen Nonnenorden gegründet.

Was sind aber die unkatholischen Direktiven des jetzigen Pontifikats?

ad 1. Sex, Sex, Sex, am liebsten gleichgeschlechtlich einvernehmlich, von Bischof zu Seminarist und umgekehrt und nieder mit dem Zölibat.

ad 2. Ökumene hoch drei, die Einheitsreligion der neuen Einheitskirche.

ad 3. Vultum Domini und Cor orans, praktische Auflösung der kontemplativen Orden, Auflösung einigermaßen traditioneller und frommer Frauenorden

Warum protestieren denn unsere lieben Geistlichen nicht dagegen?

Weil es ihnen egal ist und Homosex „dumm im Kopf macht“, wie sich der Bayer tautologisch auszudrücken beliebt. Diejenigen, die im Konkubinat leben und „Abschaffung des Zwangszölibats“ fordern, sind auch nicht besser dran. Wie anders verfuhr doch der hl. Franz von Sales, der sich wirklich um die ihm anvertrauten Seelen kümmerte:

Um den Verwüstungen des Calvinismus in seinem Land entgegen zu wirken, bat der Herzog von Savoyen den Bischof von Genf, der zu Annecy residierte, um tüchtige Missionare. Der junge Dompropst übernahm die Mission in Chablais. Zwei Jahre lang haßten ihn die Calvinisten mit satanischem Haß, verschlossen ihm alle Türen, gaben ihm weder Nahrung noch Herberge – nicht einmal um teures Geld, und suchten ihn oft zu töten: allein Franz blieb stets sanft, heiter, voll Gottvertrauen; er zog landauf, landab, spendete milde Gaben den Armen, herzlichen Trost den Bedrängten, liebreiche Lehren den Kindern. Die Glut seiner Liebe überwand allmählich die Vorurteile der Verführten und drang in die Herzen der Edleren. Die erste Eroberung seiner ausdauernden Freundlichkeit war, daß er in einer alten 3/5 Kapelle predigen durfte. Mit jeder Predigt wuchs die Zahl seiner Zuhörer, eine wunderbare Kraft entströmte seinen Worten und seinen Blicken… Nach Verlauf von zwei Jahren frohlockte das ganze Volk – 72000 Seelen über den Wiederbesitz des alten, katholischen Glaubens, den der Heilige durch Errichtung von Pfarreien und Einsetzung würdiger Priester befestigte. 

Ja, die lieben Kalvinisten haben ihn gehasst und umzubringen versucht, er aber hat gewirkt und wie. Er ist nach Genf, ins Schlangennest – die Hochburg des Kalvinismus gegangen – ohne an seine Sicherheit zu denken, vom zweiten Stück Kuchen im Kaninchenzuchtverein, der sicherlich kein katholischer war, ganz zu schweigen. Ihr gut genährter Herr Pfarrer wird sich nach diesem Dictum im Sessel zurücklehnen, mit der Zigarre nach oben paffen und sagen:

Nein, nein, so einfach ist es nicht. Man muss differenzieren und divergieren. Damals für die damaligen Zeiten war es richtig. Heute für die heutigen Zeiten ist es falsch. Wir müssen an die Ökumene denken und den Dialog pflegen. Ganz ohne Konflikte, versteht sich. 

Und ihr immer erschrockener Pius-Priester wird entgegnen:

Ja, ja, die große vorkonziliare Heiligkeit. Aber heute ist es schwieriger, die Gesellschaft wissen Sie, keinen Halt in den Familien. Es erfordert Klugheit, man ist den Gehorsam den Oberen schuldig. Wir müssen zuerst an unsere kleine Herde denken. Die Konzilskirche soll es bitteschön machen.

Sodass die armen Seelen der heutigen Kalvinisten genauso auf die Hölle zurasen, wie die Seelen der Taufscheinkatholiken, die dank dieser „Seelsorge“ an nichts glauben, weil ihnen niemand etwas verkündet. Warum ist es so? Weil Verkündigung Mut erfordert und unsere lieben Geistlichen sind allesamt schrecklich feige.

Aber lesen wir dazu die Predigt des hl. Augustinus zu Mt 5, 13-19 (Ihr seid das Salz der Erde), wie sie in der Dritten Matutin des Tridentinischen Breviers und des Breviers des Pius X. vorkommt. Diese Predigt wird an den Festen der Kirchenlehrer gelesen, zu denen ja der hl. Franz von Sales gehört:

Es zeigt der Herr, dass als blöde diejenigen anzusehen sind, die entweder in der Sucht nach der Menge zeitlicher Güter oder aus Furcht vor Mangel an solchen die ewigen Güter verlieren, die von den Menschen weder gegeben, noch weggenommen werden können. Deshalb heißt es: „Wenn das Salz schal geworden ist, womit soll es gesalzen werden?“ Das will heißen: wenn ihr, wo durch euch die Volksscharen gleichsam durchgesalzen werden sollen, aus Furcht vor der eine Zeitlang dauernden Verfolgung das himmliche Reich verliert, welche Menschen werden dann da sein, durch die euch der Fehler entfernt wird, da ja euch der Herr dazu erwählt hat, durch euch die Fehler der anderen zu entfernen? 

Betrachten wir dieses Fragment hinsichtlich unserer lieben Geistlichen. Sie wurden erwählt, um uns zu erleuchten und durchzusalzen. Wenn sie verkommen, wird es niemanden geben, der sie ermahnen kann, weil er nicht wissen wird, in wessen Namen und aus welcher Perspektive er dies tun sollte. Und das ist gerade das Diabolische an der nachkonziliaren Entwicklung: die katholische Lehre wurde so entleert, dass sie zu der katholischen Leere mit dem Horror vacui (Angst vor der Leere) wurde. So meint der Legionäre-Christi- I’m shocked– Kardinal Farrell , dass es nichts in Amoris Laetitia gibt, was dem Evangelium widerspricht. DSDZ (dem Schreiber dieser Zeilen) ist schon klar, dass all sein Unsere-lieben-Geistlichen-Bashing viel Ähnlichkeit mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde hat, welche jeder Jurist als formlos, fristlos und fruchtlos subsumieren wird. Dies stimmt zwar, aber es kommt doch meistens in die Personalakte eines Beamten und kann gegen ihn, falls man es möchte, doch verwendet werden, wenn er mal weniger gut bei den Vorgesetzten angesehen sein sollte. Aber wie der Beamte sich an das geltende Recht zu halten hat, so hat auch ein jeder Fitnesstrainer oder Bastellehrer sein Handwerk zu können. Bei unseren lieben Geistlichen kann nicht einmal das vorausgesetzt werden, denn sie können meistens sich nur aalglatt aus der Affäre ziehen, indem sie etwas völlig Zweideutiges und Unverbindliches sagen. Aber Benedikt XVI. hat es mit seinem Rücktritt vorgelebt, warum sollte denn jetzt jemand aus der Reihe tanzen? Weil ihn Gott bestraft, und zwar in der Ewigkeit.  Lesen wir weiter:

Also heißt es: „Zu nichts weiter taugt das schal gewordene Salz, als dass es hinausgeworfen und von den Menschen zertreten wird.“ Also wird von den Menschen nicht getreten, wer Verfolgung über sich ergehen läßt, sondern wer aus Furcht vor der Verfolgung erblödet. Getreten werden kann nur ein unten Liegender; aber unten liegt der nicht, der, wenn er auch körperlich vieles auf Erden aushält, mit dem Herzen dennoch im Himmel selbst haftet.

Ja, Verfolgung ist nicht das Schlimmste, Folter ist nicht das Schlimmste, Armut ist auch nicht das Schlimmste. Das Schlimmste ist dermaßen opportun zu sein, dass die Menschen auf uns herumtrampeln, weil sie keinen Widerstand spüren. Es ist dieses willenlose, allumfassende, konziliare Gutmenschentum, welches wie Gas kaum greifbar ist, dennoch aber alles um sich herum vergiftet. Man kann getreten werden und trotzdem siegen, denn zum Martyrium gehört Mut und die Neugier wie viel man aushält. Im letzten Teil seiner Predigt sagt der hl. Augustin:

„Ihr seid das Licht der Welt.“ Wie er oben gesprochen hat vom Salz der Erde, so spricht er jetzt vom Licht der Welt. Denn auch oben ist nicht diese Erde zu verstehen, auf der wir mit den Füßen des Körpers umhergehen, sondern die Menschen, die auf der Erde leben, oder auch die Sünder, für die der Herr die Apostel als Salz gesandt hat, um das in ihnen faul Gewordene zu durchsalzen und herauszubringen (exstinguéndis putóribus). Und so muss man auch hier unter der Welt nicht den Himmel und die Erde, sondern die Menschen verstehen, die in der Welt sind oder die Welt lieben, zu deren Erleuchtung die Apostel gesandt sind. „Es kann nicht unsichtbar bleiben eine auf dem Berge gelegene Stadt“, d. h. eine, die auf einer hervorragenden Gerechtigkeit aufgebaut ist, die auch den Berg selbst andeutet, auf dem der Herr redet.

Der gute Erzpriester Stephan, dessen Übersetzung wir hier verwenden, hat doch nicht alles richtig gemacht, denn der Ausdruck exstinguéndis putóribus ist besser mit „um die Fäulnis auszuätzen“ wiederzugeben, da das Lateinische exstinguo – „auslöschen, tilgen, austrocknen etc.“ bedeutet. Das Salz ist also eine kleine Säure, die Salzsäure natürlich eine richtige, durch welche die Fäulnis (putredo) weggeätzt wird.  Denn man kann die Wunden erst dann verbinden, wenn sie nicht mehr verfaulen. Was aber hier interessant ist, ist der Ausdruck 

„Ihr seid das Salz der Erde“

und nicht

„Ihr sollt Euch des Salzes bedienen“.

Dies bedeutet, dass wir die Fäulnis der Sünde schon allein durch unsere Anwesenheit wegätzen. Wir sind da – die Menschen hassen uns, weil wir mit unserer katholischen Säure an die Fäulnis ihrer Sünden herangehen.

Und was macht man da? Man hält es aus und flieht nicht vor den Wölfen.

Deswegen wollten die Kalvinisten den hl. Franz von Sales umbringen. Weil er recht hatte. Hätte er wirres Zeug geredet und keiner auf ihn gehört, so hätten sie ihn in Ruhe gelassen und das Prinzip des Energiesparens hätte gegriffen. Man ist Salz, man ist Licht.

Aber an wen richtet sich diese Rede?

An die Nachfolger der Apostel, d.h. an die Bischöfe und Priester. Nicht an jeden, wie Ihnen Ihre Pastoralassistentin sagen würde. 

Warum nicht an jeden?

Weil nicht jeder eine Spitzen- und Machtposition hat, um andere zu belehren oder zu verderben. Dazu müssen Sie Papst, Bischof und Priester sein. Sie sind die Respektsperson und die Menschen hören vorerst auf sie aufgrund Ihrer Amtsgnade. In DE werden sie ja auch geachtet, weil sie verbeamtet sind und das ist doch was.  Daher wird dieses Evangelium vom Salz und Licht samt der dazugehörigen Augustinus-Predigt am Fest der Kirchenlehrer gelesen, weil die Kirchenlehrer diesem Anspruch gerecht geworden sind. Und dieser Anspruch ist wirklich an jeden Geistlichen gerichtet. Der Hl. Franz von Sales zeigte, dass es machbar, obwohl heroisch war. Nehmen wir etwas von Augustinus mit und seien wenigstens wir nicht feige. Amen.

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