Tradition und Glauben

30. Oktober – Christkönig

Predigtexte zum Christkönigfest.
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Predigtext des Kirchenvaters

In den Lesungen stellt Papst Pius XI. (Enzyklika Quas primas v. 11. Dezember 1925) die königliche Würde und Tätigkeit des Herrn dar, und zwar in der 4. Lesung zeigt er, in welchem Sinne der Herr ein König ist:

Aus dem Rundschreiben des Papstes Pius XI. Da das heilige Jahr nicht bloß eine Gelegenheit geboten hat, das Königtum des Herrn zu verherrlichen, glauben wir etwas dem apostolischen Amt ganz Entsprechendes zu vollbringen, wenn wir in Erfüllung der von vielen Kardinälen, Bischöfen und Gläubigen entweder vereinzelt oder gemeinsam uns vorgetragenen Bitten dieses Jahr selbst mit der Einführung eines eigenen Festes zu Ehren des Königtums unseres Herren Jesus Christus in die kirchliche Liturgie beschließen. Daß Christus in übertragenem Sinne des Wortes König genannt wird wegen des höchsten Grades der Herrlichkeit, auf Grund dessen er über alle geschaffenen Wesen emporragt und den Vorrang inne hat, das ist schon lange und allgemein in Gebrauch gekommen.

So nämlich kommt es, daß es von ihm heißt, daß er „in den Seelen der Menschen“ herrsche, nicht so sehr wegen der Schärfe seines Geistes und des weiteren Umfanges seines Wissens, als vielmehr deshalb, weil er selbst die Wahrheit ist, und weil die Sterblichen von ihm die Wahrheit schöpfen und in Untertänigkeit annehmen müssen; ebenso (herrscht er) im Willensvermögen der Menschen, weil nicht bloß in ihm der Heiligkeit des göttlichen Willens eine ganz und gar vollständige Lauterkeit und Anpassung des menschlichen entspricht, sondern auch weil er in unseren freien Willen durch seine Anregung und Eingebung Dinge hineinleitet, durch die wir zu den edelsten Werken entflammt werden.

Als „König der Herzen“ wird schließlich Christus anerkannt wegen seiner „alles Wissen überragenden Liebe“ und Milde und Güte, die die Seelen anlockt; denn weder ist es bisher vorgekommen, daß jemand von der Gesamtheit der Völker in der Weise geliebt würde wie Christus, noch wird es je in Zukunft vorkommen, daß jemand in der Weise geliebt wird. Um aber in umfassenderem Sinne an die Sache heranzugehen, sieht ein jeder, daß wir den Namen und die Gewalt eines Königs in der eigentlichen Bedeutung des Wortes ür den Menschen Christus verlangen müssen; denn es kann von ihm nur als von einem Menschen gesagt werden, daß er vom Vater „Macht und Ehrenrang und Herrschergewalt“ erhalten habe, da er doch als das Wort Gottes, das dieselbe Wesenheit hat wie der Vater, alles mit dem Vater gemeinsam haben muß, und infolge davon auch gegenüber allen geschaffenen Dingen das höchste und uneingeschränkteste Gebieterrecht.

V.  Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

In der 5. Lesung zeigt der Papst, aus welchen Gewalten das Königsamt des Herrn besteht:

Auf welcher Grundlage aber diese Würde und Gewalt unseres Herrn beruht, bemerkt in passender Weise Cyrill von Alexandrien: „Um es mit einem Worte zu sagen, besitzt er die Herrschaft über alle geschaffenen Dinge, nicht weil er sie mit Gewalt erpreßt hätte oder als ob sie ihm anderswoher zugetragen worden wäre, sondern auf Grund seines Wesens und seiner Natur; d. h. sein Vorrang stützt sich auf jene wunderbare Vereinigung, die wir die hypostatische (Vereinigung zweier Wesenheiten in einer Person) nennen.“ Daraus folgt, daß Christus nicht bloß als Gott von Engeln und Menschen angebetet werden muß, sondern daß auch seiner Herrschaft als Mensch Engel und Menschen gehorchen und sich unterwerfen müssen, d. h. daß Christus schon infolge der hypostatischen Vereinigung die Gewalt über alle geschaffenen Dinge besitzt. Um aber die Bedeutung und die Natur dieses Vorranges kurz zu erklären, ist es kaum notwendig zu sagen, daß er in einer dreifachen Gewalt besteht, ohne die ein Vorrang kaum als solcher verstanden wird.

Dies zeigen die aus der Heiligen Schrift entnommenen und angeführten Zeugnisse bezüglich des allgemeinen Herrscherrechtes unseres Erlösers in überreicher Weise, und so muß man es mit dem den Katholiken gebotenen Glauben festhalten, daß Jesus Christus den Menschen wohl als Erlöser gegeben sei, dem sie Vertrauen schenken sollen, aber auch zugleich als Gesetzgeber, dem sie gehorchen sollen. Was ihn aber angeht, so berichten die Evangelien zwar nicht so, daß er (bestimmte) Gesetze erlassen habe, vielmehr führen sie ihn im allgemeinen als Gesetzgeber ein; Und von denen, die diese Gesetze beobachten, heißt es an den verschiedenen Stellen in verschiedenen Wendungen bei diesem göttlichen Lehrer, daß sie ihre Liebe ihm gegenüber erproben und in seiner Liebe bleiben würden. Von der ihm vom Vater übertragenen richterlichen Gewalt erklärt Jesus selbst den Juden gegenüber, die ihn der Verletzung der Sabbatsruhe durch die wunderbare Heilung des Lahmen beschuldigten: „Denn der Vater richtet niemand, sondern er hat alle richterliche Gewalt dem Sohne übertragen.“

Und darin ist auch – weil diese Sache von dem Richteramt nicht getrennt werden kann – eingeschlossen, daß er Belohnungen und Bestrafungen der Menschen noch bei ihren Lebzeiten auf Grund eigenen Rechtes zukommen lassen kann. Aber außerdem muß man Christus die sogenannte Vollziehungsgewalt zuerkennen, da ja seinem Herrscherwillen alle zu gehorchen haben, und zwar insofern als er die Verurteilung der Widerspenstigen zu den Peinen kundgibt, denen niemand entweichen kann.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

In der 6. Lesung zeigt der Papst, in welcher Weise der Herr seine königliche Tätigkeit ausübt (nicht nach der Art eines irdischen Königs):

Daß aber diese königliche Tätigkeit in einer besonderen Eigenart besteht und eine geistige ist und sich auf geistige Dinge bezieht, zeigen einerseits ganz deutlich die Worte, die wir oben aus der Heiligen Schrift angeführt haben, andererseits bestätigt es Christus der Herr durch die Art seiner Tätigkeit. Da nämlich nicht bloß bei einer Gelegenheit, die Juden und sogar auch die Apostel irrtümlich glaubten, der Messias werde dem Volke die Freiheit zurückerobern und das Reich Israel wiederherstellen, nahm er ihnen diese Ansicht und Hoffnung als eine trügerische und erschütterte sie; als er von der um ihn zahlreich versammelten Menge von Bewunderern zum König ausgerufen werden sollte, wies er sowohl den Namen wie die Ehre zurück, indem er floh und sich verbarg; vor dem römischen Landpfleger erklärte er, daß sein Reich nicht von dieser Welt sei.

Und dieses Reich wird im Evangelium als ein solches dargestellt, daß die Menschen den Eintritt in dasselbe durch Übung von Gesinnungsumwandlung vorbereiten sollen, diesen Eintritt aber allein durch Glauben und durch die Taufe vollziehen können, die wohl eine äußerliche Handlung ist aber doch innere Neubelebung versinnbildet und bewirkt; es wird einzig zum Reich des Satans und zur Macht der Dunkelwesen in Gegensatz gebracht und fordert von den Anhängern, daß sie nicht nur nach Losreißung der Seele von Reichtum und irdischen Gütern sich im Wandel der Milde befleißigen und nach dem, was recht ist, hungern und dürsten, sondern auch, daß sie sich selbst verleugnen und ihr Kreuz auf sich nehmen.

Da nun aber Christus einerseits als Erlöser die Kirche durch sein Blut an sich gebracht, anderseits als Priester sich für die Sünden als Opferlamm dargebracht hat und fortwährend darbringt, wem leuchtet es alsdann nicht ein, daß das Königsamt selbst das Wesen dieses zweifachen Amtes annehme und teile? Ganz schmählich würde übrigens derjenige irren, der dem Menschen Christus jegliches Herrscherrecht über die staatsbürgerliche Ordnung ableugnete, da er vom Vater eine ganz unumschränkte Gewalt gegenüber den geschaffenen Dingen in der Weise inne hat, daß alles seinem Gutdünken untergeben ist. Daher setzen wir mit unserer apostolischen Gewalt das Fest des Königtums unseres Herrn Jesus Christus ein mit der Bestimmung, daß es alljährlich am letzten Sonntag des Monats Oktober, d. h. an jenem (Sonntag), der unmittelbar dem Feste Allerheiligen vorangeht, auf der ganzen Welt begangen werde. Ebenso ordnen wir an, daß an demselben Tage die Weihe der Menschheit an das allerheiligste Herz Jesu alljährlich erneuert werde.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.
R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet

Allmächtiger ewiger Gott, Du hast in Deinem geliebten Sohne, dem König des Weltalls, alles erneuern wollen; so gib denn gnädig, daß alle Völker, die durch das Unheil der Sünde entzweit sind, sich Seiner so milden Herrschaft unterwerfen: der mit Dir lebt und herrscht. Amen.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

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Quelle: Erzpriester Stephan, das kirchliche Stundengebet Band II, 1927, S. 1214 – 1216

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