Tradition und Glauben

31. Dezember: Fest des heiligen Papstes und Bekenners Silvesters I.

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Lesung 4
Silvester war ein Römer, vom Vater Rufinus stammend, war von der ersten Jugend an Schüler des Priesters Cyrin, dessen Gelehrsamkeit und Wandel er vorzüglich nachahmte. Dieser hatte sich, als die Verfolgung wütete, am Berge Sorakte verborgen gehalten und wurde im dreißigsten Lebensjahr vom Papst Marzellinus zum Priester der heiligen römischen Kirche geweiht. Da er in diesem Amt in lobenswerter Weise alle anderen Geistlichen überragte, wurde er später Nachfolger des Melchiades, zur Zeit des Kaisers Konstantin, der vorher der Kirche Christi durch Staatsgesetz den Frieden geschenkt hatte. Kaum hatte er das Steuer der Kirche zum Lenken in die Hand genommen, suchte er den Konstantin, der schon durch die Erscheinung des Kreuzes vom Himmel erleuchtet und über den feindlichen Maxentius Sieger geworden war, mit großem Eifer zum Schutz und zur Verbreitung der christlichen Religion anzuregen. Diesen veranlasste er auch, wie eine alte Überlieferung berichtet, die Bildnisse der Apostel auf ihre Echtheit hin zu prüfen, spendete ihm die heilige Taufe und reinigte ihn vom Aussatz des Heidentums.

Lesung 5
Darum hat auf Veranlassung Silvesters der fromme Kaiser, bevor er den Christen die Erlaubnis gab, öffentlich Kirchen zu bauen, diese mit seinem Beispiel bestätigt; er errichtete nämlich viele Basiliken, und zwar die auf dem Lateran zu Ehren Christi, des allerheiligsten Erlösers, auf dem Vatikan zu Ehren des heiligen Petrus, auf der Straße nach Ostia zu Ehren des heiligen Paulus, zu Ehren des heiligen Laurentius auf dem Ager Veranus, zu Ehren des heiligen Kreuzes in der Halle des Sessorian, zu Ehren der heiligen Petrus und Marzellinus und der heiligen Agnes auf der Straße nach Lavici bzw. Nomentum und andere, die er mit religiösen Abbildungen glänzend zierte und durch Zuweisung von Gütern und Grundbesitz auf das reichste ausstattete. Unter diesem Papste wurde das erste Konzil von Nizäa gehalten, auf dem unter dem Vorsitz der päpstlichen Bevollmächtigten und im Beisein des Konstantin und von 318 Bischöfen der heilige katholische Glaube klargelegt und Arius mit seinen Anhängern verurteilt wurde; dieses Konzil hat er auf Bitten der Väter in einer zu Rom abgehaltenen Versammlung bestätigt, wo Arius zum zweiten Mal verurteilt wurde. Auch hat er viele der Kirche sehr nützliche Verordnungen erlassen, die unter seinen Namen aufgeführt sind, z. B., dass der Chrisam allein vom Bischof geweiht werde, dass der Priester den Getauften am Scheitel mit Chrisam salben, dass die Diakone in der Kirche die Dalmatiken und an der Linken ein Leinentüchlein tragen sollten, dass nur auf einem leinenen Tuche das heilige Altarssakrament gefeiert werden sollte.

Lesung 6
Derselbe hat nach der Überlieferung allen, die die Weihen erhalten hatten, die Zeit vorgeschrieben, in der sie die einzelnen Weihen in der Kirche ausüben sollten, ehe sie zu einer höheren Stufe hinaufstiegen; hat verordnet, dass kein Weltlicher einem Geistlichen Gewalt antun, dass kein Geistlicher vor einem weltlichen Gericht Anwalt sein dürfe. Unter Beibehaltung der Namen Sabbat und Tag des Herrn, hat er die übrigen Tage der Woche als Ferien unterschieden und ihnen, wie man schon vorher angefangen hatte, sie zu nennen, diesen Namen beigelegt. Dadurch sollte angedeutet werden, dass die Geistlichen täglich die Sorge um irdische Dinge ablegen und allein sich vollständig Gott widmen sollten. Dieser himmlischen Klugheit in der Verwaltung der Kirche entsprach ständig eine hervorragende Heiligkeit des Lebens und Mildtätigkeit gegen die Armen. Auf diesem Gebiete hat er dafür gesorgt, dass mit den reicheren Geistlichen die ärmeren vereinigt würden, dass den Gott geweihten Jungfrauen der notwendige Bedarf zum Leben verschafft wurde. Er lebte als Papst 21 Jahre, 10 Monate und einen Tag. Er ist bestattet im Zömeterium der Priscilla auf der Via Salaria. Er vollzog sieben Weihen im Monat Dezember, bei denen er 42 Priester weihte, 25 Diakone und für die verschiedenen Orte 65 Bischöfe.

Kirchengebet: Verleihe uns, wir bitten dich, o allmächtiger Gott, die Gnade, dass deines heiligen Bekenners und Bischofs Silvester ehrwürdige Festlichkeit uns einen Zuwachs gewähre an Unterwürfigkeit gegen dich und auch an Segen.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

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