4. November: Fest des heiligen Bischofs und Bekenners Karl

Karl stammt aus der vornehmen mailändischer Familie der Borromeäer; in welch großer Heiligkeit er später ergänzen sollte, ließ ein himmlisches, über die im Zimmer der ihn zur Welt bringenden Mutter in der Nacht schwimmendes Licht im Voraus erkennen. Von Kindheit an dem geistlichen Stande zugeteilt und darauf mit dem Besitz einer Abtei ausgezeichnet, mahnte er seinen Vater, es dürften die Einkünfte nicht zum Familienvermögen gezogen werden. Als er selbst deren Verwaltung bekam, gab er alles, was er übrig blieb, für die Armen aus. Als Jüngling widmete er sich den weltlichen Lernfächern in Pavia. Um die Keuschheit war er so sehr besorgt, dass er auch schamlose Weiber, die zur Verletzung seiner Schamhaftigkeit ihm mehrere Male zugeschickt wurden, mit unbesiegbar Standfestigkeit verjagte. In seinem 23. Lebensjahre wurde er von seinem Onkel Pius IV. in das heilige Kollegium der Kardinäle aufgenommen und leuchtete mit einem ganz besonderen Glanz der Frömmigkeit und aller Tugenden. Als er bald von demselben zum Erzbischof von Mailand ernannt wurde, suchte er mit aller Mühe zu erreichen, gemäß dem Konzil von Trient, das auf seine Einwirkung hin damals schon beendet worden war, die ihm anvertraute Kirche in den rechten Zustand zu bringen; und um die heruntergekommene Sittlichkeit seines Volkes zu bessern, gab er außer der wiederholten Abhaltung von Synoden an sich selbst das Beispiel einer ungewöhnlichen Heiligkeit. Auf die Bekämpfung der Irrlehren in den Gegenden von Räthien und der Schweiz, von denen er sehr viele zum christlichen Glauben bekehrte, verwandte er sehr viel Mühe.

Die Nächstenliebe dieses Mannes zeigte sich besonders damals, als er nach dem Verkauf des Fürstenbesitzes von Oria den ganzen Preis von ungefähr 40.000 Golddukaten an einem Tage unter die Armen weggab. Mit nicht geringerer Wohltätigkeit verteilte er 20.000 Dukaten, die ihm als Erbe vermacht worden waren. Auf die kirchlichen Einkünfte, mit denen er von seinem Onkel reichlich überhäuft worden war, verzichtete er und behielt nur wenige, und gebrauchte sie zu seinem Lebensbedürfnissen und zur Unterstützung der Armen. In der Zeit, wo die Pest in Mailand wütete, verwandte er seine Wohnungseinrichtungen, ohne sich selbst ein Bett zurückzubehalten, zur Ernährung derselben (der Armen) und schlief von da ab auf einem bloßen Brett. Die von dem genannten Übel befallen waren, besuchte er fleißig, gewährte ihnen mit väterliche Liebe Erfrischungen, spendete ihnen mit eigenen Händen die Sakramente der Kirche und tröstete sie ganz wunderbar. Inzwischen trat er mit demütigen Flehen selbst als Mittler auf, ordnete eine öffentliche Bittandacht an, trug mit einem Strick um den Hals und mit bloßer und noch dazu infolge der im Wege liegenden Hindernisse blutenden Füßen ein Kreuz und suchte, indem er sich selbst für die Sünden des Volkes als Opfer Lamm anbot, den Zorn Gottes abzuwenden. Der kirchlichen Freiheit war er ein äußerst entschiedener Vertreter. Wegen seiner Bemühungen um die Wiederherstellung der rechten Zucht wurde von Aufständischen, während er betete, eine Kriegswaffe entladen und er war von einer glühenden Kugel getroffen, aber aufgrund göttlicher Einwirkung unverletzt bewahrt.

Seine Enthaltsamkeit war erstaunlich; er fastete sehr oft, genoss dann nur Brot und Wasser, und begnügte sich manchmal mit bloßen Bohnen. Mit Nachtwachen, mit einem sehr rauen Bußgewand, mit ständigem Geißelungen seinen Leib der Übung der Demut und Sanftmut war er sehr beflissen; das Gebet und die Verkündigung des Wortes Gottes unterließ er, auch wenn er mit sehr wichtigen Sorgen beschäftig war, niemals. Er baute viele Kirchen, Klöster und Schulen. Er schrieb vieles, was insbesondere zur Belehrung der Bischöfe sehr nützlich ist und auf seine Bemühungen hin erschien auch der Katechismus für die Pfarrer. Schließlich zog er sich an einen einsamen Ort beim Berge Varallo, wo die Ereignisse aus dem Leben des Herrn in Bildhauerarbeit wie lebendig dargestellt waren, zurück; als er dort durch einige Tage ein infolge der freiwilligen Peinigung schmerzliches, aber durch die Betrachtung der Leiden Christi versüßtes Leben führte, fiel er in ein Fieber. Er kehrte nach Mailand zurück, und ließ, als die Krankheit sich verschlimmerte, sich mit Asche und einem Bußgewand bedecken und ging, die Augen auf ein Bild des Gekreuzigten stets gerichtet, in den Himmel ein, in seinem 47. Lebensjahre, im Jahre des Herrn 1584, am 3. November. Weil er durch Wunder verherrlicht wurde, nahm ihn Papst Paul V. in die Zahl der Heiligen auf.

Kirchengebet: Halte, o Herr, deine Kirche aufgrund des ständigen ihr von deinem heiligen Bekenner und Bischof Karl gewährten Schutzes in Sicherheit, damit, wie ihn die Hirtensorgfalt ruhmvoll gemacht hat, so seine Fürsprache auch uns in der Liebe zu Dir ständig glühend erhalte.

Quelle: Erzpriester Stefan, Das kirchliche Stundengebet oder das römische Brevier, Bd. 2: Ostern mit Schluss des Kirchenjahres, Regensburg, 1927, 1236-1237.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablaß, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: “Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenen oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet.”) Quelle

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