7. August- der heilige Cajetan oder der Wert der Sühne

Da aus Versehen der Beitrag von Pater Poulain SJ schon letzte Woche veröffentlicht wurde, so wollen wir ihn zwar hier nochmals posten, aber mit etwas anderem ergänzen. Am 7. August, also nur ein Tag nach der Verklärung des Herrn, feierte die Kirche das Fest des heiligen Cajetan. Sein Lebenslauf kann man sich hier anschauen, auf einer Seite also, wo man Wort für Wort Bücher aus dem 19. Jahrhundert veröffentlicht, für alle jene also, die gerade dieses Buch nicht zu Hause haben. Der heilige Cajetan kam wirklich zu der schlimmsten Zeit der Kirchengeschichte zur Welt, wenn man die nachkonziliare Zeit nicht eingerechnet, denn er lebte von 1480-1547. Das Leben des Heiligen lehrt uns die heile, katholische Welt mit einem Miteinander der Renten-abgesicherten Kaninchenzüchter hat es niemals gegeben. Der heilige Cajetan ja nicht wegen seiner Zeit Heiliger geworden, sondern trotz dieser Zeit. Daher ist unser subkutanes Verlangen nach Ruhe, Ordnung und einem katholischen Disneyland, wo alle Märchen wahr werden, falsch. Es ist ein gefährlicher Spiritualismus, der vom Kampf hier und jetzt ablenkt.

Cajetan erlebte also die schlimmsten Renaissancepäpste, die Häresie Luthers, das dekadente Rom und, worauf wir hier eingehen wollen, dass Sacco di Roma von 1527. So schlimm aber dieser Zeit auch war, so war es wirklich weniger schlimm als jetzt. Denn der höchst weltliche und kriegerische Papst Julius II. übertrug dem heiligen Cajetan das hohe Amt des Protonotars, der spätere Papst und ehemalige Bischof von Theate, Peter Caraffa gründete mit Cajetan einen Orden und der Heilige konnte auch willige und würdige Kandidaten für seinen frisch gestiftete Gemeinschaft finden. Obwohl die Kirche wirklich am Boden lag, so gab es junge, idealistische Männer, die für sie ihr Leben hingeben wollten. Was aber noch mehr erstaunt, ist dies, dass Gott den heiligen Cajetan wirklich nicht schonte. Denn der Heilige wurde 1527 bei Sacco di Roma selbst gefoltert und mit seinen Brüdern in den Kerker geworfen. Sie jammerten aber nicht, klagten Gott nicht an, sangen dafür im Kerker die Psalmen, sodass sie vom Kommandanten, der sie einsperrte, freigelassen wurden, um daraufhin in das pestverseuchte Venedig zu ziehen. Die Ereignisse von Sacco di Roma waren dermaßen schrecklich, dass sich daraufhin sogar die römische Renaissance-Kurie bekehrte.

Was muss aber, der gefolterte Cajetan gedacht haben?

Er selbst war wirklich unschuldig. Er war besser als viele Prälaten zusammengenommen. Dass ihm gerade das widerfahren ist, war wirklich nicht gerecht. Aber leider ist es so, dass bei Gottes Strafe die Gerechten mit den Sündern leiden und die Gerechten Sünden der Sünder sühnen. Wie anders ist es heute. Der von Franziskus gefeuerte Msgr. Livio Melina weint bei Benedikt und katholisches.info stellt es als eine Heldentat dar. Natürlich ‚treibt dieses Foto die Bergoglianer nicht so Weißglut“, denn die Bergoglianer haben es arrangiert und jeder kann sich solch ein Foto nach seinem Gutdünken interpretieren. Es ist ja nicht auszuschließen, dass Benedikt selbst ein Bergoglianer ist, nicht quoad substantiam, aber quoad modum. DSDZ ist Benedikt sicherlich weniger gewogen als Ann Barnhardt, obwohl er ihn für den wahren Papst hält. DSDZ hat aber mehr Ratzinger-Werke als Ann Barnhardt gelesen, weil vieles nicht übersetzt wurde und das pragmatisch Englische manch einem deutschen Philosophentext einen Sinn abnötigt, der im Original gar nicht vorliegt. Interessanterweise sind die besten Artikel über den wirklich schwierigen Fichte bei den Amerikanern zu finden. Je mehr also DSDZ Ratzinger/Benedikt intellektuell kennenlernt, desto unsympathischer wird er ihm. Umso mehr aber ist sein versuchter Rücktritt und sein Weglaufen vor den Wölfen nachvollziehbar. Es ist wirklich schwer sich der Wahrheit zu stellen.

Wo sind die Helden?

Es gibt sie nicht. Der heilige Cajetan war ein Mann, konnte etwas aushalten und daher sammelte er Nachfolger um sich, weil er echt war. Noch am Ende seines Lebens brachte er es zur Verbrennung von Luthers Schriften in Neapel samt den Ketzern, die sie mitbrachten. Benedikt XVI. wollte es immer bequem haben, etwas lesen, etwas schreiben, ökumenisch sein, Besuche empfangen und sich ab und zu fotografieren lassen. Das hat er jetzt und wir haben eine untergehende Kirche. Heiliger Cajetan – bitte für uns!

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