Tradition und Glauben

9. März: Franziska von Rom

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Franziska, eine vornehme römische Frau, zeigte von Beginn des Lebens an ausgezeichnete Muster von Tugenden; denn sie verabscheute kindische Spiele und die Lockungen der Welt und hatte große Freude an der Einsamkeit und am Gebet. Als sie elf Jahre alt war, beschloß sie, Gott ihre Jungfräulichkeit zu weihen und in ein Kloster zu gehen; doch um sich dem Willen der Eltern in Demut zu fügen, heiratete sie Lorenz von Pontiano, einen gleich reichen wie vornehmen Jüngling. In der Ehe behielt sie die beschlossene strenge Lebensweise, soweit es möglich war, stets bei; sie mied Schaustellungen, Gelage und andere Vergnügungen derselben Art, trug ein wollenes und einfaches Kleid, und was sie an Zeit von ihren häuslichen Besorgungen übrig behielt, widmete sie dem Gebete oder dem Dienste des Nächsten; mit der größten Sorgfalt war sie darauf bedacht, die römischen Frauen von der weltlichen Pracht und von der Eitelkeit in der Kleidung abzubringen. Daher gründete sie in der Stadt das Haus der Oblaten unter der Regel des heiligen Benedikt im Anschluß an den Zweig der Olivetaner, noch bei Lebzeiten ihres Mannes. Die Verbannung des Mannes, den Verlust alles Eigentums und die traurige Lage des ganzen Hauses ertrug sie nicht bloß mit größter Standhaftigkeit, sondern mit dem heiligen Job dankend, hatte sie oft sein Wort im Munde: „Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen; es sei die Majestät des Herrn gepriesen.“

Nach dem Tode ihres Mannes eilte sie gleich zu dem oben genannten Haus der Oblaten und flehte sie barfuß, mit einem Strick um den Hals, auf dem Boden liegend unter vielen Tränen um Aufnahme in ihre Reihen. Nachdem ihr der Wunsch erfüllt war, hatte sie, obwohl sie aller Mutter war, an nichts anderem Freude, als daran, für eine Magd oder für ein gemeines Weib und für ein Gefäß von Unreinigkeit gehalten zu werden. Die niedrige Meinung von sich bestätigte sie durch Wort und Verhalten; oft nämlich kam sie von einem vor der Stadt gelegenen Weinberg zurück und trug ein Bündel Holz auf ihrem eigenen Haupt oder trieb einen damit beladenen Esel durch die Stadt; und machte sich auf die Weise den Armen dienstbar, denen sie auch reichliche Almosen zuwendete; und wenn sie die Kranken in den Siechenhäusern besuchte, erquickte sie dieselben nicht bloß mit leiblichen Speisen, sondern auch mit heilsamen Ermahnungen. Ihren Leib suchte sie mit Nachtwachen, Fasten, Bußkleid, mit einem eisernen Gürtel und mit häufigen Geißelungen ständig unter die Botmäßigkeit zu bringen. Nahrung gewährten ihr einmal am Tage Kräuter und Gemüse, und Wasser war ihr Trank. Diese Peinigungen des Körpers minderte sie aber im gewissen Maße ab und zu auf Geheiß des Beichtvaters, von dessen Worten und Winken sie abhing.

Die von Gott gewirkten Heilstatsachen, insbesondere aber den leidensvollen Tod Christi, des Herrn, betrachtete sie mit solcher Glut der Seele und solcher Gewalt der Tränen, daß sie vor der Größe des Schmerzes beinahe zu erliegen schien. Oft wurde sie auch beim Gebete, besonders nach dem Empfang des heiligen Sakramentes der Eucharistie, im Geiste zu Gott erhoben und blieb, in himmlischer Betrachtung verzückt, unbeweglich. Dabei suchte der Feind des Menschengeschlechtes sie mit verschiedenen schmähenden Angriffen und sogar mit Schlägen von ihrem Vorsatz abzubringen; doch machte sie furchtlos ihn stets zu schanden, besonders unter dem Beistand des Schutzengels, so daß sie durch den vertraulichen Umgang mit diesem einen ruhmvollen Triumph über ihn errang. Sie besaß die Kraft der Krankenheilung und die Gabe der Weissagung; so sagte sie zukünftige Dinge voraus und drang ein in die Geheimnisse der Herzen. Öfters ließ das Wasser, sowohl das im Fluß strömende, wie auch das vom Himmel fallende, sie, wenn sie mit Gott beschäftigt war, unberührt. Geringe Stücke von Brot, die kaum zur Stärkung von drei Schwestern ausgereicht hätten, vermehrte Gott auf ihre Bitten so, daß, nachdem sich fünfzehn daran gesättigt hatten, noch so viel übrig war, daß es einen Korb füllte; und einmal stillte sie den Durst der gleichen mit Holzarbeiten außerhalb der Stadt im Januar beschäftigten Schwestern dadurch reichlich, daß sie an einem Weinstock, der mit einem Baum verschlungen war, Gehänge mit frischen Trauben auf wunderbare Weise erwirkte. Schließlich ging sie, an verdienstvollen Taten und Wundern berühmt, zum Herrn ein, in ihrem 56. Lebensjahre. Papst Paul V. hat sie in das Verzeichnis der Heiligen aufgenommen.

Kirchengebet

O Gott, Du verliehest Deiner heiligen Dienerin Franziska zu den anderen Gnadengaben hin die Auszeichnung, mit ihrem Engel vertraut verkehren zu dürfen; daher bitten wir Dich: gib, daß wir durch ihre hilfreiche Fürsprache würdig werden, die Gemeinschaft mit den Engeln zu erlangen. Durch unsern Herrn. Amen.

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet Teil I, S. 924 f.

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