Tradition und Glauben

10. August – hl. Laurentius oder der Wille zum Martyrium

Bei der bodenlosen Feigheit unserer lieben Geistlichen unter dem jetzigen, Gott sei’s geklagt, Pontifikat ist es gut an die Zeiten zu erinnern, in denen man sich schämte nicht zu Martyrium von Gott ausgewählt worden zu sein. 

Was verliert man heute?

Höchstens eine Arbeitsstelle, was bei einem Geistlichen weniger als bei einem Laien bedeutet. Der Erstere kann immer noch überleben, wenn er Messen feiert.

Was verlor man damals?

Das Leben, nach harter Folter, welche so durchgeführt wurde, dass man jederzeit versucht war vom Christentum abzufallen und den Göttern zu opfern. Als der römische Diakon den Papst Sixtus abgeführt sah, so war er traurig, dass nicht er – Laurentius – für des Martyriums  würdig befunden wurde. Davon zeugen die Antiphonen der ersten Nokturn des Tridentinischen Breviers:

Ant. Wo gehst du hin, lieber Vater, ohne deinen Sohn? Wo weißt du, Gott geweihter Priester, hin ohne den Diener?

Der Papst Sixtus und Bischof von Rom, der Vorgesetzte des Diakons Laurentius wurde in den Tod geführt, nicht zum Kaffeetrinken in den katholischen Kaninchenzuchtverein. Er durfte in den Kampf streiten. Laurentius nicht. Ihm war wohl wie einem Soldaten, der jahrelang ausgebildet wurde und nicht in den Kampf ziehen kann. Sehr frustrierend.

Ant. Lass mich nicht allein, Heiliger Vater; denn ich habe deine Schätze schon verteilt, die du mir übergeben hast.

Wie man weiß, hat Laurentius die Kirchenschätze an die Armen verteilt, damit diese nicht den Heiden in die Hände fallen. Denn die Schätze der Kirche sind die gläubigen Armen, weil sie gläubig, nicht weil sie arm sind.

Ant. Ich trenne mich nicht von dir, mein Sohn, und lasse dich nicht allein zurück; sondern ein größerer Streit für den Glauben an Christus gebührt dir.

Papst Sixtus sagte Laurentius sein eigenes Martyrium nach drei Tagen voraus, was den Diakon erfreute, dass er selbst sich bewähren kann. Wie man nachlesen kann, war das Martyrium von Laurentius um einiges grausamer als das von Sixtus II. 257-258) Der Diakon konnte jederzeit Christus verleugnen und um dies zu tun wurde er mit Skorpionen und Bleikugeln gepeitscht, mit glühenden Eisenplatten an den Seiten gebrannt und seine Widersacher erreichten nur das, dass sich einer seiner Peiniger bekehrte. Das christliche Leiden ist also niemals umsonst, wenn es freiwillig ist. Davon sprechen die Antiphonen der zweiten noch Nokturn:

Ant. Der heilige Laurentius betete also: O Herr Jesus Christus, Gott von Gott, sei mir, deinem Diener gnädig,.

Laurentius betete also um die Gnade der Standhaftigkeit, um die Folter ertragen zu können.

Ant. Romanus sagte zum Heiligen Laurentius: Ich sehe vor dir einen sehr schönen Jüngling, beeile dich, mich zu taufen.

Eine unwillkommene Nebenwirkung bei Folterungen von Christen war die Bekehrung der folternden Heiden. So dachte auch Romanus, der Folterknecht, dass es die wahre Religion sein muss, wenn ihre Anhänger so tapfer alles ertragen. Ganz anders als die feigen Katholiken heutzutage, insbesondere unsere lieben Geistlichen, denn Laurentius war ja ein Diakon und Sixtus war ein Papst. Wenn man selbst kämpft und etwas erträgt, so wird einem, manchmal von Engeln, geholfen. Es war tatsächlich ein Engel, den Romanus als Jüngling sah und daher um Taufe bat. Hier können uns auch sicher sein, dass wir von einer bestimmten Folterstufe aufwärts auch von Engeln unterstützt werden. Bis dahin muss man es selbst durchhalten.

Ant. Der heilige Laurentius sagte: Meine Nacht hat kein Dunkel, sondern alles ist im Lichte erhält.

Laurentius wendete diesen Psalmenvers auf sich selbst, da er mit Feuer gefoltert wurde und sein Leib brannte. Das Martyrium ist nämlich das Mittel einer schnellen Reinigung. Wie man weiß, wurde anschließend Laurentius auf ein Lattenrost gelegt, wo er seine Peiniger verlachte, indem er sie aufforderte und zu wenden damit die andere Seite auch gut gebraten ist. Interessanterweise wurde Laurentius, anders als andere Märtyrer, nicht von seiner Feuerprobe errettet. Er stand nicht mit verheilten Wunden auf. Er hatte den Schmerz wohl gespürt und erlag seinen Wunden. Wir können also wirklich nicht behaupten, dass er, im Gegensatz zu uns, es gut hatte. Davon sprechen die Antiphonen der dritten Nokturn:

Ant. Man peinigte die Glieder des Leibes, die auf dem Roste lagen; diejenigen, die die Glut bedienen, verlacht der Levit Christi.

Ant. Mit Feuer hast du mich geprüft und kein Unrecht ist in mir gefunden worden.

Christus sagt, dass „jeder mit Feuer gesalzen werden wird“ (Mk 9,49)? Dies bedeutet, dass jeder Christ wirklich zu leiden haben wird, damit man sehen kann, was er wert ist. So werden die offenen Wunden nicht nur gesalzen werden, sondern sie werden auch gebrannt, was bei Laurentius wortwörtlich erfolgte. Wir wissen doch gar nicht, was wir alles aushalten werden, wenn wir niemals die Gelegenheit dazu haben. Die ersten Christen stellten sie sogar die Frage, ob es legitim ist vor der Verfolgung wegzulaufen oder ob man das Martyrium zu suchen habe. Die Meinungen waren geteilt, doch die Mehrheit kam darin überein, dass es durchaus legitim ist sich der Verfolgung zu entziehen, um sein Leben zu retten. Wird man aber gefasst, so hat man es so zu deuten, dass Gott einen zu Martyrium bestimmt hat und die notwendigen Hilfen geben wird, damit man es erträgt. Jetzt haben wir unter Franziskus, insbesondere die Theologen unter uns, so wie unsere lieben Geistlichen, die Gelegenheit die katholische Wahrheit zu bezeugen, was jedoch keiner tut. Abgerechnet wird am Ende.

Ant. Bei dem Verhör habe ich dich, auch Herr, bekannt, wo ich gebraten bin, sage ich dir Dank.

Wir sehen, dass Laurentius sich bei Gott nicht beklagt hat, dass er es schwer hatte oder aus dem Institut Johannes Paul II. rausgeworfen wurde, sondern er bedankte sich bei Christus, dass er Zeugnis geben durfte. Es ist nicht verwunderlich, dass seit einigen Jahrzehnten das Martyrium von Laurentius nicht vorschriftsmäßig im Brevier gelesen wird. Denn konfrontiert mit solchem Ausmaß an Folter und Standhaftigkeit des Heiligen kommt sich wirklich jeder wie ein Weichei vor und fragt sich notgedrungen:

Hätte ich es ausgehalten?

Dann stellen sich natürlich die Fragen, ob man überhaupt etwas für Christus zu leiden hatte oder zu leiden hat, wie das fehlende zweite Stück Kuchen beim Kaffeetrinken im eigenen Kaninchenzuchtverein. Verba docent – exempla trahunt – „Worte lehren, Beispiele ziehen an“, sagt ein lateinisches Sprichwort. Lesen wir also die alten Vorbilder, damit wir bereit sind, wenn unsere Feuerprobe eintritt. Amen.

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