Tradition und Glauben

Actuosus heißt „sportlich-aktiv“ oder über das Gruppendenken

Da actuosus wirklich aktiv bedeutet, so kommen von einem Widerspruch zum anderen.
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Heute lernen wir, dass die lexikalische Bedeutung von actuosus tatsächlich „aktiv“, „körperlich-aktiv“ nach Art und Weise von Tänzern und Schauspielern bedeutet und nicht „innerlich“, wie es die Konservativen meinen. Denn in der Tradi-Welt hören wir, dass Pius X. etwas ganz anderes mit der partitipatio actuosa meinte, nämlich eine innere Teilnahme, die in der Seele stattfindet und nicht äußerlich durch den Körper ausgedrückt wird.

DSDZ [der Schreiber dieser Zeilen] hatte es auch lange behauptet, dass actuosus „innerlich“ heißt, obwohl er es besser wissen sollte. Denn warum hatte man nicht das Lateinische contemplativus, introrsum beatus, in sinu oder Ähnliches, statt actuosus verwendet, wenn man die Innerlichkeit meinte? Wie wir uns erinnern können, steht die berüchtigte partitipatio actuosa gar nicht im lateinischen Originaltext des Motu proprio Tra le sollecitudini von 1903, aber lassen wir diesen Einwand beiseite und gehen wir weiter.

Liturgisch legitim

Wir stellen also wieder einmal in diesem Zusammenhang fest, dass die Menschen nicht in Wörterbüchern nachschauen wollen, dummes Zeug reden und manchmal die Progressiven doch recht haben. Da actuosus „körperlich-aktiv“ bedeutet, dann sind das Schunkeln, Klatschen und die Clowns-Messen liturgisch legitim, da es sich dabei tatsächlich um eine Teilnahme nach der Art der Tänzer und Schauspieler handelt.

Aber den Keil des Schismas brachten schon die in sich widersprüchlichen Texte des Vat. II insbesondere der Liturgiekonstitution, wo man von einem Widerspruch zum nächsten hechtet, falls man es überhaupt liest und darin nach Sinn sucht.

Zwar sehnt sich ein religiöser Mensch in der Kirche nach Ruhe, Andacht und Ehrfurcht, statt nach einem Kardinal oder Bischof im Clowns-Kostüm, aber die Kirche fordert von ihm gerade das, was er als blasphemisch empfindet. Bergoglio treibt das ganze nicht mal auf die Spitze, sondern ist nur mit seiner liturgisch inkulturierten Pachamama konsequent.

Aber das Problem Novus Ordo löst sich von selbst, denn die wenigen verbliebenen Novus Ordo Katholiken haben derzeit folgende Möglichkeiten:

  • Apostasie also Abfall vom Glauben und Hinwendung
    • zur Orthodoxie,
    • zum evangelikalen Protestantismus,
    • zur Esoterik,
    • Buddhismus,
    • Atheismus
  • Traditionalismus
    • kanonisch regulär, eine Option, die durch Traditionis Custodes zunehmend schwindet,
    • kanonisch irregulär, FSSPX, Sedis oder noch weiter.

Die leise Abwanderung in die Apostasie ist der wahrscheinlichste Weg, wenn die Kinder schon aus dem Gröbsten raus sind und man nicht zu ihren „Vorstellungen“ bei den Novus Ordo Messen gehen muss.

Interessanterweise ist die Religion, die im Westennach Vat. II am meisten boomt – der Buddhismus – am Weitesten von der partitipatio actuosa entfernt. Menschen sehnen sich instinktiv nach Einkehr und Ruhe und nach keinem Kinder-Theater der Novus Ordo Messe. Zwar kommen bei den Evangelikalen viele getaufte Katholiken überhaupt „zum Glauben an Jesus“, wer aber schon einmal die liturgische Luft geschnuppert hatte, der wird dort nicht glücklich, weil ihm etwas innerlich Mystisches immer fehlen wird.

Novus Ordo ist langweilig, infantil und einfach ausgelutscht, denn man hat wirklich schon alles versucht ihn attraktiv zu machen und zu beleben. Aber er wird beibehalten, um die Leute aus der Kirche zu vertreiben und in den Atheismus zu führen.

DSDZ fragte sich, warum keine Novissimus Ordo eingeführt wird, eine gehypte 2.0 Version der Messe Pauls VI? Die Antwort ist einfach:

Weil Novus Ordo schlecht genug ist.

Durch seine Optionen bringt er immer Spaltung mit sich, weil Pfarrer A anders als Pfarrer B zelebriert, sodass sich automatisch Spaltungen in den Gemeinden und Cliquen um den jeweiligen Priester herum bilden. Novus Ordo zeichnet sich ja durch das Fehlen jeglicher Normativität aus, denn die Rubriken sagen so gut wie nichts und die im Priesterseminar „zur Kreativität“ erzogenen Pfarrer machen eh, was sie wollen. Die liturgical wars gibt es ja länger als seit Traditionis Custodes oder Summorum Pontificum, sie datieren seit Sacrosanctum Concilium. „Der Geist, der stets verneint“ (Faust) stand ja dieser Entwicklung Pate und seitdem hatten wir zuerst die liturgische und anschließend die doktrinelle Spaltung.

Natürlich ist der Ansatz, dass Liturgie actuosa sein soll und einen körperlichen Einsatz fordert, falsch. Denn in der Liturgie geht es um die Seele und die höchste Form des Gebetes contemplatio – die Anschauung ist. Aber actuosus heißt dennoch aktiv, sodass wir wieder einmal vor dem gewollten Widerspruch stehen, vom Widersacher eingepflanzt. Tja, so ist es nun mal.

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