Tradition und Glauben

Wieder eine Gemeinschaft aufgelöst oder wo ist der Systemfehler? (3 von 3)

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Ad 3. Ungenügender Gnadenzufluss durch Novus Ordo

Hier kommen wir zu einer Ebene, die wahrscheinlich den meisten Lesern unbekannt sein dürfte.

  • Gnade ist etwas Reales.
  • Gnadenwirkung ist etwas Reales.

DSDZ fährt seit drei Monaten wieder zu einer richtigen Tridentinischen Messe, die von einem normalen Priester zelebriert wird (im Traditionalismus keine Selbstverständlichkeit, im Novus Ordo eigentlich auch nicht), und er merkt an sich, wie er sich zum Positiven verändert. Er wird besser und versteht mehr. Da sich in seinem Leben sonst nichts geändert hat, so muss er diese Veränderung der Alten Messe zuschreiben. Ihm kam neulich der Gedanke, dass irgendetwas in der ganzen Novus Ordo Spiritualität fehlt, was die Alte Messe beinhaltet, er aber immer noch nicht mit Bestimmtheit sagen kann, was es ist.

Fehlende liturgische Lichtfarbe?

Wie Sie vielleicht wissen, ist das künstliche Licht niemals dem natürlichen Licht gleichzusetzen, weil im künstlichen Licht die sogenannte Lichtfarbe fehlt. Die ganz guten Tageslichtlampen kommen dem natürlichen Sonnenlicht nahe, aber niemals nahe genug. Genauso ist es mit der Novus Ordo Messe, die gleich wie andächtig man sie zelebriert, immer einen Mangel aufweisen wird. Da bei den Katholiken die Messe die wichtigste geistliche Nahrungsquelle ist, daher die Sonntagspflicht, daher fehlt uns allen, die wir zur Novus Ordo Messen gehen etwas an Gnade.

Gnade ist wie Licht, die bestimmte Dinge sichtbar und dadurch verständlich macht. Um sich in den fortgeschrittenen geistlichen Zuständen auszukennen, um eine Gemeinschaft zu gründen, die nicht strandet, braucht man viel Gnade, die leider in der heutigen Kirche nicht gegeben ist. Auch wenn man täglich selbst als Priester die Alte Messe zelebrieren sollte, so ersetzt man dadurch nicht die nachkonziliare moraltheologische und theologische Bildung. Man müsste seine ganze theologische Ausbildung neu machen, und zwar im Lichte der Gnade. Alle erhalten zu wenig Gnade:

  • der Bischof, der den Statut der Gemeinschaft verabschiedet,
  • der Visitator,
  • Mitglieder der römischen Kongregationen,
  • wirklich alle.

Dieser Mangel ist mit einem Sehfehler zu vergleichen. Man merkt es selbst nicht, bis man eine stärkere Brille erhält und sich wundert, wie man früher so schlecht sehen konnte.

Keine do-it-yourself Kirche

Viele Priester, die zu Eremiten wurden und nur Alte Messe lasen, sind gestrandet, denn ihnen fehlten die brüderliche Korrektur eines Sehenden, deren es kaum gibt.

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Kirche zum Selbsterlernen gibt es leider nicht, insbesondere nicht beim Gemeinschaftsleben. Man muss Gemeinschaftsleben erlernen, um eine Gemeinschaft zu Gründen. In den Zeiten aber als hl. Benedikt oder hl. Franziskus als Eigenbrötler dies taten, waren die Oberen in der Kirche viel Sehender als jetzt, sodass solche Leute, wie Innozenz III die Heiligkeit der Gründer erkannten.

Der Gedeih und Verderb der Movimenti, die fast alle ihre Existenz Johannes Paul II. verdanken, spricht ja gerade gegen die Heiligkeit und für die Blindheit des Letzteren. Man hätte niemals dieses Konzil einberufen sollen, man hätte niemals diese Gemeinschaften genehmigen dürfen. Da aber die alte Kurie unter Ottaviani unter Paul VI. immer mehr abgebaut wurde, so haben wir im Vatikan die Zustände, die wir haben.

Bei geistlichen Dingen muss man viele Entscheidungen aus dem Bauch heraus treffen, auch dann, wenn man alles argumentativ und intellektuell für und wider erörtert hatte. Je schwierigere Entscheidungen man trifft, desto mehr Gnadenlicht braucht man. Derzeit aber leben wirklich alle Priester und Bischöfe in der materiellen Sünde der Duldung eines apostatischen Antipapstes und die Schuld ist umso größer, je höher man in der kirchlichen Hierarchie steht. Sie sehen also nicht.

Es ist so als hätte man einen chronischen Infekt, den der eigene Körper bekämpft. Man glaubt gesund zu sein, ist aber krank und gibt diese Krankheit an andere weiter. Derzeit werden viele Movimenti aufgrund des gesunden Menschenverstandes und des Strafrechts aufgelöst werden, aber wir werden noch viele Jahre brauchen, bis etwas Gutes und Heiligmäßiges entsteht. Es ist wie mit Privatoffenbarungen. Gott gibt keine, weil es keine gibt, die diese unterscheiden könnten. Amen.

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