Hl. Alphons Maria von Liguori, Vorbereitung zum Tode (1)

Anbei stellen wir wieder einmal eines der Meisterwerke des geistlichen Lebens vor und zwar das Buche “Vorbereitung zum Tode” vom hl. Kirchenlehrer Alphons Maria von Liguori. Wenn man “im Augenblick leben” sollte, dann ist es der Augenblick unseres Todes, den wir uns zu Lebzeiten vor Augen stellen sollten, denn wie dieser Augenblick sein wird, so wird auch unsere Ewigkeit sein, die natürlich viel länger als ein Augenblick dauert. Dies ist sicherlich keine leichte Lektüre, aber eine notwendige, weil wir hier alle nicht jünger werden und mit einer guten Todesvorbereitung niemals früh genug angefangen werden kann.

Vorbereitung zum Tode

oder

Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten um fromm zu leben und selig zu sterben vom Heiligen Alphons Maria von Liguori

O momentum, a quo pendet aeternitas!

O Augenblick, von dem eine Ewigkeit abhängt!

Erster Teil

Betrachtung 1-13

O momentum, a quo pendet aeternitas!

O Augenblick, von dem eine Ewigkeit abhängt!

Der unbefleckten und immerwährenden Jungfrau Maria:

Der Gnadenvollen, der gesegneten unter allen Kindern Adams:

Der Ehre des menschlichen Geschlechtes, der Wonne der heiligsten Dreieinigkeit:

Dem Hause der Liebe, dem Muster der Demut, dem Spiegel der Tugenden:

Der Mutter der schönen Liebe, der Mutter der heiligen Hoffnung, der Mutter der Barmherzigkeit:

Der Fürsprecherin der Armseligen, der Beschützerin der Schwachen, dem Lichte der Blinden, und der Helferin der Kranken:

Dem Anker des Vertrauens, der Zufluchtsstätte, der Himmelspforte:

Der Arche des Lebens, dem Regenbogen des Friedens, dem Hafen des Heils:

Dem Meeressterne, dem Meere der Süßigkeit:

Der Friedensstifterin mit Sündern, der Stärke der Sterbenden und der Freude der Welt:

widmet in Demut dieses Werk ein ihriger – obschon geringer und unwürdiger, dennoch mit Liebe ihr ergebener Diener.

Vorrede

„Kurz, ungewiß, gefährdet ist unsere Wanderschaft hienieden. In Absicht auf sie ist nur eines gewiß, der Tod.“ (Stolberg)

Da, wie wir alle wissen, mit der Auflösung des Leibes nicht auch die Seele ihr Ende nimmt, sondern, nachdem sie aus der erstarrten Hülle geschieden ist, ihrer Bestimmung gemäß der Ewigkeit zueilt, so ist es nötig, daß man ihr Heil mit Furcht und Zittern wirke, solange sie noch in der irdischen Hütte der Heimsuchung harrt.

Um nun unsere Bestimmung, unser hohes Ziel ja nicht zu verfehlen, so müssen wir alle Mittel ergreifen, die uns zu Gebote stehen, um dieses Ziel zu erringen, der ewigen Glückseligkeit teilhaft zu werden.

„Noch sind wir auf der Welt, noch stehen wir auf dem Kampfplatze, noch kämpfen wir täglich für unser Leben.“ „Ihr müßt euch Mühe geben, daß ihr nach diesem Anfange auch weiter schreitet, und das vollendet, was ihr durch einen glücklichen Anfang zu sein schon begonnen habt.“ (S. Cypr. ad Rogat.)

Ihr tugendhaften Jünglinge, ihr gottesfürchtigen Jungfrauen, ihr eures Hei- les beflissenen Männer und Frauen, die ihr den zwar mühsamen aber si- cheren Weg des Heils bereits betretet, „sucht nur dem zu gefallen, für den ihr kämpft, von dem ihr auch den Sold empfanget. Keiner von euch werde als abtrünnig befunden.

Die Taufe diene euch als Schild, der Glaube als Helm, die Liebe als Lanze, die Geduld als die ganze Rüstung. Eure Werke seien das Kleinod, womit ihr den Lohn empfanget. Wetteifert miteinander in Langmut und Milde, wie auch Gott gegen euch es ist.“ (S. Ign. ad Polic.) „Stehet also, umgürtet eure Lenden mit der Wahrheit, seid angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit.“ (Eph 6,14)

„Ja, es gibt nur eine sanfte und zuverlässige Seelenruhe, nur eine feste, unerschütterliche und dauerhafte Sicherheit, wenn nämlich jemand diesem Wirbel der beunruhigenden Welt entrissen, und auf dem Landungsplatze des heilsamen Hafens feststehend, seine Augen von der Erde zu dem Himmel erhebt, und seinem Gott möglichst nahe, sich rühmen kann, alles, was bei den übrigen für erhaben und groß gilt, liege unter seinem Bewußtsein. Wer über die Welt erhaben ist, kann nichts mehr von der Welt wünschen, nichts mehr von ihr begehren. O welch dauerhafte und unerschütterliche Schutzwehr! Welch ein unversiegbarer Schutz ist es, von den Fallstricken der verwickelnden Welt befreit, und von dem irdischen Unrate zum Lichte der ewigen Unsterblichkeit gereiniget zu werden!

Doch du, welchen der Dienst unter der himmlischen Fahne im geistigen Lager schon ausgezeichnet hat, halte dich an eine durch religiöse Tugenden nüchterne Lebensweise. Beten oder lesen sollst du ohne Unterlaß. Bald rede du mit Gott, bald rede Gott mit dir. Er unterweise dich in seinen Geboten, er leite dich. (S. Cypr. ad Donat)

Vergänglich ist unser Leben; so wie das Leben unserer Genossen schwand, eben so vergeht das unsere dem Schatten gleich.

Demnach wollen wir, so lange wir in dieser gebrechlichen, den brausenden Winden, und den tobenden Stürmen des Meeres ausgesetzten Hütte wei- len, unter Gottes allvermögender Obhut und Leitung niemals die Waffen hinwegwerfen, niemals Frieden schließen, und von der Religion und dem Evangelium Jesu Christi mit Heldenmut erfüllt, von Tapferkeit beseelt, im Namen des Herrn gegen den alten Feind zu Felde ziehen.

Auf also! meine Brüder und Schwestern, streitet um euer Heil, seid tapfere Kämpfer Jesu Christi; denn das Leben des Menschen ist ja ein beständiger Kampf, und jenem, der da sieget, wird verborgenes Manna gegeben.

Wer dürstet und zu diesem heftigen Streite der Labung bedarf, der schöpfe aus der Quelle des Heils; wer nach Heiligung sich sehnt, wer nach Vollkommenheit strebt, der nehme dies Buch zur Hand. Stärkung wird er da finden, und Trost, ermunternde Beispiele in Menge; und wenn auf diese Art so manche nach oben sich sehnende Seele Trost, so mancher, der aus dem Schlamme der Sünden sich erhebt, eine Stütze daran findet, um nicht mehr auszugleiten, und in den Abgrund zurückzusinken, o wie reichlich wird alsdann dieses Werk von Gott gesegnet werden! und dann erklinge ewiges Lob, und unendlicher Dank dem, der zu allem Guten das Gedeihen gibt, Jesu, unserer Liebe, Maria, unserer Hoffnung, und Joseph, unserem Fürsprecher!

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