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Am 10. Januar: Am fünften Tag innerhalb der Oktave des Festes Epiphanie

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Evangelium am Feste der Erscheinung des Herrn, oder der Heil. Drey Könige

Mt 2, 1 – 12

Als Jesus in den Tagen des Königs Herodes zu Bethlehem in Judäa geboren war, siehe, da erschienen Weise aus dem Morgenlande in Jerusalem und fragten: „Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern im Morgenlande gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten.“ Etc.

10. Januar

In der Auslegung behandelt der heilige Hieronymus (Buch 1 des Kommentars zu Mt 2) ohne besonderen Zusammenhang einige Sätze des Evangeliums, und zwar in der 7. Lesung die Bemerkung von dem Stern:

Auslegung vom heiligen Priester Hieronymus. „Wir haben seinen Stern im Morgenlande gesehen.“ Um die Juden zu beschämen, daß sie nämlich die Geburt Christi von Nichtjuden erfahren, geht im Morgenlande ein Stern auf. Daß dieser aufgehen würde, wußten sie aus der Weissagung des Baalam, dessen Nachfolger sie waren. Man braucht nur das vierte Buch Moses zu lesen. Es werden aber die Weisen unter Leitung des Sternes nach Judäa geführt, damit die Priester auf Grund der Frage der Weisen, wo der Messias geboren werden sollte, ohne Entschuldigung blieben in bezug auf die Ankunft des Herrn.

In der 8. Lesung behandelt der Heilige das Wort „Judenland“, das in einigen Fällen als nähere Bezeichnung bei Bethlehem steht:

Aber jene sagten ihnen: „In Bethlehem, im Judenlande.“ Das ist ein Versehen der Buchschreiber. Ich bin nämlich der Meinung, daß vom Evangelisten zuerst, wie ich es selbst in der hebräischen Ausgabe gelesen habe, das Wort Juda gebraucht worden ist, nicht Judenland. Was gibt es nämlich unter anderen Völkerschaften für ein Bethlehem, daß zur Unterscheidung von diesem hier der Zusatz Judenland stehen sollte? Das Wort Juda ist aber deshalb geschrieben, weil es noch ein anderes Bethlehem gibt in Galiläa. Man braucht bloß das Buch Josue, des Sohnes Naves, zu lesen. Übrigens steht auch an der Beweisstelle selbst, die aus dem Propheten Michäas genommen ist, so: Und du Bethlehem im Lande Juda.

In der 9. Lesung behandelt der Heilige die Bemerkungen von den drei Gaben und von der Rückkehr:
„Und sie taten ihre Behälter auf und reichten ihm Geschenke, Gold, Weihrauch und Myrrhen.“ Sehr schön hat die tiefen Bedeutungen der Geschenke der Priester Juvenkus in einem Verse zusammengefaßt: Gold, Weihrauch, Myrrhen bringen sie und lehren, daß sie als König, Gott und Mensch ihn ehren. „Und nachdem sie die Weisung im Schlaf erhalten, daß sie nicht mehr zu Herodes zurückkehren sollten, zogen sie auf einem anderen Wege in ihr Land zurück.“ Die die Gaben dargebracht haben, bekommen daraufhin eine Weisung, nicht durch einen Engel, sondern durch den Herrn selbst, damit der Vorzug der Verdienste Josephs klar würde. Sie ziehen aber auf einem anderen Weg nach Hause, weil sie mit dem ungläubigen Judenvolk nicht zusammenkommen sollten.

Kirchengebet:

Gott! Du hast an diesem Tage deinen Eingebornen den Heiden durch Weisung des Stern’s geoffenbaret; auch uns hast Du Dich durch den Glauben geoffenbaret. Deine Gnade sey ferner noch unsere Führerin, daß wir dahin kommen, wo wir deine Herrlichkeit von Angesicht sehen können, durch denselben Jesum Christum, unsern Herrn! Amen.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet oder das römische Brevier, Bd. II, Regensburg 1927, 1179 ff.

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