Amazonas-Synode oder Vorwärts in die Vergangenheit (2 von 7)

Amazonas-Synode oder Freimaurerträume werden wahr

Wir haben diesen Zyklus „Vorwärts in die Vergangenheit“ genannt, ebenfalls möglich wäre gewesen ihn „Zurück in die Zukunft“ zu nennen. Denn die Ideen, die jetzt im Oktober 2019 aufgehen, wurden vor mindestens zwei Jahrhunderten ausgesät und keimten langsam auf. Wie sehr richtig Dr. Taylor Marshall und Matt Gaspers feststellen, sollte man das Instrumentum Laboris zur Amazonas-Synode und die großen Antifreimaurer Enzyklika der Päpste des 19. Jahrhunderts direkt nebeneinander lesen. Wir sprechen hier von Mirari vos (1832) von Gregor XVI., Quanta cura (1864) von Pius IX. und Humanum genus (1884) von Leo XIII. Denn wenn es etwas gibt, das wirklich mehrmals, konsequent und vehement vom kirchlichen Lehramt bekämpft wurde, dann ist es die Freimaurerei, die sich doch die Päpste des 19. Jahrhunderts nicht eingebildet haben. Im Gegensatz zu den überlangen und teilweise unnötigen Enzykliken von Johannes Paul II.  sind diese lehramtlichen Schreiben wirklich kurz und lassen sich demnach gut und überhaupt lesen.

Mirari vos

Was lesen wir in Mirari vos (1832)?

Gregor XVI. Schreibt von den Angriffen auf den Zölibat. Er spricht doch tatsächlich von einer Verschwörung. Aha.

V. Eheloses Priesterleben

11 Wir möchten auch Euren Glaubenseifer wachhalten für den Kampf mit der überaus schändlichen Verschwörung gegen die priesterliche Ehelosigkeit. Ihr wisst, dass sie immer gehässiger wird. Nicht wenige selbst aus dem geistlichen Stande machten darin gemeinsame Sache mit den verderblichsten Philosophen unserer Zeit. Würdelos und pflichtvergessen, hingerissen von den Lockungen der Weltlüste, gingen sie so weit, dass sie an einigen Orten es wagten, öffentlich und wiederholt Anträge an die Staatslenker zu richten, jene heilige Institution zu beseitigen. Aber es widerstrebt Uns, Euch mit einer langen Rede über diese schmählichen Versuche hinzuhalten. Wir stellen es lieber mit Vertrauen Eurem Glaubenseifer anheim, gemäß den Vorschriften der heiligen Kirche alle Kräfte aufzuwenden, damit dieses so wichtige Gesetz, gegen das sich von überallher die Pfeile der Lüsternen richten, unversehrt erhalten, beschützt und verteidigt werde.

Was will denn die Amazonassynode abschaffen? Den Zölibat, was man so liest und hört. Was war, nach Gregor XVI., ebenfalls gefährdet? Die auf Unauflöslichkeit der Ehe:

VI. Die unauflösliche Ehe

12 Auch die ehrwürdige Einrichtung der christlichen Ehe, welche Paulus “ein großes Sakrament in Christus und der Kirche” genannt hat,[15] ruft eindringlich nach Unserer gemeinsamen Sorge, damit nichts Verkehrtes gegen ihre Heiligkeit und Unauflöslichkeit ersonnen oder zu unternehmen versucht werde. Nachdrücklich hat dies schon Unser Vorgänger seligen Angedenkens, Pius VIII., in einem Rundschreiben empfohlen. Aber immer noch erheben sich unheilvolle Anschläge gegen sie. Daher sollen die Völker eindringlich darüber belehrt werden, dass die einmal gültig geschlossene Ehe nicht mehr getrennt werden kann, dass Gott den durch das Eheband Geeinten dauernde Lebensgemeinschaft vorgeschrieben hat, dass dieser Lebensbund nur durch den Tod gelöst werden kann. Sie mögen sich bewusst werden, dass die Ehe zu den heiligen Dingen gehört und deshalb der Kirche untersteht. Sie mögen sich die kirchlichen Ehegesetze vor Augen halten und ihnen in heiligem Gehorsam korrekt nachkommen. Denn von ihrer Erfüllung hängt die Innigkeit, die Kraft und die echte Gemeinschaft des Ehelebens ab. Sie sollen sich davor hüten, aus irgendeinem Grund je etwas zuzulassen, was den Bestimmungen des heiligen Kirchenrechts und den Beschlüssen der Kirchenversammlungen widerspricht, wohl wissend, dass jene Ehen ein unglückliches Ende haben, die der kirchlichen Zucht zuwider oder ohne Anrufung Gottes oder aus bloßer Leidenschaft geschlossen werden, ohne dass die Brautleute in irgendeiner Weise an das Sakrament und die in ihm versinnbildeten Geheimnisse denken.

Wer hat der Unauflöslichkeit der Ehe ein Ende gesetzt und ist damit in Häresie gefallen? Bergoglio in Amoris Laetitia.

Quanta cura

Aber gehen wir weiter. Pius IX. verurteilt in Quanta Cura den Naturalismus. Es ist eine Ansicht, wonach die menschliche Natur an sich gut und nicht erlösungsbedürftig sei, sodass man weder die Kirche noch ihre Sakramente brauche, da die menschliche Natur von sich aus „gottfähig“ sei. Ja, Sie erkennen es richtig. Es ist die rahnersche Lehre vom „anonymen Christen“, die ungefähr 100 Jahre vor ihrem Aufkommen lehramtlich verurteilt wird. Wäre der Naturalismus richtig, so bräuchte man keine Offenbarung und keine Erlösung durch Christus. Naturalismus spricht auch der Religion jegliche übernatürliche Dimension ab und ist bemüht, alle religiösen Institutionen zu „naturalisieren“. Quanta Cura drückt es aus der Perspektive von Staat und Kirche betrachtet wie folgt aus:

I. DER NATURALISMUS

1. Der Naturalismus als Lehre von der ungezügelten Freiheit

[…]  dass es heute viele gibt, die auf die weltliche Gesellschaft den böswilligen, unsinnigen Grundsatz des sogenannten Naturalismus’ anwenden und dreist die Lehre verbreiten, “das Staatswohl und der menschliche Fortschritt verlange gebieterisch, dass die menschliche Gesellschaft aufgebaut und geleitet werde ohne jede Rücksicht auf den Glauben, als ob es einen solchen nicht gäbe oder mindestens ohne zwischen wahrem und falschem Glauben einen Unterschied zu machen.” Und entgegen der Lehre der Heiligen Schrift, der Kirche und der heiligen Väter wagen sie die Behauptung: “In sehr guter Lage befindet sich die Gesellschaft, wenn in ihr der Staatshoheit nicht die Pflicht zugesprochen wird, die Verletzer des katholischen Glaubens mit gesetzlichen Strafen zu verfolgen, es sei denn, dass die öffentliche Ruhe es gebieterisch erheischt.” […]

Aus dem Naturalismus folgt die Abschaffung der Orden, welche unter Bergoglio ja stattfindet.

2. Der Kampf des Naturalismus gegen die religiösen Orden und die religiöse Lebensauffassung

  1. […] Daher verfolgen solche Menschen mit bitterem Hass die religiösen Ordensgemeinschaften, die sich um das Christentum, um den Staat, um die Wissenschaft so verdient gemacht haben; sie streuen die Meinung aus, dass sie keinen rechtlichen Grund zu existieren hätten, und stimmen so dem Gesetz der Irrlehrer zu. Unser Vorgänger seligen Angedenkens Pius Vl. hat es treffend gesagt: “Die Abschaffung der Orden verletzt den Stand, der sich öffentlich zu den evangelischen Räten bekennt, verletzt eine Lebensweise der Kirche, die als übereinstimmend mit der apostolischen Lehre empfohlen wird, verletzt die ruhmreichen Gründer selbst, die wir auf den Altären verehren und die aus keinem anderen Grund als aus Gottes Eingebung diese Gesellschaften gegründet haben.”[5] […]

Aus dem Naturalismus folgt ebenso die Abschaffung der Familie zugunsten einer kollektiven Erziehung.

3. Der Naturalismus und die Kollektivierung von Familie und Erziehung

Sie begnügen sich aber nicht damit, den Glauben aus der öffentlichen Gesellschaft zu entfernen, sondern wollen ihn auch von den einzelnen Familien fernhalten. Denn gemäß dem verhängnisvollen Irrtum des Kommunismus und Sozialismus, den sie lehren und bekennen, behaupten sie, “die häusliche Gemeinschaft oder die Familie leite ihr Daseinsrecht vom staatlichen Recht ab; alle Rechte der Eltern gegenüber ihren Kindern, vor allem das Unterrichts- und Erziehungsrecht, stammten einzig vom staatlichen Recht und hingen von ihm ab.” […] und behaupten unablässig, die Geistlichkeit müsse “vom gesamten Jugendunterricht ausgeschaltet werden, weil sie dem wahren nutzbringenden Fortschritt der Wissenschaft und Bildung feind sei”.

Und als letzter Punkt folgt die Unterordnung der Kirche unter den Staat oder die UNO, wie neulich Bergoglio es verlangte.

4. Die Unterjochung der kirchlichen Autorität unter die staatliche Gewalt

  1. Andere holen die irrigen, schon oft verworfenen Äußerungen der Neuerer wieder hervor und wagen es in unverschämter Anmaßung, die oberste Autorität der Kirche und dieses Apostolischen Stuhles, die auf Christus zurückgeht, der Willkür der staatlichen Macht zu unterwerfen, und alle Rechte der Kirche sowie des Apostolischen Stuhles hinsichtlich der zeitlichen Ordnung zu leugnen. […]

Humanum genus

In seiner Enzyklika Humanum genus (1884) prangert Leo XIII. die Irrtümer der Freimaurerei an, welche, oh Wunder, sich plötzlich in ein wenig abgewandelter Form in den kirchlichen Dokumenten nach Vat. II wiederfinden. Ihr Grundsatz ist wieder mal der Naturalismus.

Ihr oberster Grundsatz: Die menschliche Natur ist oberste Richtschnur des Lebens

12 Oberster Grundsatz der Naturalisten, wie dies schon ihr Name besagt, ist der, es müsse die menschliche Natur und die menschliche Vernunft in allem oberste Richtschnur und Lehrerin sein. Hieraus ergibt sich, dass sie um die Pflichten gegen Gott sich nicht sehr kümmern oder sie entstellen durch irrige und wechselnde Meinungen. Sie leugnen nämlich jede göttliche Offenbarung und verwerfen jedwedes religiöses Dogma; nach ihnen gibt es keine Wahrheit, die des Menschen Vernunft überschreitet, keinen Lehrer, der kraft seines Amtes das Recht hätte, Glauben von uns zu fordern. Da es nun aber das besondere Recht der katholischen Kirche ist, da ihr allein zukommt, die von Gott empfangenen Lehren und ihre lehramtliche Autorität samt allen übrigen zum Heile notwendigen Gnadenmittel vollständig zu bewahren und unversehrt zu erhalten, darum gilt ihr ganz besonders der grimmige Kampf der Feinde.

Kurz und gut: Jeder Mensch ist gut und jede Religion ist es ebenso. Daher kann sich jeder seine Religion frei wählen, die ihm Erlösung und Heil bietet.

Die Religion wird in das Belieben des einzelnen gestellt

16 Zwar werden jene, welche in der Sekte Aufnahme finden, keineswegs mit ausdrücklichen Worten gezwungen, ihrem katholischen Glauben abzuschwören; doch dies widerspricht keineswegs den Plänen der Mauerer, sondern ist vielmehr ihnen dienlich. Denn vorerst täuschen sie leicht durch solches Verfahren die Unbefangenen und Unbehutsamen und locken noch mehrere Andere an. Indem sie sodann Bekenner jeder Religion ohne Unterschied aufnehmen, tragen sie tatsächlich viel dazu bei, den Hauptirrtum unserer Zeit zu verbreiten, die Religion sei den Belieben des Einzelnen anheimgestellt, und es gebe keinen Unterschied unter den verschiedenen Religionsformen. Eine solche Anschauung führt geradezu zum Untergange jedweder Religion, besonders aber der katholischen, welche, da sie unter allen übrigen die allein wahre ist, ohne höchstes Anrecht nicht den andren gleichgestellt werden kann.

Wie gesagt der von der Freimaurerei gepredigte Naturalismus behauptet, dass es keine Erbsünde gibt und daher ein jeder Mensch von Natur aus gut sei. Da die Natur gut sei, so braucht man keine Askese und keine Anstrengung.

Sie leugnet die Erbsünde und die Pflicht zur Selbstzucht

20 Da außerdem die menschliche Natur, von der Erbsünde befleckt, eben darum vielmehr zum Laster hinneigt als zur Tugend, so fordert ein sittliches Leben vor allem dieses, dass wir die niederen Triebe bezwingen und die Begierden der Vernunft unterwerfen. In diesem Kampfe heißt es nicht selten, das Irdische verschmähen und die größten Anstrengungen und Beschwerden nicht scheuen, damit die Vernunft die ihr gebührende Herrschaft bewahre. Da nun aber die Naturalisten und Mauerer der göttlichen Offenbarung nicht glauben, so leugnen sie auch den Sündenfall der Stammeltern, leugnen, dass „Die Willensfreiheit geschwächt und geneigt sei“.[11] Sie übertreiben vielmehr die Kraft und Vortrefflichkeit der menschlichen Natur, erkennen in ihr allein den Grund und Maß aller Gerechtigkeit und denken gar nicht daran, dass es zur Bezwingung der niederen Triebe und Regelung der Begierden steten, nie ermüdenden Kampf kostet. […]

Das Ziel der Freimaurerei ist die Rückkehr zum Heidentum und die Verwerfung der Wohltaten Christi:

Sie will die Wohltaten Christi vernichten

24 So geht denn aus dem, was wir in festen Grundzügen dargelegt haben, zur Genüge hervor, was die Freimaurersekte ist und welches ihre Bestrebungen sind. So sehr und so offenkundig stehen ihre wichtigsten Lehrsätze mit der Vernunft in Widerspruch, dass ein größerer kaum gedacht werden kann. Denn die Religion und Kirche zerstören wollen, die Gott gegründet und auf immer schirmt, das Heidentum mit seinen Sitten und Gebräuchen nach achtzehnhundert Jahren wieder zurückführen wollen, das ist doch ein Beweis von ganz außerordentlicher Torheit und gottlosem Frevel. Aber auch das ist ebenso erschrecklich und unerträglich, dass man die Wohltaten von sich weist, die Jesus Christus nicht bloß den Einzelnen, sondern auch der häuslichen Gesellschaft sowohl wie der staatlichen durch seine Gnade erwiesen hat, deren Größe selbst von den Feinden bezeugt und anerkannt wird. In solchen wahnwitzigen und finsteren Bestrebungen scheint sich gewissermaßen zu offenbaren des Satans unaustilgbarer Hass und Rachedurst gegen Jesus Christus.

Es ist nicht zufällig, dass fast alle nach Vat. II-Dokumente bloß das Vatikanum II. selbst zitieren, ohne Bezug zu der früheren Lehre zu nehmen. Bergoglio hingegen zitiert fast ausschließlich sich selbst, als das neue selbstbezügliche Lehramt. Man kommt auch nicht dazu, im normalen Theologiestudium überhaupt die alten lehramtlichen Schreiben zu lesen. Falls doch, dann werden sie als „vorkonziliar“ und „rückständig“ verlacht als Schreiben von Menschen, „die sich vor der Moderne fürchteten“. Daher haben auch ausgebildete Theologen kaum Kenntnis von der Lehre der Kirche, sodass sie weitgehend unfähig sind, die deuterovatikanischen Fehler und Irrtümer überhaupt zu erkennen. Oder sie erkennen sie und es ist ihnen gleich.

 

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