Anna Gallicana, Partnersuche (1 von 4)

Nach der anstrengenden intellektuellen Kost zum Thema päpstliche Häresien und Kanonisation erfolgen hier eher lockere Betrachtungen unserer Autorin Anna Gallicana zum Thema “Partnersuche”. Schon das Wort selbst ist neumodisch und nicht traditionell, sowie eine Mogelpackung, denn man sucht im katholischen Verständnis keinen “Partner”, denn es ist kein Geschäft, sondern einen Ehemann oder eine Ehefrau mit verschiedenen Aufgabenbereichen und Pflichten, wobei der Mann das Haupt der Familie bleibt. Es gibt somit keine Gleichheit, sondern einander ergänzende Verschiedenheit. Die Ehe ist aber auch ein Vertrag (contractum), bei dem sich beide Vertragsparteien – und in diesem Sinne sind sie tatsächlich Vertragspartner – gegenseitig verschiedene Rechte und Pflichten zusichern.

Will jemand eine sehr gedrängte traditionelle Ehelehre kennenlernen und eine sehr praktische noch dazu, dann möge er sich diese Konferenzen von Father Chad Ripperger anhören. Ebenfalls empfehlenswert sind die Konferenzen über den geistlichen Kampf in der Ehe. Es sind traditionelle Inhalte, die wir hier irgendwann trocken, geordnet und scholastisch darlegen werden. Father Ripperger spricht sehr schnell mit einem texanischen Akzent, sodass man recht gut Englisch können muss, um ihn überhaupt zu verstehen. Er präsentiert eine männlich-theologische Sicht der Dinge, wie DSDZ ja auch, deswegen sind wir Anna Gallicana dankbar, dass sie uns die weibliche Sicht aufzeigt. Will aber jemand fragen:

Was sagt eigentlich die katholische, traditionelle Theologie über die “Partnersuche”?

Dann antworten wir:

Gar nichts!

Die Kirche geht davon aus, dass man seinen Verstand hat und nach den guten katholischen Kriterien wählt, die man in sich trägt. Ist man selbst tugendhaft, dann sucht man die Tugend, um eine tugendhafte Familie zu gründen und “Gott die Kinder zuzuführen”, was das Ziel einer jeden Ehe ist. DSDZ hat vor Jahren seine “Partnersuche” aufgegeben als ihm axiomatisch klar wurde, dass er niemals die Richtige finden wird, weil es sie nicht gibt und es sie deswegen nicht gibt, weil sie unmöglich, d.h. innerlich widersprüchlich, ist. Gibt es dies, dann gibt es das nicht, wenn jenes, dann nicht dieses, manchmal gibt es überhaupt gar nichts! Nach einer Art Hochrechnung wurde ihm klar, dass er besser bleibt, wie er ist, da er mehr verlieren als gewinnen wird. Nein, das ist keine romantische Einstellung, aber eine praktische. Leiden gehört zum Leben und man leidet verheiratet oder unverheiratet. Im letzteren Falle kann man niemanden die Schuld geben. Aber jeder hat seinen eigenen Willen und Verstand und entscheidet natürlich für sich.

Bis dass der Tod euch scheidet …

Ich habe letzthin die Partnersuche als größten Fehler meines Lebens bezeichnet. Wie versprochen sind hier ein paar persönliche Überlegungen zur Partnersuche. Diese Idee ist meiner Meinung nach eine Folge des Modernismus und gänzlich unkatholisch. Da mir theologisches Fachwissen abgeht, musste ich dies aus praktischer Erfahrung lernen.

Glauben Sie an Gott? Und die göttliche Vorsehung, die Ihnen Vater und Mutter gegeben, Sie mit Talenten ausgestattet hat und Ihnen hilft, den für Sie bestimmten Platz im Leben zu finden und auszufüllen? Ich denke, wir können alle hiervon ein Lied singen.

Und wenn Sie an Gottes Plan für Ihr Leben glauben, an seine Güte und Fürsorge … wie können Sie dann glauben, dass Gott so gemein sei, den für Sie bestimmten Ehegatten am anderen Ende der Welt zu verstecken, sodass Sie ihn mühsam suchen müssen und vielleicht nie finden können? Dass Sie diesen Gatten erst treffen, wenn die biologische Uhr schon ziemlich laut tickt und die besten Jahre für eine Familiengründung ihrem Ende zugehen? Nein, das geht doch gar nicht.

Ein Katholik muss den festen Wunsch haben, in allem Gott zu gehorchen und in allen Dingen Gottes Willen zu erfüllen. Das heißt auf Deutsch, dass man darauf verzichtet, seinen eigenen Willen durchzusetzen.

Trotzdem sind fast alle unsere (hoffentlich unverheirateten) Zeitgenossen auf Partnersuche.

Der Traum von Liebe und Glück

beginnt schon sehr früh, wenn die Kleinen so werden wollen, wie Papa und Mama; oder der Wunsch nach einer idealen Familie, besonders im Falle einer weniger glücklichen Ursprungsfamilie. In der Pubertät leisten dann die Hormone ihren Beitrag und man macht Pläne für sein späteres Leben in beruflicher, sozialer und emotionaler Hinsicht.

Da wünschen sich die meisten, den absoluten Traumpartner zu finden, nach einer romantischen Werbung mit diesem die ideale Ehe einzugehen, gemeinsam alle Probleme aus der Welt zu räumen und miteinander alt zu werden und in trauter Zweisamkeit den Lebensabend zu genießen und die künftigen Generationen heranwachsen zu sehen. Klingt doch gut? Leider gelingt dies nur wenigen, und heutzutage noch weniger als zur Zeit unserer Groß- oder Urgroßeltern, leider!

Aber warum klappt das denn nicht? Wo liegt der Unterschied zu unseren Vorfahren?

Nun, drehen wir zunächst das Rad der Zeit ganz, ganz weit zurück, um uns einen Überblick zu verschaffen. Frühere Generationen hatten nicht soviel Auswahl wie wir. Oftmals haben diese ihr ganzes Leben lang ihren Geburtsort nicht verlassen. Sie fuhren weder in Urlaub, noch zogen sie weit weg, um eine Ausbildung oder ein Studium zu absolvieren. Natürlich gab es das auch, aber es war nicht die Regel und nicht alle Jungs wanderten als Handwerksburschen durch die Lande und auch das nur für kurze Zeit. Und die Mitglieder der Dorfgemeinschaft kannte man sehr gut: ihren Charakter, ihre Neigungen, ihre Familien. Das war einfach eine bessere Basis. Besonders die Sache mit den Familien: Ein Paar braucht viel Unterstützung, um zusammen zu bleiben. Wenn sich die Ursprungsfamilien in dieser Hinsicht einig sind, ist es um vieles leichter.

Heute versuchen fast alle Jugendlichen zu studieren und verlassen das elterliche Nest, Mädchen genauso wie Jungs. Ganz zu schweigen von der allgegenwärtigen Sexualisierung unserer Gesellschaft. Und dann lernt man irgendwo irgendjemand kennen und verliebt sich. Das ist ein absolut tolles Gefühl und dann setzt das Gehirn aus. Diese Verliebtheit hält in der Regel etwa bis zum verflixten siebten Jahr an, Zeit genug, um sich eine gemeinsame Zukunft auszumalen, zu heiraten, Kinder zu bekommen – und dann kommt die Ernüchterung und die große Entscheidung.

Wenn die Verliebtheit schwindet, beginnt man den Partner zu erkennen, insbesondere seine Fehler und Schwächen und findet ihn plötzlich unerträglich. Dann kommt es entweder zur Trennung (allgemeiner Trend und sehr einfach) oder bei etwas ausgeprägterem Verantwortungsbewusstsein findet man einen Kompromiss (meist wegen der Kinder) und man lebt mehr oder weniger unglücklich, jedenfalls mit seinem Schicksal hadernd, nebeneinander her.

Und mit viel Glück gewöhnt man sich im Laufe der Zeit an den gefundenen Kompromiss sowie an die Eigenheiten des Gatten, und aus dieser Gewohnheit wird langsam echte Liebe und eine große Vertrautheit. In dieser Gesinnung kann man auch trotz Krankheit und Altersbeschwerden auf einen angenehmen gemeinsamen Lebensabend hoffen, sozusagen als Belohnung für die langen unglücklichen ‘besten’ Jahre. Leider, ja leider, kommt dies heute nurmehr sehr selten vor.

Aber kann man da denn gar nix machen? Wie hat der liebe Gott sich das nur vorgestellt? Dafür gibt es nur ein unumgängliches Nachschlagwerk:

(Fortsetzung folgt)

 

 

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