Anna Gallicana, Partnersuche (2 von 4)

Schauen wir doch einmal in die Bibel

und beginnen wir bei Adam und Eva. Ja, schon ganz am Anfang kommt es zur ersten Ehe:

Nachdem Gott Adam erschaffen hatte, begann dieser sich in seiner Welt umzusehen. Er benannte Tiere und Pflanzen und lebte in paradiesischen Verhältnissen. Trotzdem war er nicht zufrieden. Er beschwerte sich beim lieben Gott und verlangte einen Partner, der ihm entspräche.

Ups, erster Fehler? Na ja, zumindest war das nicht besonderes lobenswert. Wie schon erwähnt, gibt uns Gott immer was wir brauchen und was gut für uns ist. Manchmal gibt er uns zur Strafe oder ‘Belehrung’ auch das, worum wir so ungeduldig bitten.

Und so bekam Adam eine Frau … und das Schicksal nahm seinen Lauf. Dann kam die berühmte Geschichte mit dem Apfel (ja, zu zweit macht man Dummheiten, die man alleine nicht machen würde …) und er verlor seine Heimat und musste fort. Mit den beiden großen Söhnen hatte er auch nicht so viel Glück, nur Streit, Mord und Totschlag – und dann noch ein langes Leben mit viel Mühe und Arbeit und vergeblicher Hoffnung auf eine baldige Erlösung.

Es ist müßig zu spekulieren, was sich ohne Adams törichtes Begehren ereignet hätte. Persönlich bin ich davon überzeugt, dass Gott ihm zur rechten Zeit eine Gefährtin zugeführt hätte. Hätte Adam seinen eigenen Willen in allem Gott untergeordnet, hätte Eva dies auch getan, sie hätten sich nicht mit der Schlange eingelassen und wir lebten alle glücklich und zufrieden im Paradies.

Ehen werden nämlich im Himmel geschlossen.

Dafür brauchen wir auch nicht lange nach einem Beispiel zu suchen, hatte nicht die Jungfrau Maria beabsichtigt, ehelos zu bleiben? Und in Anbetracht des vorgerückten Alters des Heiligen Josef sowie der Legende können wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass dieser ebenfalls nicht zu heiraten gedachte. Aber Gott hatte andere Pläne. Er führte die beiden zusammen und sie führten auch ohne Sex, trotz Armut, Not und Flucht eine glückliche Ehe. Denn wer zur Ehe bestimmt ist, kann seiner Berufung schwerlich entgehen (das gilt übrigens auch für alle anderen Berufungen, siehe Jonas im Bauch des Wals etc.). Und ja, die Ehe ist eine Berufung, eines der Un-Worte, seit dem letzten Konzil. Jetzt glaubt jeder, sich selbst verwirklichen zu können – das ist genau das Gegenteil von Berufung und alles andere als katholisch!

(Fortsetzung folgt)

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