Anna Gallicana, Die Kleiderfrage

Hier die Fortsetzung eines Beitrags von Anna Gallicana über die Kleiderfrage oder wie man die eigene Tochter dazu überredet, dass sie ordentlich aussieht. Wir sehen daran, dass das Stichwort “Kämpfende Kirche” wirkliche überall gilt. Man kämpft und kämpft und kämpft. Gegen die Mode, Gesellschaft und eigene Familie. Aber beim gerechten Kampf werden wir von Gott unterstützt und um Konflikte kommen wir im Leben ohnehin nicht herum. Dann los!

Ein Geheimnis im Umgang mit Menschen, und besonders bei der Erziehung von Kindern ist, im richtigen Moment die richtigen Fragen zu stellen. Wenn Sie also nicht wollen, dass ihre Mädchen als Teenager halb nackt (Minirock, Shorts etc.) durch die Gegend laufen, müssen Sie vorbeugen. Am besten, solange die Kinder noch ohne Protest anziehen, was Sie ihnen morgens aufs Bett legen. Bei mir war ein sehr bewährtes Mittel, die ‘noch-Kleinen’ zu fragen: Warum sind Jungs immer von oben bis unten angezogen und Mädchen halb ausgezogen ? Warum zeigen Mädchen so viel mehr nackte Haut ?

Nein, ich habe die Frage nicht beantwortet. Keine Diskussion über traurige Schutzengel oder anständiges Verhalten, keine theoretischen, religiösen Vorträge, die zu einem Ohr rein und zum anderen raus gehen. Unsere Kinder sind (leider) derart in modernistischen Gedankengut gebadet, dass diese Frage förmlich nach, halten Sie sich fest: ‘GLEICHBERECHTIGUNG’ schreit und, nachdem das grosse Vorbild immer noch der Mann ist, ziehen sich die Teenies schon deshalb mehr Stoff an.  Wobei man sieht, dass das wirksamste Argument nicht das moralisch beste ist. Leider.

Nach dieser Grundsteinlegung sind die Heranwachsenden aber auch für gelegentliche Anmerkungen offen, wenn man die Bekleidung dem Anlass nicht angemessen findet. Schliesslich trägt man zur Arbeit, in der Freizeit oder zur Messe nicht dasselbe. Wie bereits festgestellt, lassen sich heutzutage Hosen im Leben einer normalen Frau nicht ganz und gar vermeiden. Aber … in der Messe wäre ein Rock doch angemessener und schöner.

Wenn Sie in der glücklichen Lage sind, über einen angenehmen Lebensstandard zu verfügen, keinen Beruf ausüben, keinen Sport treiben – ja dann – bringen Ihnen meine Überlegungen wenig. Andernfalls gibt es hier noch ein paar Tipps, wie man sich unter Zeitdruck, mit wenig Aufwand und zum kleinen Preis doch noch passend kleiden kann. Die Anregungen sind alle je nach Geldbeutel und handwerklichem Geschick ausbaufähig.

Also, kommen wir gleich mal zur Sache. Die Kleiderfrage zum Messbesuch im Allgemeinen und insbesondere in der kalten Jahreszeit haben wir bereits angesprochen. Aber was tragen wir für den Rest des Jahres ?

Im Sommer

wird es einerseits leichter sich passend anzuziehen. In der sonnigen Jahreszeit trägt man öfter Kleider, Strandkleider, Sommerröcke …  kombiniert mit einer Weste, und schon passt es auch für die Messe. Besonders in der Urlaubszeit ist man ja viel freier bei der Auswahl seiner Bekleidung.

Andererseits wird es auch schwieriger, wenn man die Hosen nicht vermeiden kann : die für die Winterzeit so unauffällige ‘Mantelversion’ fällt flach. Ein Cape ist meist auch zu warm.

Erinnern Sie sich noch an die Anleitung zum Selbermachen von Mantillas? Die modernen Stoffe, die man zuschneiden kann ohne dass sie ausfransen, eignen sich ebenfalls um ein leichtes Sommer-Cape auszuschneiden. Hierfür benötigen sie 2 Meter länge bei 1,40 Meter Stoffbreite. Orientieren Sie sich beim Zuschnitt an Ihrem Winter-Cape; das haben Sie doch inzwischen: Also, einfach das Winter-Cape auf den Sommerstoff legen und nachschneiden, fertig.

Aber es gibt noch die Sommer-Sport-Version des klassischen Capes: der Poncho; besonders praktisch auch für die sogenannte ‘Übergangszeit’ im Frühling und im Herbst. Und glücklicherweise sind Ponchos ebenfalls gross in Mode. Wie gesagt, ein Cape ist meist elegant, wohingegen ein Poncho einen eher zur Freizeit- oder Sportbekleidung gehört. Hier müssen wir allerdings nahezu mit einer Einheitslänge vorlieb nehmen, die in etwa der mittleren Länge eines Capes entspricht und bis unters Gesäss reicht, mit der asymetrischen Spitze bis in Knienähe, doch damit hat man den fehlenden Rock schon beinahe ersetzt.

Aber nun zu unserer ‘Entdeckung’: Strandkleider !

Man kann sie leicht über jede Alltagskleidung ziehen und es sieht auch mit Hosen drunter wirklich hübsch aus. Strandkleider sind meist aus pflegeleichtem, bügelfreiem, elastischen Stoff. Das heisst, man kann sie in die Hand- oder Messetasche quetschen und vor der Kirchentüre einfach über den Kopf ziehen – und – fertig ! In den Sommermonaten können Sie diese ab etwa 10 € in touristisch erschlossenen Gegenden finden. Ich lasse mein ‘Kirchen’-Kleid den ganzen Sommer über im Auto, so habe ich es stets für einen Kirchenbesuch griffbereit und falls doch ein Malheur passiert, habe ich außerdem noch ein ‘Ersatzgewand’ dabei, und es nimmt kaum Platz in Anspruch. Jedenfalls nicht mehr als mein Messbuch. Zugegeben, ich finde mein ‘Kirchen’-Kleid ganz toll !

Eine weitere praktische Lösung ist der gute, alte Wickelrock! Leider ist der gerade modisch weniger angesagt, was die Anschaffung erschwert. Vielleicht können Sie trotzdem einen auftreiben oder selber nähen, falls Sie über Grundkenntnisse im Nähen verfügen. Wickelröcke lassen sich auch unauffällig auf dem Kirchhof über die Hose ‘wickeln’ und verschwinden danach wieder genauso unauffällig und platzsparend in der Tasche. Zum Selbermachen benötigen Sie ein rechteckiges Stück Stoff ca. 140 cm * 80 cm und einen Bindebändel zum verknoten. Ich habe das noch nicht selbst nachgeschneidert, da ich meinen Wickelrock in einem indischen Fair-Trade-Laden gefunden habe und – weil ich mein oben genanntes Strandkleid bevorzuge.

So, und jetzt lassen wir keine Ausreden mehr gelten. Auch wenn Sie im Alltag aus den verschiedensten Gründen Hosen tragen, ist es möglich, die Kirche im Rock zu betreten. Sie werden sich dadurch besser angezogen fühlen.

Gesegnete Andacht !

 

 

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