Anna Gallicana: Hast Du am Sonntag schon was vor? (1 von 3)

Praktische Überlegungen zur Sonntagsheiligung-

Nun, wir gehen zunächst mal zur Messe, und dann ist schon der halbe Sonntag vorbei. Und nein, die Messe dauert nicht so lang, vielmehr die Fahrt.  Und dabei kommen wir uns oft vor, wie die berühmt-berüchtigten grünen Männchen. Wenn man Freunden oder Vereinsmitgliedern erklären muss, dass man am Sonntag nicht kann, nein, an keinem Sonntag, nie.

Und dann, nach dem Mittagessen ?

Nun, der Sonntag ist ein Ruhetag.

Das musste ich auch erst lernen. So während des Studiums wurde plötzlich der Arbeitsaufwand nicht mehr in sechs Tagen zu schaffen, und so gewöhnte ich mich langsam aber sicher daran, aus dem Sonntag einen Arbeitstag zu machen (nach dem Kirchgang am Vormittag). Es ist nicht leicht, sich derart schlechte Angewohnheiten wieder abzugewöhnen.

Aber jeder braucht Entspannung und Ruhe, Abwechslung vom Alltag. Besonders der Körper. Jugendliche zeigen hier oft unglaubliche Energien, aber früher oder später rächt sich der Raubbau an der Gesundheit. Das Bedürfnis nach regelmäßiger Ruhe ist ein Naturgesetz, also ein Gottesgesetz.

Insofern finden wir diese Anordnung bereits in der Schöpfungsgeschichte, denn am siebten Tag ruhte Gott. Der Siebentage-Rhythmus ist also der idealste. Mit der französischen Revolution versuchten die Neu-Heiden einen Kalender mit einer 10-Tage-Woche einzuführen, der sich aber nicht halten konnte, gerüchteweise wegen mangelnder Produktivität und gesundheitlicher Probleme …

Aber was bedeutet Ruhe? Nun, das heißt zunächst einmal, nicht seiner gewöhnlichen Arbeit nachzugehen, sich eine Auszeit zu gönnen. Das ist individuell verschieden und hängt ganz klar mit der gewöhnlichen Alltagsbeschäftigung zusammen.

Wenn Sie also die ganze Woche körperlich mehr oder weniger schwer arbeiten, dann können Sie getrost auf dem Sofa im Kreise ihrer Familie entspannen, sich mal anhören, wie bei den anderen Familienmitgliedern die Woche gelaufen ist oder auch mal ein gutes Buch lesen oder diesen Blog …

Wenn Sie andererseits die ganze Woche im Büro verbracht haben, wäre ein wenig Bewegung angesagt, um Stress abzubauen und den Kopf frei zu bekommen und einen körperlichen Ausgleich zu haben. Also beispielsweise ein Spaziergang an der frischen Luft, spielen und toben mit den Kindern, etc.

Vorsicht, wenn Sie zu letzterer Gruppe gehören, sind sie besonders gefährdet, da Sie ihren Broterwerb nicht als ‘Arbeit’ im körperlichen Sinne betrachten und sich damit entschuldigen. Also nur mal eine kurze Überlegung: Wie hat Gott die Welt erschaffen? Hat er körperlich geschuftet, Baumaterialien geschleppt oder hat er nur gedacht, und so war es? – Alles klar jetzt? Auch von ‘geistiger’ Arbeit braucht man eine Auszeit.

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