Anna Gallicana, Näher mein Gott zu Dir (1 von 2)

Anbei der Bericht von Anna Gallicana, die in Frankreich lebt, über die flächendeckende Zerstörung der Kirche durch den Novus Ordo. Es ist wirklich überall schlimm. Umzug hilft nicht. Es gibt bloß verschiedene Akzente und Facetten der Zerstörung. Da die Moderne, sprich das Freimaurertum, in Frankreich schon 1789 ans Ruder kam, so hatte sie mehr Zeit alles in Schutt und Asche zu legen. Wo etwas von der Französischen Revolution übrig geblieben ist, fegte dies das Vatikanum II hinweg. Die restlichen werden auch noch weggetrieben, unter Franziskus effizienter denn je, damit sich der Islam problemlos ausbreiten kann. So sieht es nunmal aus. Leider.

 

Neulich hat mich ein guter Bekannter mal gefragt, wie ich denn zur Tradition gekommen sei.

Tja also … ich fand die Frage irgendwie seltsam. Ich bin doch hier keinem Sportklub und keiner Sekte beigetreten.

Hallo Lieber Gott, hier spricht Anna

Nein, irgendwie hatte ich Glück. Der Liebe Gott hat sich vom ersten Moment meines Lebens um mich bemüht. Und so wurde ich in eine katholische Familie hineingeboren. Bei meiner Geburt fing es dann schon an schwierig zu werden, also wurde ich notgetauft und – ich lebe noch heute. Ob das an der Taufe lag?

Meine Kindheit verbrachte ich unter einer familiären Käseglocke, das heisst, meine Eltern achteten sehr auf unseren Umgang, und im übrigen waren ja noch Geschwister zum spielen da. Fernsehen gab es theoretisch schon, aber das war Papas ‘Spielzeug’. So wuchs ich umgeben von Heiligenlegenden und Grimms’ Märchen auf.

Besonders die Geschichten von Heiligen Kindern haben mich tief beeindruckt. So tief, dass ich unbedingt ganz jung sterben wollte, das schien mir der sicherste Weg in den Himmel. Aber der Liebe Gott wollte mich dort nicht haben, somit musste ich mich in meiner Teenager-Zeit umorientieren und auf einen längeren Aufenthalt auf dieser Erde einstellen.

Der Liebe Gott war schon immer eine sehr reale Person für mich. Ich sprach und spreche den ganzen Tag mit ihm, na ja, typisch Frau eben. Leider kommt er dabei nicht oft zu Wort, sodass die Unterhaltung etwas einseitig ist. Ich besuche und besuchte ihn auch gerne; jeden Tag auf dem Schulweg. Ich hatte das Glück, dass damals die Kirchen noch nicht abgeschlossen waren. Also ging ich jedesmal bei ihm vorbei, um ‘Hallo’ zu sagen.

Die Messe war zwar bereits konziliär, aber wir hatten einen alten Pfarrer. Ich glaube, er benutzte eher den ersten Kanon, wenn mich meine Erinnerungen nicht trügen, denn die Messe schien mir der tridentinischen sehr ähnlich. Er benutzte auch noch die alten Ornamente, es gab keine ‘Messdienerinnen’ sondern nur Jungs und keine Unterhaltungseinlagen auf Kindergartenniveau. Muss ich noch erwähnen, dass ich gerne zur Messe ging? Ich hatte zwar noch nicht die Wahl, aber ich ging sehr gern dorthin. Das Gefühl von Gottes Gegenwart war in der Kirche viel stärker als zu Hause.

Tja, und dann kamen die grossen Fehler im Leben. Das mit dem ‘jung sterben’ hatte nicht geklappt und ich war absolut überzeugt, dass ich nun heiraten müsste. Und so ging ich auf Partnersuche. Auf dieses Thema komme ich besser noch einmal gesondert zurück. Nur soviel für heute: wer sucht, der findet, aber das Glück kann man nicht erzwingen. Das ist eine Binsenweisheit? Nein aber echt – das ist tatsächlich so. Kurz und gut, heute bin ich alt und halte das für den größten Irrtum meines Lebens. Mal abgesehen von meinen Kindern, die sind das grösste Geschenk, das man vom Lieben Gott bekommen kann!

Wo bist du Lieber Gott?

Aber nochmal zurück. Der alte Pfarrer wurde älter, der Konzilsgeist setzte sich immer mehr durch und es kam der Tag, als die (dauerlockenköpfige (Bürstenhaarschnitt war noch nicht in)) Pastoralassistentin meinen Eltern nahelegte, künftig in der Kirche nicht mehr zu knien und natürlich die Handkommunion mitzumachen. Sie haben es erraten: aus Rücksicht auf die Gottesdienstbesucher, die nicht knien können (sic!) und die die mittelalterlichen Bräuche (Mundkommunion) schlecht finden.

Und so begann unsere Suche nach einer ‘ordentlichen’ Messe. Gott sei Dank! Es gab im näheren Umkreis noch andere Gemeinden mit alten Pfarrern – und – dort war die Welt noch in Ordnung. Also packten meine Eltern jeden Tag (nochmals Danke an dieser Stelle) alle Kinder ins Auto und fuhren übers Land zur Messe. Im Laufe der Jahre mussten wir die Kirchlein noch öfter wechseln, wurden aber stets fündig.

Der Kulturschock

Bis, ja bis ich dann durch meinen Mann nach Frankreich kam. Also vorweg, alle Gerüchte, die ich bis dato über Frankreich gehört hatte, waren nur Schall und Rauch, nix davon wahr, nicht einmal die guten. Also Frankreich ist sowas ähnliches wie Deutschland, nur mit anderer Sprache und schlechterem Essen. Ja, die Franzosen sind sehr stolz auf ihre kulinarischen Genüsse, die für einen durchschnittsdeutschen Gaumen aber absolut ungeniessbar sind. Wenn Sie also als Deutscher in Frankreich mal gut essen wollen, gehen Sie am besten zum Italiener oder zum Chinesen.

Die Sache hatte (abgesehen vom zweitrangigen Ernährungsproblem) nur einen wirklichen Haken. Ich wollte natürlich wie immer zur Messe.

Also, ich kam gerade frisch hier in Frankreich an, das Auto war noch nicht mal ausgepackt, da hatte ich das unwiderstehliche Bedürfnis, zuerst mal den Lieben Gott zu besuchen. Ich fragte, mit meinem vor 20 Jahren noch ziemlich dürftigen Französisch, nach der Kirche. Ja, von aussen sah sie schon mal gut aus. Ich öffne die Tür und – bin sozusagen rückwärts wieder raus! Das konnte KEINE katholische Kirche sein. Bestimmt hatte ich mich falsch ausgedrückt, ich war bei den Protestanten gelandet: nur Stühle, eher kreisförmig, kein Altarraum, keine Statuen, kein Tabernakel, nix! Leider war es doch die katholische Kirche.

Und wieder einmal war ich auf Wanderschaft, von einer Kirche zur anderen, von einer Gemeinde zur anderen, um eine ‘echte’ katholische Kirche zu finden. Aber, Satz mit X, war wohl nix!

Die Messe war auch sehr gewöhnungsbedürftig. Nicht dass es Unterhaltung auf Kindergartenniveau gegeben hätte, es war ein grauenhaftes Spektakel, die Kleinen, Mittleren und Großen wurden ständig in den Messablauf ‘einbezogen’ (kein Kommentar), der Pfarrer lief mit dem Mikro durch die Reihen, interviewte die Gläubigen anstatt zu predigen (kein Kommentar) …

Wir versuchten, so gut es eben ging, damit klar zu kommen, da es anscheinend keine Alternativen gab.

 

 

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