Anna Gallica, Wenn nicht jetzt, wann dann? Mantillas leicht gemacht!

Anbei stellen wir einen Beitrag der Leserin Anna Gallica vor, welche, wie sie in einem Kommentar schrieb, ihre Mantillas kostengünstig selbst bastelt. Da sich alle unsere Bastelbeiträge einer großen Beliebtheit erfreuen und wir auch etwas vorstellen wollen, was von dem jetzigen Homo-Sumpf ablenkt, so kommt solch ein Mantilla-Bastel-Beitrag gerade richtig. Weil Mantillas dermaßen aufregen und echauffieren, siehe die Kommentare auf gloria.tv, so machen wir gerade hier weiter der Maxime vom hl. Maximilian Kolbe  eingedenk:

Eine gute Sache, denn der Teufel ärgert sich!

Dass es ihn ärgert, kann man aus den Kommentaren ersehen, auch von Männern, denen es wirklich gleich sein dürfte, was die Frauen während der Messe auf dem Kopf tragen oder nicht tragen. Hier ist wieder einmal unsere dämonologische Maxime anzuwenden:

Ist etwas auf der rein rationalen Ebene nicht erklärbar oder widersprüchlich, so muss man auf die übergeordnete spirituelle Ebene schreiten.

Warum ist es rational nicht erklärbar?

  • Weil emotionale Reaktionen nicht rational sind und man dann emotional reagiert und handelt, wenn es einen selbst betrifft.

Beispiel: DSDZ denkt daran sich in der Zukunft ein bestimmtes Auto einer bestimmten Marke gebraucht zu kaufen. Er hat sich für dieses Auto entschieden, weil

(a) es ihn ästhetisch anspricht,

(b) es für bestimmte ideelle Werte steht,

(c) es ihn irgendwie repräsentieren wird und somit eine Verlängerung seiner Persönlichkeit qua Kleidung darstellen wird.

Rein sachlich gesehen (Verbrauch, Kosten, Zuverlässigkeit, Sicherheit, Restwert etc.), ist es eine gute, langfristige und den Wert erhaltende Wahl, die jedoch auch bei zwei bis drei anderen Automarken getroffen werden könnte, die dem künftigen “Traumauto” mindestens ebenbürtig sind. Das Mir-gefällt-es steht am Anfang dieses Entscheidungsprozesses, was bei einer jeden Kaufentscheidung recht typisch ist, denn man rechtfertigt das Gefallen im Nachhinein. Andererseits aber, warum sollte man sich etwas für viel Geld zulegen, was einem nicht gefällt und ihn aufregt? DSDZ würde jetzt recht emotional  reagieren, wenn ihm jemand sagen würde, dass dieses Auto “der letzte Schrott” sei. Er würde zwar sachlich Statistiken, Bewertungen etc. anführen, aber emotional würde es ihn treffen, da er denken würde:

Was? Ich soll mir Schrott kaufen? Ich bin also selbst Schrott? Ich zeig’s Dir gleich…

Soweit das Beispiel einer emotionalen Reaktion, welches auch für männliche Leser nachvollziehbar sein wird. Kurz und gut:

Ich reagiere emotional nur dann, wenn ich mich persönlich angesprochen fühle.

Und deswegen sind die höchst emotionalen Reaktionen auf den Vorschlag, wohlgemerkt, kein alle verpflichtendes Gesetz, eine Mantilla zur Alten Messe zu trage, seitens Männern und Frauen höchst irrational. Sie sind auch widersprüchlich, denn man echauffiert sich über Künftiges und Mögliches, nicht über etwas Gegenwärtiges und Reales, da die Mantilla-Trägerinnen in D, A und CH wohl immer noch in der Minderheit sind. Es ist auch deswegen Widersprüchlich, weil es

(1) “nur ein Fetzen Stoff” sei, obwohl

(2) “nur die inneren Werte” zählen.

Wenn also (1), dann wird man durch das Mantilla-Tragen weder besser noch schlechter. Wenn jedoch (2), denn werden diese inneren Werte durch das Mantilla-Tragen nicht geschmälert. Warum also diese Aufregung? Da also diese Reaktionen auf der rein rationalen Ebene nicht erklärbar sind, so schreiten wir eine Stufe höher.

Warum ärgert es aber den Teufel?

Das ist eine gute Frage, die wir ihm (noch?) nicht direkt stellen, dennoch wohl teilweise beantworten können. In der leider wenig beachteten Reihe von Father Ripperger, Warum verhüllen wir etwas? Die Theologie des Verhüllens wird recht überzeugend dargelegt, dass:

  1. das Verhüllen des Hauptes durch Frauen eine liturgische Ordnung ist, welche die Widerspiegelung der göttlichen Ordnung darstellt,
  2. eine apostolische Tradition ist, die auf hl. Paulus zurückgeht
  3. die Mantilla ein Sakramentale ist. 

ad 1. Da der Teufel jegliche Ordnung hasst, siehe Bergoglios Hagan lio! – “Macht Unordnung”, was nach Ann Barnhardt mit “Macht die Hölle [heiß]” zu übersetzen ist, so ist der Teufel natürlich auf die liturgische Ordnung neidisch, siehe Novus (sic!) Ordo.

ad 2. Weil die apostolische Tradition die besten Mittel der Heiligung angibt, so wird er sie natürlich bekämpfen.

ad 3. Ferner ist eine gesegnete Mantilla ein Sakramentale, welche der Trägerin mehr aktuelle Gnaden spendet. Dies bedeutet: die Mantilla heiligt Sie wirklich! 

Wenn Mantilla aber so hilfreich ist, warum tragen denn Männer keine?

Weil es bei Gott keine Gleichberechtigung gibt, sondern verschiedene, hierarchisch geordnete Aufgaben, wonach “der Mann das Haupt der Frau” ist (1 Kor 11,3; Eph 5,23), so lesen wir weiter an dieser Stelle:

Wenn ein Mann betet oder prophetisch redet und dabei sein Haupt bedeckt hat, entehrt er sein Haupt. (1 Kor 11, 4)

Warum entehrt er sein Haupt? Weil diese Bekleidung die Umkehrung der göttlichen Ordnung darstellt, weil der Mann dadurch sozusagen Frauenkleider trägt. Wenn jemand jetzt einfügt, dass doch die Juden immer ihr Haupt verhüllen, so antworten wir, dass es Juden und keine Katholiken sind, welche im Neuen Bund leben. Was die Juden tun, braucht uns Katholiken nicht zu kümmern.

Es scheint wirklich der Fall zu sein, dass das Verhüllen des Hauptes bei Frauen immer noch ein verbindliches Kirchengesetz ist. Warum? Weil, Argumentation nach Ripperger, das neue Kirchenrecht CIC 1983 feststellt:

Can. 20 — Ein späteres Gesetz hebt ein früheres ganz oder teilweise auf, wenn es dies ausdrücklich sagt oder ihm unmittelbar entgegengesetzt ist oder die ganze Materie des früheren Gesetzes umfassend ordnet; ein allgemeines Gesetz hebt aber nicht im geringsten partikulares oder besonderes Recht auf, wenn nicht etwas anderes im Recht ausdrücklich vorgesehen ist.

Das heißt: stellt das neue Kirchenrecht nicht ausdrücklich fest, dass Frauen in der Kirche keine Mantilla zu tragen haben, dann gilt das alte Gebot nach wie vor. Und so ist es bei allen anderen Dingen: nicht ausdrücklich verboten oder durch ein anderes Gesetz entgegengesetzt, dann weiterhin gültig. Diese Einstellung wird durch den nachfolgenden Kanon des CIC 1983 bestätigt:

Can. 21 — Im Zweifel wird der Widerruf eines früheren Gesetzes nicht vermutet, sondern spätere Gesetze sind zu früheren in Beziehung zu setzen und mit diesen nach Möglichkeit in Einklang zu bringen.

Was sagt aber das alte Kirchenrecht, CIC 1917, welches, da, wo es ihm nicht direkt widersprochen wird, weiterhin gültig ist, zu diesem Thema:

Can.  1262.

§ 2. Viri in ecclesia vel extra ecclesiam, dum sacris ritibus assistunt, nudo capite sint, nisi aliud ferant probati populorum mores aut peculiaria rerum adiuncta; mulieres autem, capite cooperto et modeste vestitae, maxime cum ad mensam Dominicam accedunt.

Can. 1262

§ 2. Männer haben in der Kirche oder außerhalb der Kirche, während sie an heiligen Riten teilnehmen, entblößten Hauptes zu sein, sofern die Volkssitte oder besondere Umstände dem nicht entgegenstehen. Frauen sollen bedeckten Hauptes und in geziemender Kleidung erscheinen, zumal wenn sie zum Tische des Herrn gehen.

Was hier aber zu beachten ist: die Ausnahme “die Volkssitte oder besondere Umstände dem nicht entgegenstehen” gilt für Männer, nicht für Frauen, sonst würde dieser Zusatz am Ende des Kanons stehen. DSDZ kennt zwar keine Sitte, so Männer in der Kirche das Haupt bedecken dürfen, es sei denn man zählt die Piusmütze, Bischofsmitra, das Birett oder die Mönchskapuze dazu, dies betrifft aber nicht die Laien, sondern die Kleriker. Bei der Kopfbedeckung bei Frauen wird jedoch keine Ausnahmeregelung getroffen. DSDZ lässt sich gerne von einem Kirchenjuristen, aber nicht aus der Jedoch-Aber-Wenn-Ecke, eines Besseren belehren, aber die Argumentationskette von Father Ripperger, scheint wirklich stringent zu sein. Dies bedeutet also: Frauen haben weiterhin in der Kirche ihr Haupt zu bedecken und sich geziemend zu kleiden, wobei das Letztere durch das Schreiben SC Conc. vom 12.1.1930, AAS 22 (1930) 22 nochmals bekräftigt wird. Weil es also nicht abrogiert wurde, so gilt es weiterhin.

— Warum denn wird es nicht gehalten?

– Weil wir Novus Ordo haben.

Wenn also Frauen keine Mantilla tragen, so verletzen sie damit materiell das geltende Kirchenrecht.

Was bedeutet das?

Das sie etwas tun, was verboten ist, ohne es zu wissen, dass es verboten ist. Es ist also materiell eine leichte Sünde und überall wo Sünde, auch materiell stattfindet, freut sich der Teufel. 

Ist es aber eine tatsächliche also eine formelle Sünde?

Nein, weil das Wissen (Man soll eine Kopfbedeckung tragen) fehlt und der Vorsatz (Obwohl ich es weiß, will ich mich nicht daran halten) fehlt.

Ist es denn nicht egal?

Nein, weil man sehr leicht von der materiellen Sünde in die formelle Sünde übergeht und außerdem stellt man sich dadurch gegen die objektive Ordnung Gottes. Ein Beispiel, wenn ich es nicht besser weiß und glaube, dass man bei den modernen Autos immer zwischen 6.000 und 8.000 Umdrehungen in jedem Gang fahren sollte, so werde ich jeden Wagen, außer Automatik der selbst schaltet, ruinieren, weil kein Auto dafür ausgelegt ist. Heutzutage sollte man bei 2.000 hoch-oder runterschalten, weil die heutigen Autos so gebaut worden sind. Bei der Führerscheinprüfung von DSDZ waren es noch zwischen 3.000 und 4.000, was heute nicht mehr gilt. (Aber bitte keine Diskussion ausgerechnet darüber). Da sich, im Gegensatz zum Autobau, die objektive Wirklichkeit Gottes nicht ändert, so kann etwas, was nach CIC 1917 zumindest eine materielle lässliche Sünde ist, heute niemals etwas Gutes und Tugendhaftes sein. Kurz und gut: das Mantilla-Gebot gilt weiterhin. Und nach diesem theologischen und kirchenrechtlichen Vorwort schreiten wir jetzt zum praktischen Beitrag unserer Leserin Anna Gallica.

Ja, in der guten, alten Zeit war das Leben noch einfach. Wenn meine Ur-Oma [aus Bayern] zur Messe ging, zog sie einfach die Küchenschürze aus und die Sonntagsschürze an, tauschte ihr Kopftuch gegen die Mantilla und war für die Messe angemessen gekleidet. Ich denke oft an meine Urgroßeltern, wenn ich die Kirche betrete und mein Blick auf die Statuen der Heiligen Familie fällt. Ich stelle mir dann vor, dass wir im ewigen Leben alle solche Gewänder tragen werden. Leider ist der Unterschied zu unserer Alltagskleidung enorm.

Trotzdem trage ich wie alle Frauen den tief verwurzelten Wunsch in mir, passend angezogen zu sein. Da wir uns leider nicht unter der Kirchentüre komplett umziehen können, fangen wir doch mal klein an, ganz, ganz klein: mit einer Mantilla.

Ich habe es hier zunächst mit einem breiten, weißen, feinen Baumwollschal versucht, aber im Laufe der Zeit wurde der Wunsch nach einer ‘richtigen’ Mantilla immer stärker. Monatelang habe ich auf diversen amerikanischen und polnischen Web-Seiten die Auswahl angesehen. Meine Favoriten waren dann ziemlich teuer und damit nicht im Budget der hasenspickenden Familienmutter (ja, ja, ich fühle mich hier persönlich angesprochen). Außerdem kaufe ich nicht gern im Internet, aus Misstrauen vor Kriminellen, die Kreditkartendaten klauen, Waren nicht versenden, etc. und überhaupt, was wenn bei einer derart sensiblen Bestellung die Ware im Original nicht unbedingt den Fotos entsprich?

Nach einigen Monaten hatte ich mein Lieblingsmodell gefunden: das Modell ‘infini’ (unendlich, ein Rundschal). Aber warum könnte ich das eigentlich nicht selber machen ? Probieren geht über studieren. Das Modell sah ja ziemlich einfach aus. Zugegeben, ich habe einige Erfahrung im Selbermachen und Nähen. Die Arbeit war dennoch wesentlich einfacher als erwartet. Mit ein bisschen gutem Willen schafft man das auch ganz ohne Erfahrung.

1. Zunächst einmal die verschiedenen Modelle:

Geklöppelte Mantilla, in allen Größen, Formen und Farben …

Dafür brauchen Sie auf jeden Fall das nötige handwerkliche Geschick und viel Zeit oder Sie wenden sich an jemand, der sich damit auskennt (ich könnte Ihnen Adressen vermitteln). Das kostet aber ebenfalls viel Zeit und Geld und Sie sehen das Resultat erst nach der Fertigstellung. Leider besitze ich aber keine Luxus-Mantilla.

Modell ‘Schal’, das ist das Grundmodell, Rechteck von ca. 40 cm x 140 cm

Aus Seide, feinem Tüll oder sanfter Baumwolle. Mit ein wenig Geduld finden Sie bestimmt etwas nach Ihrem Geschmack im Handel oder auf Flohmärkten. Ich habe hier schon Zauberhaftes von indischen Frauen erstanden. Die Preisklasse beginnt bei 50 Cent und reicht bis ca. 30 Euros. Sollten Sie nichts Passendes finden, lässt sich ein Schal ganz einfach selber machen.

Schal

Schal - Grösse

Schal - franst nicht aus

Modell ‘Stola’,  Größe des Rechtecks ca. 80 cm x 200 cm

Dieses Model ähnelt sehr einem Schal, bedeckt Sie aber als Mantilla getragen vom Scheitel bis zu den Hüften. Ich mag dieses Modell, da es den Schleiern der Gottesmutter sehr nahe kommt. Man kann sich ganz darin einhüllen und im Sommer zum Beispiel unbekleidete Unterarme verstecken.

stola

stola - grösse

Modell ‘infini’, Stoffbedarf ca. 50/60 cm x 140 cm

Dies ist mein absolutes Lieblingsmodell. Diese Mantilla sieht nicht nur elegant aus, mit dem ‘Überhang’ vor der Brust, sie hält auch gut auf dem Kopf bei allen Bewegungen. Im Winter können Sie den ‘Überhang’ um den Hals wickeln, das sieht viel hübscher aus, als ein zusätzlicher Schal. Und, nicht zu vergessen, beim Verlassen des Gotteshauses können sie die Mantilla einfach herunterziehen und um den Hals baumeln lassen, das ist stadtfein und Sie fühlen sich nicht veranlasst, das gute Stück hastig in Ihre Kirchentasche zu knüllen, wenn Sie es mal wieder besonders eilig haben, den Hasen zu spicken.

Bei diesem Modell muss die kurze Kante möglichst unauffällig zu einer Art Tunnel zusammengenäht werden. Die Nahtkante trägt man dann vor der Brust, wo sie in der entstehenden Schlaufe quasi unsichtbar wird. Durch die gleichmäßige Gewichtsverteilung (die Hälfte auf dem Hinterkopf, die andere Hälfte vor der Brust) hält die Mantilla besonders gut auch beim Aufstehen oder Niederknien.

infini

infini - grösse

infini - gewickelt

Modell ‘halbrund’, Stoffbedarf mindestens 50 cm x 60 cm

Dies ist das Lieblingsmodell meiner Tochter. Es hat die Form eines Kopftuches mit gerundeter Hinterkante und schmeichelt der Frisur, da junge Mädchen heute gern die Haare wieder lang und offen tragen. Es ähnelt einem kleinen Brautschleier. Für die Rundung schneiden Sie am besten zunächst ein Modell aus Zeitungspapier (bekommen Sie gratis von Nachbarn, Freunden, Bekannten, Familie) zu. Sie sollten hinten in der Mitte mindestens 10 bis 15 cm gerade stehen lassen. Falten Sie das Papier, damit beide Rundungen in etwa gleich ausfallen. Die Rundungen müssen nicht unbedingt einem mathematischen Viertelkreis entsprechen. Sie können die Rundungen flach auslaufen lassen, falls Sie die Mantilla unter dem Kinn knoten möchten.

halbrund

halbrund - grösse

Modell Kopftuch

Hierfür habe ich noch keinen passenden Stoff gefunden und daher das Modell noch nicht selbst nachgeschneidert.

2. Tipps zur Materialbeschaffung

Wenn Sie Glück haben, finden Sie etwas Passendes, fertig genäht im Handel oder auf einem Kinderflohmarkt, hier besonders bei den Faschingskostümen (indisch zum Beispiel).

Ansonsten wurde ich für den Stoff im Fachgeschäft in der Abteilung für Brautmoden fündig. Bei den Tüll-, Spitzen- oder Schleierstoffen finden Sie bestimmt auch ihren Traumstoff, in allen Preisklassen. Da wir nur kleine Abschnitte benötigen, kann man auch in der Restekiste (fragen Sie danach, fragen kostet nix) ab 5 € fündig werden. Das Luxusmodell nach Zuschnitt wird Sie hier maximal 40 € kosten. Sie benötigen maximal 2 Meter, wenn Sie zum Beispiel eine gestickte Längskante für das Modell Stola verwenden wollen. Für das Modell Schal genügen im Idealfall 40 cm.

Auch bei den Vorhangstoffen können Sie sehr hübsche, gestickte Stoffe bekommen, kleine Blumen- oder Blattmuster sehen sehr gut aus, auch gold- und braun-Töne machen sich sehr gut. Ich besitze inzwischen Mantillas in vielen Farben, passend zur Kleidung. Auch hier ist die Restekiste eine wahre Fundgrube, ich habe hier schon mehrere fertig genähte Muster aus der Dekoration erstanden.

Achten Sie auf jeden Fall darauf, dass der Stoff weich ist, sonst umschmeichelt er nicht den Kopf und sieht beim Tragen etwas unförmig und eckig aus. Dies ist besonders beim halbrunden Kopftuch wichtig.

Gestickte Kanten sind besonders ansprechend und umrahmen das Gesicht. Beachten Sie, dass der Stoff an den bestickten Stellen schwerer ist; deshalb sollte die schwere, gestickte Stelle oben am Kopf anliegen und nicht an der Unterkante liegen, sonst zieht das Gewicht Ihnen die Mantilla vom Kopf.

Für Erstkäufer: die Standard-Stoffbreite beträgt 140 cm. Sie können die gewünschte Stofflänge zentimetergenau zuschneiden lassen, somit zahlen Sie beim Zuschnitt zwar immer die volle Breite von 140 cm, aber bei der Stofflänge nur die bestellte / benötigte Länge in Zentimetern. Achten Sie bei der Auswahl auf das Muster. Es empfiehlt sich eine schöne gestickte Längskante zu verwenden und gestickte Muster nicht zu trennen, sondern die Maße anzupassen.

Die oben genannten Maßangaben sind nur indikativ und unsere persönlichen Vorlieben. Probieren Sie zunächst vor dem Spiegel mit einem Stück Stoff oder einem Zeitungspapier-Modell aus, ob Sie Ihre Mantilla lieber etwas knapper möchten, dann liegt die Mantilla faltenfrei auf. Bei etwas reichlicheren Stoffzugaben fällt die Mantilla weicher aus und bedeckt Ihr Haar besser.

3. Und wie wird’s nun gemacht?

Tja, nun haben Sie also Ihr Modell gefunden und einen passenden Stoff gefunden.

Achten Sie beim Kauf der oben genannten Stoffe darauf, ob die Kante stark ausfranst. Das sehen Sie ganz einfach am Ballen. Vermeiden Sie die stark ausfransenden Stoffe. Inzwischen gibt es sogar Stoffe, die man zuschneiden kann, und die gar nicht ausfransen (ja wirklich, ich war total erstaunt, hab’s probiert, und es funktioniert tatsächlich). Viele der Schleierstoffe können Sie auch entlang der gestickten Muster schneiden ohne dass es ausfranst. Fragen Sie den Verkäufer danach, die meisten sind sehr freundlich und gut informiert.

franst nicht aus

Wenn Sie nun Glück haben, brauchen Sie Ihre Mantilla nur noch zuschneiden, weihen lassen (wichtig !) und verwenden.

Vielleicht muss aber noch ein wenig genäht werden, ein kleiner Saum angebracht werden. Säume an Mantillas sind nicht besonders filigran und sollten deshalb weitgehend vermieden werden. Achten Sie hierzu besonders auf das Muster und vorhandene Stickereien, wodurch Sie Säume vermeiden können.  Sollte es dennoch unvermeidlich sein, können sie die entsprechenden Stellen mit der Maschine knapp einfassen (1 mm) oder mit Nadel und Faden in Handarbeit; machen Sie kleine Stiche und achten Sie auf den farblich passenden Faden, das fällt sonst wirklich auf. Sie können sich natürlich auch an eine Änderungsschneiderin wenden, wenn Ihr Traumstoff nicht ohne Versäuberung auskommt und Sie es wirklich nicht schaffen.

Einzig das Modell ‘infini’ benötigt Ihre handwerkliche Geschicklichkeit, da das Modell auf jeden Fall an der kurzen Kante zusammengenäht werden muss.

Obwohl ich auf langjährige Erfahrung beim Nähen zurückblicken kann, kommen meine gelungensten Mantillas ohne Naht (außer beim Modell infini) aus. Ich hoffe, Sie haben auch Lust auf eine Mantilla bekommen? Sehen Sie sich beim nächsten Einkauf doch mal ganz unverbindlich nach passenden Stoffen um. Für weitere Tipps bei Modefragen wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Blog oder die Autorin.

P.S.

Ja, wir werden wohl in der Zukunft Modelinien der “geziemenden Kleidung” (nach CIC 1917, Can. 1262 § 2) für traditionelle Katholikinnen und Katholiken entwickeln müssen. Vielleicht schalten sich auch bekehrte Modeschöpfer ein, die dadurch ihre homosexuelle Sünden abbüßen könnten und es gibt eine Shopping-Queen-Sendung “Wie kleide ich mich für eine Tridentinische Messe?” Ja, ja, wird sind die totale Gegenkultur auf dem Vormarsch!

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8 Gedanken zu „Anna Gallica, Wenn nicht jetzt, wann dann? Mantillas leicht gemacht!

  1. Was die besagten Kommentare auf gloria.tv betrifft: Die Zeiten, in denen Menschen es als Selbstverständlichkeit ansahen, sich nur zu Sachverhalten zu äußern, die sie persönlich als Handwerker, Techniker oder Akademiker beherrschten, sind wohl endgültig vorbei. Social media und wikipedia sei Dank ist heutzutage jeder allkompetent und immer mitteilungsbereit…

    Übrigens: Als die wohlbeleibte Pastoralassistentin (so ca. 150 Kg, schätze ich) an Maria Himmelfahrt schnaufend in T-Shirt und Schlabberjeans die Altarstufen hoch walzte, schien mir eher eine Burka angebracht… 😉

  2. @ Kirchfahrter

    Ach, ja die Pastoralassistentin… die Anti-Heldin unseres Blogs. Mir tut Sie schon ein wenig Leid, so wie wir über sie herziehen…Sie meint es doch gut und hat es so schwer.

    Leider werden wir von den Pastoralassistentinnen nicht gelesen oder? Die würden uns doch die Hölle heiß machen …

    Was Übergewicht anbelangt, so frage ich mich auch, wie manche Frauen, die so aussehen und nicht abnehmen können oder wollen sich dermaßen unvorteilhaft kleiden können. Sie haben absolut keinen Sinn für das Schöne oder den Selbstschutz. All diese enganliegenden Hosen und T-shirts bringen die Wulst erstmal zu Tage.

    Wir müssen wohl auch eine Mode-Beilage entwickeln. Wenn sich Punk in dem Mainstream durchsetzen konnte, so kann es die sittsame Kleidung auch.

    https://topvintage.de/de/media/oktober-2015-enie-van-de-meiklokjeslm

    Mir ist schon klar, dass Enie van de Meikokjejlm eine Kunstfigur ist. Diese Frau heißt anders und hat polnische Wurzeln (aha!) Sie ist an sich auch hübsch, aber es sollte schon in diese Richtung gegen des Fünfzigerismus oder der Zeit bevor der Meteorit – Vat. II – einschlug.

    1. Die in der hiesigen Ortspfarrgemeinde hat aber keinen Bürstenschnitt 😉
      Interessanterweise pflegt sie am liebsten Fragestellern kurz angebunden über den Mund zu fahren, sobald der ernsthafte Diskurs „im tiefen Wasser“ droht, beendet sie das Gespräch schnell. „Mittelalter“, „vorgestrig“, die üblichen Floskeln halt, “Hölle-heiß-machen” ist da mangels Masse nicht zu fürchten…

      Zum OT-Thema Gewicht: beileibe kein „BMI“-Apostel, denke ich doch, dass es Unterschiede gibt zwischen (etwas) Übergewicht (wegen Naschen oder ein paar Bierchen zu viel) und der schieren Unförmigkeit. Niemand kann mir sagen, er fühle sich wohl, schwergewichtig die Stufen hochzustapfen, heftig schnaufend und schweißglänzend. Zwar sicher deren Problem, ästhetisch sind unförmige Tonnen in knappem Fummel aber eine Katastrophe…

      1. @ Kirchfahrter Archangelus

        Wenn sie keinen Bürstenschnitt hat, dann ist sie keine echte Pastoralassistentin:))

        Starkes Übergewicht lässt auf ungeordnete Moral schließen. Der hl. Basilius der Große schrieb, dass er noch niemals erlebt, dass sich jemand bekehrt hat, der dick war, man müsste hier das griechische
        Wort nachschauen, oder jemand, der zwischen den Mahlzeiten aß. Sicherlich war es zu Basilius Zeiten viel schwieriger übergewichtig zu werden als heute, so müsste man dies wohl irgendwie in BMI umrechnen. Den Mönchen war es verboten zwischen den Mahlzeiten zu essen. Außerdem gab es lange Fastenzeiten. Aber Unmäßigkeit im Essen lässt auf Unmäßigkeit in anderen Bereichen schließen. Das ist wirklich kein gutes Zeugnis, denn Alkoholismus oder gar Drogensucht lässt sich besser verstecken als Übergewicht.

  3. Abnehmen ist alles andere als einfach. Ich nehme – leider – meist zu statt ab. Allerdings sollte man sich zu kleiden wissen, das sollte man als Kind beigebracht bekommen und ist im späteren Leben – ja, hmmm – auch noch zu lernen, sicherlich leichter als Lesen und Schreiben, wenn man es in jungen Jahren nicht lernen konnte.

    Überdies gibt es auch Krankheiten, welche den Körper derartig “aufblasen” ….

    Mein Geschmack sind allerdings auch nicht alle Kleider auf der verlinkten Seite, manches steht der Dame (meiner Meinung nach) nicht, aber sie führt ja nur (vermutlich ihre) Modelle vor. Die Schnitte der Kleider finde ich allerdings überwiegend sehr schön.
    … wenn man davon Schnittbögen bekommen könnte … wäre klasse!

    1. Ja, ja, das wird wohl auch noch kommen müssen: Schnittbögen für die konservative, traditionelle Katholikin. Aber eine so gekleidete Frau fällt wirklich sehr positiv auf.

  4. Nachtrag:

    Welche Stoffarten eignen sich am besten ?

    Nun, Pflanzenfasern oder Tierische Fasern sind naturnah und angenehm. Sie setzen allerdings Grundkenntnisse im Nähen voraus. Chemiefasern sind hier einfacher zu handhaben, wie bereits angesprochen, gibt es inzwischen Stoffe, die nicht fransen und nur zugeschnitten werden müssen. Für Ungeübte ist das eine sichere Alternative.

    Diese ‘künstlichen’ Stoffe sind oft sehr angenehm auf der Haut. Da die Mantilla ja in der Regel nicht ausserhalb der Kirche getragen wird, und insofern weder grosse Hitze oder pralle Sonnenbestrahlung zu befürchten ist, werden sie beim Tragen keinen Unterschied spüren.

    Im Bereich der Chemiefasern finden sie ebenfalls eine reichhaltigere Auswahl an Mustern und Stickereien, sodass bei einem geeigneten Muster eine nur ‘ausgeschnittene’ Mantilla einer handgeklöppelten zum Verwechseln ähnlich sehen kann.

    Sollten Sie über Grundkenntnisse im Nähen verfügen, wagen Sie sich getrost auch an Naturprodukte, Ihrer Phantasie werden hier nur wenig Grenzen gesetzt, doch würde ich persönlich beispielsweise von grellen Farbtönen absehen.

    1. Danke! Für Frauen ist das wichtig, denn die fragen über mich und machen sich Sorgen. Echt jetzt? Echt! Mit Autoanschaffung in Männerwelt zu vergleichen.

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