Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (20) Kapitel: Vorstufen der Mystik? (11) Gebet der Einfachheit und Beschauung (vi). Einwände gegen dasselbe.

Pater Poulain SJ befasst sich wieder einmal mit dem Vorwurf, dass man im Gebet der Einfachheit nichts tue, sondern die Zeit vergeude. Dies ist natürlich ein sehr populärer Vorwurf, welche die Ungläubigen und Ketzer aller Art gegen die kontemplativen Stände hegten. Er lautete immer:

Die tun nichts. Wir aber müssen arbeiten!

Dies Führte zu den Klosteraufhebungen während der Reformation, der Französischen Revolution, in der Napoleonischen Zeit, der sog. Säkularisierung. Dieses Ziel hatten alle Revolutionäre, dieses Ziel hat Bergoglio, obwohl er in Vultum Domini und Cor orans ein wenig anders argumentiert. Aber lassen wir an dieser Stelle die Polemik bei Seite und widmen wir uns dem Gebet.

Frage: Wie erkenne ich, dass ich das Gebet der Einfachheit praktizieren kann?

Antwort: Wenn ich ohne größere Zerstreuungen während dieses Gebetes verbleiben kann und wenn der Gedanke an die Rückkehr zur reinen Betrachtung mir mühevoll erscheint.

Frage: Wie merke ich, dass mir dieses Gebet etwas nützt und mich tatsächlich heiligt?

Antwort: Wenn meine Taten davon gewandelt werden.

Dieser letztere Aspekt ist nicht zu unterschätzen. Richtiges Gebet ist tugendreich und wandelt uns, falsches Gebet wandelt uns zum Schlechten, verweltlicht uns und deswegen gab es im XX Jhdt. so viele nachteilige Brevierreformen, vom Nachkonzilisbrevier ganz zu schweigen. Es ist wirklich so, als würden Sie Ihr Auto mit Antriebsstoff antreiben, der zu 10% aus Benzin und zu 90% aus Wasser besteht. Kein Motor hält es lange aus, denn diese sind auf richtige Treibstoffe ausgelegt. In der Heimat von DSDZ (des Schreibers dieser Zeilen) gab es eine Untersuchung, bei der festgestellt wurde, dass 90% aller Tankstellen das Benzin verwässern und an manchen Orten die Autos buchstäblich mit Wasser fahren. Zwar nicht lange, aber sie tun es. Dies erklärt den Zustand unserer Geistlichen und unserer Orden. Wasser ist Wasser. Es ist kein Diesel und kein Benzin. Die höheren Gebetsstufen wie:

  • das Gebet der Einfachheit
  • das Gebet der Beschauung
  • das Gebet der Vereinigung

kommen zwar seltener vor, dauern kürzer, sind aber gnadenreicher, falls Sie überhaupt dorthin kommen, weil Gott es will, dass Sie dorthin kommen. Sie sind ein besserer und weniger “wässriger” Treibstoff und deswegen hat das letzte Konzil das Gebetspensum der mündlichen Gebets dermaßen gekürzt, damit man auf die höheren Gebetsstufen gar nicht gelangen kann. Denn die Grundlage ist das laute, lange, mündliche Gebet, bei dem man die Texte betrachtet. Sie müssen ja auch so und so oft ins Fitness-Studie gehen und die Stange mit den Gewichten stemmen, damit Sie einen Muskelzuwachs verspüren. Vo Stange anfassen, bekommt man keine Muskeln. Weil es aber in unserer nachkonziliaren Kirche noch ein paar Klausurnonnen gibt, so werden Sie jetzt in nachkonziliare “Umerziehungslager” geschickt, damit sie weniger beten und Gott keine wohlgefälliges Opfer darbringen. Für Gott und den Teufel zählt niemals Quantität, sondern immer die Qualität. In Belgien und in Luxemburg gibt es 122 Klausurnonnen, davon 5 im Noviziat, Durchschnittsalter 75, in Deutschland hingegen 178, 8 im Noviziat, Durchschnittsalter 66 Jahre.

Warum lässt man sie nicht aussterben?

Weil Sie immer noch Berufungen haben.

Und eine Klausurnonne ist wirklich eine Nuklearladung gegen die Mächte der Finsternis. Bergoglio weiß das natürlich und deswegen will er sie zerstören. Wenn die Nonnen aber zu beten aufhören, dann gehen wir wirklich alle vor die Hunde. Buchstäblich. Sonst betet ja niemand oder niemand richtig. Priester nicht, tätige Orden nicht (“Arbeit, keine Zeit”) und von den Laien ganz zu schweigen. Wenn kontemplative Frauenorden zu beten aufhören, so ist es so als würde der Antarktische Zirkumpolarstrom  zu fließen aufhören. Zum Ersteren wird es leider kommen, weil die armen Schwestern einer “permanenten Schulung” unterworfen werden, welche ein kontemplatives Leben unmöglich macht. Deswegen lernen Sie, liebe Leserin und Leser, das betrachtende Gebet, denn jemand muss diesen Mangel ausgleichen.

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