Augustin Poulain SJ, Die Fülle der Gnaden. (30) 3. Kapitel: Kurzer Überblick über die Geschichte des inneren Gebets (3)

Pater Poulain SJ stellt in diesem Abschnitt die Gebetsschule der Kirche von St. Sulpice (vor kurzem abgebrannt) in Paris vor, einer Schule die wenigstens indirekt zur Verbreitung des häretischen Quietismus beigetragen hatte.

Was ist Quietismus?

Es ist die Irrlehre, dass man völlig in allem passiv bleiben sollte, weil “Gott es schon machen werde”. Sie erkennen es wieder. Es ist die Einstellung unserer lieben Geistlichen im Bergoglio-Pontifikat, was eine Art der Acedia oder der Feigheit ist.  Während es im Gebet durchaus Zeiten und Momente gibt, wo man passiv bleiben sollte, so kann man doch diese Momente nicht auf das ganze Leben übertragen. Daher ist der Quietismus sehr gründlich und mehr als einmal verurteilt worden (DH 2201-2269; DH 2181-2192). Wir stellen hier nur die ersten von den 68 verurteilten Thesen Miguel de Molinos vor, wie sie sich in der Konstitution Caelestis Pastor (20. Nov. 1687) einfinden:

[Es stimmt nicht, dass:]

1. Es ist nötig, daß der Mensch seine Fähigkeiten vernichte, und dies ist der innere Weg. (DH 2201)

[Es stimmt nicht, dass:]

2. Aktiv wirken zu wollen, heißt Gott verletzen, der selbst der allein Tätige sein will: und deshalb ist es notwendig, sich selbst ganz und völlig in Gott aufzugeben und hernach wie ein toter Leib zu verbleiben. (DH 2202)

[Es stimmt nicht, dass:]

4. Die natürliche Aktivität ist der Gnade feindlich und behindert die Tätigkeiten Gottes und die wahre Vollkommenheit; denn Gott will in uns wirken ohne uns. (DH 2204)

Wir haben das rote [Es stimmt nicht, dass:] davor gesetzt, weil Sie, für den Fall, dass Sie in irgendeiner Gebetsgruppe waren oder überhaupt fromm sind, Sie sicherlich quietistische Anwandlungen, wenn nicht gar eine Grundhaltung haben. Man bekommt gesagt, dass man alles Gott überlassen solle, sonst sei es nicht fromm. Lesen Sie doch die Herz-Rosenduft-Maria-Beiträge auf gloria.tv durch. Quietismus, Privatoffenbarungen und Passivität, wo man nur hinblickt. Diese Grundhaltung des Nichtstuns stimmt nur bedingt, weil Gott ohnehin über alles herrscht und das, was Er nicht will, einfach nicht geschieht. Christus und die Apostel haben sich auch nicht zurückgelehnt und gewartet. Wir haben aber nur ein Leben, den freien Willen, die Möglichkeit Verdienste zu erwerben innerhalb der streitenden Kirche, sodass jegliche Passivität fehl am Platze ist. 

Bete so als würde alles von Gott abhängen und handle so als würde alles von Dir abhängen,

sagt der hl. Ignatius von Loyola und dies ist die katholische Haltung. Man soll also alles machen, was in unserer Macht steht. Wenn es nicht wird, dann ist es halt so. Dann kann man passiv werden.

Es ist also nicht verwunderlich, dass die Anfangsmethode von St. Sulpice in der Nachfolgezeit verbessert wurde, denn man kann sein geistliches Leben nicht ausschließlich am Gefühl und am Nichtstun ausrichten. Jede Betrachtung oder affektives Gebet hat ein Ziel, ein Anfang und Ende. Sonst ist kein Fortschritt messbar, den es auch gibt. In der heutigen Kirche wird kein Gebetsleben gelehrt und falls doch, dann in der esoterisch-gnostischen Nabelschau à la Anselm Grün OSB (immer noch?) – “Wie finde ich zu mir selbst?” – oder hysterisch-charismatisch – “Alleluja, Alleluja, Alleluja. Jesus liebt mich ganz dolle!” Beides ist falsch und beides stellt eine Fehlentwicklung der Methodes von St. Sulpice dar. Lesen wir also Pater Poulain SJ, um zu erfahren, wie es richtig geht.

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